Basel
Ist die Idee für die Puzzle-Plakette geklaut?
Von Dominik Heitz. Aktualisiert am 30.12.2010 17 Kommentare
Bildstrecke
Dossiers
Artikel zum Thema
Kann das wirklich reiner Zufall sein? Für Martin Zingg jedenfalls ist es schwer zu glauben, «dass da nicht irgendwelche Fäden im Hintergrund gezogen wurden». Der gelernte Grafiker und Larvenmacher zielt damit auf die neue Fasnachtsplakette in Form eines Puzzleteils mit dem Motto «Zämme fägts». Denn sie kommt ihm sehr vertraut vor.
Zingg hatte nämlich für die Fasnachtsplaketten 2008 und 2010 jeweils das Motiv eines Puzzles eingereicht. Nach seiner Idee sollten es ebenfalls drei unterschiedliche Plaketten mit verschiedenen Fasnachtsfiguren sein. Zingg zog die Idee allerdings konsequent weiter: Gold-, Silber- und Kupferplakette hätten sich zu einem Schyssdräggzigli zusammensetzen lassen. Und noch ein Zufall: Beide Male stellte er seinen Plakettenentwurf unter das Motto «Zämme fäggts».
Für Martin Zinggs Verwunderung und Enttäuschung hat Christoph Bürgin, Obmann des Fasnachts-Comités, zwar Verständnis, erklärt aber auch unmissverständlich: «Bei der Auswahl eines Plakettenentwurfs konzentrieren wir uns auf die jährlichen Einsendungen und nehmen keine Rücksicht auf Entwürfe und Ideen früherer Jahre. Wir suchen für das laufende Jahr den besten eingereichten Entwurf.»
Comité entscheidet
Man ziehe auch keine alten Entwürfe hervor, das sei zudem gar nicht möglich, denn diese würden jeweils nach der Jurierung an den Künstler zurückgeschickt. Bürgin gibt auch zu verstehen, dass bei der jährlichen Auswahl drei Punkte wichtig seien: die Umsetzung einer Idee, das Gestalterische und die Machbarkeit der Umsetzung durch den Graveur.
Und was das Fasnachtsmotto angeht: «Der Künstler kann durchaus eines vorschlagen, doch das Comité entscheidet.» In der Regel lege das Comité in seiner November-Sitzung das Motto fest – drei Monate nach der Wahl des Plakettenentwurfs. «Wir warten möglichst lange mit dem Entscheid des Mottos, um noch eventuelle Aktualitäten miteinbeziehen zu können.»
Dem diesjährigen Plakettengestalter Domo Löw, der seinem Puzzle-Entwurf übrigens kein Motto beigelegt hat, war in den 1990er-Jahren dasselbe Schicksal widerfahren wie Zingg. Er hatte in seinem Entwurf die Plakette als Jasskartenfächer dargestellt. Einige Jahre später, im Jahr 2008, erschien die Fasnachtsplakette als Kartenset, entworfen von Pascal Kottmann. Die Idee hatte dem Fasnachts-Comité besser gefallen als der Entwurf des Puzzlespiels von Zingg.
Plagiat-Vorwurf hat Tradition
Dass immer wieder gleiche Ideen für Fasnachtsplaketten auftauchen und damit auch der Vorwurf des Ideenklaus, des Plagiats, erhoben wird, hat beinahe schon Tradition.
Überregionale Bekanntheit erlangte Basels Fasnachtsplakette aus dem Jahr 1981, die sechs trommelnde Ueli in einer geöffneten Sardinenbüchse darstellt – das Motto: «Drei Daag dusse». Dem Künstler Peter Affolter war – zu Unrecht – unterstellt worden, er habe die Idee der Sardinenbüchse einer Fasnachtsplakette von Domat/Ems abgekupfert. (Basler Zeitung)
Erstellt: 30.12.2010, 13:51 Uhr
Kommentar schreiben
17 Kommentare
Man ziehe auch keine alten Entwürfe hervor, das sei zudem gar nicht möglich, denn diese würden jeweils nach der Jurierung an den Künstler zurückgeschickt.... und das Comité keinen Photocopierer (erfunden etwa 1939) besitzt!? Plagiat-Diskussionen kenne ich auch aus der Werbebranche. Ich habe früher auch einiges produziert, das es schon irgendwo gab (unbewusst!). Die Plakette 2011 ist toll. Punkt. Antworten
Basel
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!



