Basel
Kombiticket sorgt für Unmut bei Basler Fans
Von David Weber. Aktualisiert am 27.07.2012 27 Kommentare
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Auf eine zunehmend repressive Haltung haben die Basler Fans bei den letzten drei Auswärtsspielen jeweils mit Ausweichmanövern reagiert. Morgen steht das nächste Auswärtsspiel in Zürich an – gegen GC. Und eine Nachricht sorgt für zusätzliche Spannung. Die Basler Fans erhalten nur dann ein Ticket für den Gästesektor, wenn sie mit dem Extrazug anreisen. Die Fanarbeit Basel werde «die Tickets für die Gastkurve ausschliesslich im Extrazug verkaufen», teilte der FC Basel auf seiner Homepage mit. Der Club kommt damit einer Anforderung der Zürcher Stadtpolizei nach.
Konkret bedeutet das, dass es morgen zum ersten Test des sogenannten Kombitickets kommt. Einer Massnahme, die die Fans als Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit ablehnen. Die Zürcher Stadtpolizei hingegen erhofft sich dadurch eine bessere Kontrolle und Kanalisierung der Gästefans.
Angst vor Ausweichbewegungen
FCB-Sprecher Josef Zindel sagt: «Wir haben auf der etablierten Dialogplattform in Basel, also auch in Absprache mit der Fanarbeit Basel, entschieden, der Vorgabe der Polizei nachzukommen.» Die Fanarbeit hat aber klare Bedenken geäussert, was den Kombiticket-Versuch betrifft, sagt Co-Leiter Thomas Gander. Aber sie könnten nicht alleine entscheiden. «Wir hätten bloss beschliessen können, gar keine Tickets zu verkaufen. Das wollten wir nicht.»
Für den Gästesektor im Letzigrund können also weder online noch an der Abendkasse Tickets bezogen werden. FCB-Fans, die nicht mit dem Extrazug anreisen, kommen freilich trotzdem ins Stadion. Sie können im Internet oder direkt beim Stadion Tickets für alle Sektoren kaufen – nur nicht für den Gästesektor. Deshalb die Bedenken der Fanarbeit. «Es könnte Ausweichbewegungen geben, welche neue Sicherheitsprobleme schaffen», sagt Gander. Wie sich der harte Kern der Muttenzerkurve verhalten wird, weiss Gander noch nicht. «Nun verkaufen wir die Tickets im Extrazug und schauen, wie das ankommt.»
Blickt man ins FCB-Forum gibt es ausschliesslich negative Stimmen zum Kombiticket-Test. «Geht nicht», schreibt einer. «Bin ziemlich sicher, dass das Ganze nicht gut kommen kann.» Andere verzichten auf die Reise nach Zürich oder künden an, in Fankleidung in Zürcher Sektoren zu gehen.
Bedenken nicht unbegründet
Eine separate Frage ist, was Fans machen, die in anderen Städten wohnen und trotzdem in den Gästesektor wollen. Sie müssten – beispielsweise von Zürich oder St. Gallen – nach Basel fahren, um den Extrazug nach Zürich zu nehmen. Zindel sagt, «die Argumente und Bedenken der Fanarbeit sind nicht unbegründet und liegen auf der Hand, sofern Tickets über andere Kanäle gekauft werden können». Der Onlineverkauf von Tickets für den Gästesektor sei aber eingestellt worden, so Zindel. Allerdings – und dazu äussert sich der FCB nicht explizit – können die Fans ja Tickets in anderen Sektoren kaufen.
Für das Spiel gegen GC kündigte die Stadtpolizei Zürich zudem an, dass sie einen «geordneten Fanmarsch vom Bahnhof Altstetten zum Stadion Letzigrund» toleriere. Aber nur wenn bestimmte Regeln eingehalten würden. Konkret: «keine Gewalt, keine Sachbeschädigungen, keine Pyrotechnik, keine vermummten Personen, Einhalten der vorgegebenen Marschroute». Diese Regeln haben schon bei den letzten drei Auswärtsspielen der Basler gegen GC und FCZ gegolten, die Fans wollten sich nicht darauf einlassen. Für Samstag kündete die Zürcher Stadtpolizei aber an, dass die Begleitung durch die Polizei zugunsten einer «Deeskalation» weniger eng gehalten werde als bei den vergangenen Spielen.
«Ob das ein Signal der Entspannung ist oder nicht, ist schwierig zu beurteilen», sagt Gander. Für ihn ist aber klar: «Der Kombiticket-Versuch schafft neue Unsicherheiten in einem bereits angespannten Umfeld.»
(Basler Zeitung)
Erstellt: 27.07.2012, 12:26 Uhr
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27 Kommentare
Was ist gescheiter. Wenn alle "potenziell gefährlichen" Fans zusammen anreisen und im Gästeblock stehen, oder wenn man sie zu Guerilliataktiken zwingt wie gesplittete Anreise, Tickets in anderen Sektoren, viele Norm-Züge mit Fans drin? Was wäre wohl einfacher zu handhaben/überwachen? Ein absolutes Eigentor der ZH-Polizei. Einmal mehr dümmliche Machtspiele statt pragmatische Lösungen. Schade. Antworten
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