Kran stürzte auf ehemaliges Frauenspital

Ein Pneuladekran ist am Dienstag in Basel auf der Kinderspital-Baustelle umgekippt. Sein Ausleger krachte auf einen Spital-Altbau und verletzte dort eine Frau. Das Ungetüm verlor das Gleichgewicht bei der Demontage eines festen Baustellenkrans.

1/7 Blick vom Dach des im Bau befindlichen Kinderspitals auf den umgestürzten Pneuladekran. Im Vordergrund quer der demontierte rote Ausleger des Baustellenkrans.
Foto: Henry Muchenberger

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Der spaktakuläre Unfall passierte um 9.15 Uhr auf der Hofseite des in Bau befindlichen Kinderspitals, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Der lange Ausleger des Mobilkrans legte sich quer übers Dach des Nachbargebäudes, knickte an der Dachkante ab und schlug wuchtig auf der Seite der Klingelbergstrasse in der Fassade ein.

Die Frau befand sich just dann zufällig in einem Materialraum, der vom Kran getroffen wurde. Man brachte sie in die Notfallstation des benachbarten Universitätsspitals. Der Kranführer sei unverletzt geblieben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Sachschaden sei noch nicht beziffert.

Gebäude geräumt

Der an Dach und Fassade beschädigte Altbau wurde sicherheitshalber geräumt. Einst Entbindungsstation des alten Frauenspitals, enthält er heute unter anderem eine Forschungsabteilung.

Die Unfallursache ist gemäss Staatsanwaltschaft noch nicht bekannt. Nachgebendes Terrain sei ebenso denkbar wie ein Bedienungsfehler. Am Dienstagmorgen war es in Basel windig, laut Messtationen der Uni Basel wurden Böen bis 61 km/h registriert.

Laut einem Sprecher der Kranfirma wiegt der verunfallte Pneuladekran rund 70 Tonnen. Das grosse Fahrzeug war spektakulär senkrecht auf dem Heck zum Stillstand gekommen. Der Unfall sei der erste derartige in der 50-jährigen Firmengeschichte, sagte der Sprecher auf Anfrage.

Gefahr gebannt

Um das Umkippen des Restteils des Baukrans zu verhindern, wurde am Nachmittag der noch verbliebene Gewichtsausleger durch eine Spezialfirma entfernt, so dass von diesem Restteil des Krans keine Gefahr mehr ausgeht. Während der heiklen Demontage wurde vorsichtshalber auch noch ein Teil des benachbarten der Uni geräumt. Die beiden evakuierten Gebäudeteile des Spitals bzw. des Biozentrums können inzwischen aber wieder betreten werden. Ebenso wurde die Sperrung der Schanzen- und Spitalstrasse aufgehoben.

Die Sperrung betraf auch vier Buslinien, die den Unfallort unweit von Stadtzentrum und Johanniterbrücke weiträumig umfahren mussten. Es kam zu Verspätungen; manche Haltestellen wurden nicht bedient.

Der umgekippte Pneukran wird in den kommenden Stunden mit einem anderen mobilen Kran wieder aufgerichtet. Diese Arbeiten dürften nach Angaben der Staatsanwaltschaft jedoch die ganze Nacht in Anspruch nehmen. (amu/sda)

Erstellt: 25.11.2009, 07:44 Uhr

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4 KOMMENTARE

Peter Weierstrass

25.11.2009, 11:41 Uhr

@ Urs Borer: Der Pneukran hatte zwei "Scheiben" Gegengewichte aufgeladen. Rein intuitiv denke ich, dass das Gegengewicht angemessen war, aber kann ein zu schnelles Drehen des Pneukrans schuld sein - die Bewegungsenergie des roten Kranauslegers war zuviel für den armen Pneukran?


urs borer

24.11.2009, 19:33 Uhr

als augenzeuge sah ich wie der ganze kran umgestürzt ist. pensionierter bauleiter. pneukran hatte zuwenig balast- gewicht angehängt, nach meiner schätzung in der grössenordnung von 40 tonnen. ich stand während dem unfall in der durchfahrt bei der stickstoffanlage des biozentrums.


wielfried kohl

24.11.2009, 17:08 Uhr

Wo sind all die guten Ingenieure hin, wo sind sind sie geblieben.....Ein warmes Lüftchen und rums, ein Kran fällt um! Trotzdem, zum guten Glück hat's nur Sachschaden geben, da hatten die jungen Menschen in den Schulzimmer und Uni-Räume wohl einen Schutzengel!


Aschy Furrer

24.11.2009, 15:32 Uhr

Hebelgesetz in Aktion... Das ganze hätte auch weitaus schlimmer enden können.



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