Basel
Kritik am Centralbahnplatz flammt wieder auf
Von Patrick Künzle. Aktualisiert am 12.02.2011 27 Kommentare
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Im Juni 2001 wurde der Centralbahnplatz offiziell eröffnet. Und es wäre masslos übertrieben zu behaupten, die Baslerinnen und Basler hätten seither eine Liebesbeziehung zu ihm aufgebaut. Im Gegenteil: Von Anfang an wurde seine Gestaltung kritisiert. Die BaZ schrieb nach der Eröffnung in einem Kommentar: «Kein Ruhmesblatt sind die Fussgängerflächen auf dem Centralbahnplatz, die Wegführung ist unklar.»
Die Situation hat sich seither nur unwesentlich verändert. Bodenmarkierungen, die unterdessen angebracht wurden, sollen den Fussgängern zeigen, aus welcher Richtung ein Tram zu erwarten ist. Was gleich geblieben ist: Über den Platz bewegen sich viele verschiedene Verkehrsteilnehmer: fünf Tramlinien, drei Buslinien, ein Veloweg und eine Autospur – hinzu kommen die vielen Fussgänger.
Lichtpfeile sollen Fussgänger warnen
Seit dieser Woche werden die Diskussionen über den Centralbahnplatz wieder intensiver geführt. Der traurige Grund: Ein 93-jähriger Mann wurde von einem Tram angefahren und erheblich verletzt. Reagiert auf diesen Unfall haben beispielsweise die CVP-Frauen Basel-Stadt. Sie fordern in einem Brief an die BaZ, «dass unverzüglich verbessernde Massnahmen gegen die unhaltbare Situation ergriffen werden, zugunsten von älteren Menschen, Familien mit Kindern und anderen Reisenden.» Konkret schlagen sie vor, dass eine optische Warnung zwischen den Schienen in Form von Fliesslichtpfeilen angebracht wird, um die Fussgänger auf ein einfahrendes Tram aufmerksam zu machen.
Der Vorschlag wird unterstützt vom Baselbieter Landrat Josua M. Studer (SD). Er ist Tram- und Busfahrer und Vizepräsident des Personalverbandes Feme der Basler Verkehrsbetriebe (BVB). Er fordert ebenfalls «Lichtschlangen auf den Geleisen». Als Tramführer fällt ihm täglich «das Riesendurcheinander und die Hektik» auf. Es gebe «keine Struktur» auf dem Centralbahnplatz.
«Tramführer verhalten sich sehr professionell»
Was bei aller Kritik am Platz auffällt: Es passieren wenig Unfälle. Für den BVB-Wagenführer und Grossrat Peter Bochsler (DSP) gibt es dafür eine schlichte Erklärung: «Alle Wagenführer fahren ganz, ganz vorsichtig über den Platz.» Eine Sichtweise, die BVB-Sprecherin Dagmar Jenny teilt: «Unsere Tramführer verhalten sich sehr professionell, sie haben ein sehr gutes Auge für mögliche Gefahren.» Sie sagt aber auch: Vor allem ortsunkundige Menschen fühlten sich auf dem Centralbahnplatz unsicher.
Einen Versuch, die Regierung zu einer Verbesserung der Verkehrssituation zu animieren, unternahm vor zwei Jahren Grossrat Emmanuel Ullmann (GLP). In einem parlamentarischen Vorstoss schrieb er: «Es ist keine leichte Aufgabe, den Centralbahnplatz zu Fuss zu überqueren.» Für ältere und behinderte Menschen sei es «richtig gefährlich». Er schlug vor, die stillgelegte Fussgängerunterführung wieder zu öffnen.
Die Regierung beantwortete den Vorstoss im vergangenen Dezember. Es sei «nicht vorgesehen», den Fussgängertunnel wieder zu öffnen. Zur Gestaltung des Centralbahnplatzes sagte sie nichts. «Zufrieden mit dieser Antwort bin ich nicht», sagt Ullmann. Er sei aber ein wenig ratlos, wie er weiter vorgehen könnte, um eine Verbesserung zu erreichen. «Die Regierung will ja offenbar nichts machen.» (Basler Zeitung)
Erstellt: 12.02.2011, 08:51 Uhr
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27 Kommentare
Meine: Beim Centralbahnplatz herrscht schon ein Chaos,ob vom Mensch od. Tram.Wäre bei einem Bahnhof eigentlich nichts aussergewöhnliches,die Leute sind im Stress laufen meist wie blind über diesen Platz.Bei alten
Leuten sieht es wieder anders aus da spielt auch das gute sehen eine rolle.Die Tramführer haben es dadurch auch nicht leicht,doppeltes aufpassen wäre angebracht von beiden Seiten aus!
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