Basel

Landhof-Vorlage auf der Kippe

Stadtpräsident Guy Morin verteidigt die Kommunikationspolitik der Regierung bei der Landhof-Abstimmung – und glaubt weiterhin an einen Sieg.

Guy Morin verteidigt die Kommunikationspolitik der Regierung.

Guy Morin verteidigt die Kommunikationspolitik der Regierung. (Bild: Moritz Hager)

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Die Abstimmung über die Landhof-Überbauung im Kleinbasel steht auf der Kippe. Hat sich die Regierung Ihrer Meinung nach genug für die Vorlage eingesetzt?

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An diesem Wochenende steht eine für den Kanton Basel-Stadt bedeutsame Abstimmung bevor: Die Bevölkerung hat die Wahl zwischen der Initiative «Der Landhof bleibt grün» und dem Gegenvorschlag der Regierung, die auf dem Areal im Wettsteinquartier eine Überbauung mit drei Gebäuden, 80 Wohnungen und einer angrenzenden Grün- und Freizeitanlage errichten will. Spätestens seit vor ein paar Tagen auch der FC Basel Sympathien für die Initiative bekundet hat, steht die Regierungsvorlage auf der Kippe. So mancher Politbeobachter geht unterdessen sogar davon aus, dass die Initiative, mit der die Überbauung verhindert werden soll, vom Volk angenommen wird.

«Das wird eine sehr schwierige Abstimmung», sagt etwa FDP-Grossrat Baschi Dürr, der selber im Wettsteinquartier wohnt und dem Komitee «Landhof für alle – Ja zum Gegenvorschlag» angehört. «Solche Bauprojekte, die nicht mit Arbeitsplätzen zu tun haben, haben es immer schwer», so Dürr. Beim Landhof komme hinzu, dass es sich um die einstige Spielstätte des FCB handle und es im Kleinbasel vergleichsweise wenig Grünflächen gebe.

Gegner präsenter

Und was Dürr nicht sagt: Die Gegner der Überbauung sind im Abstimmungskampf präsenter als die Befürworter, womit sich auch die Frage stellt, ob sich die Befürworter schon geschlagen gegeben haben. «Nein», sagt SP-Grossrat Jörg Vitelli, eine der treibenden Kräfte hinter dem Pro-Komitee, dezidiert. «Wir kämpfen bis zum letzten Moment.» Vitelli ist auch nicht der Meinung, dass die Befürworter zu wenig getan hätten. «Wir haben alles Mögliche gemacht. Wir sind zum Beispiel in Basel, aber auch in Riehen auf die Strasse gegangen.»

Vitelli ist jedoch der Ansicht, dass sich die Regierung noch mehr hätte engagieren können. «Baudirektor Hans-Peter Wessels ist gut präsent gewesen», sagt er. «Stadtpräsident Guy Morin hätte aber vielleicht etwas mehr machen können. Dies, zumal die Fachstelle Stadtwohnen ja im Präsidialdepartement ist.»

«Gratwanderung»

Morin selber will diese Kritik nicht gelten lassen: «Ich habe mich klar geäussert: in den Medien, aber auch an der Mitgliederversammlung meiner Partei», sagt der grüne Stadtpräsident. Die Federführung liege zudem beim Bau- und Verkehrsdepartement. «Und Baudirektor Hans-Peter Wessels hatte sehr viele Auftritte.» Das Verhalten der Regierung bei Abstimmungskämpfen sei zudem immer eine «Gratwanderung»: «Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu viel machen und man uns später nicht vorwirft, wir würden die Leute beeinflussen.» Er habe die Kommunikationspolitik bei der Landhof-Abstimmung in der Regierung, die «einstimmig» hinter der Überbauung stehe, zweimal thematisiert. Eine zusätzliche Medienkonferenz wäre «nicht adäquat» gewesen.

Und Morin, 2006 noch ein Gegner einer Überbauung, bleibt nach wie vor optimistisch: «Ich habe die Abstimmung noch nicht aufgegeben», sagt er. «Ich rechne mit 52 Prozent für den Gegenvorschlag.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.03.2010, 10:32 Uhr

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19 Kommentare

Mic Rasmussen

03.03.2010, 20:42 Uhr
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Der Landhof hat Denkmal-Charakter. Er ist eine seltene Freiraum-Oase in einer Stadt, die schon fast allzu gut beplant ist. Schön, wenn das als kultureller Wert verstanden und geschützt wird. Schön, wenn der Gegenvorschlag der Regierung keine Zustimmung findet. Antworten


Jost Müller

03.03.2010, 15:28 Uhr
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Dass die Landhof-Initiative vielleicht Chancen hat, ist ja erfreulich. Weshalb nun Guy Morin dafür kritisiert wird, bleibt unverständlich. Er hat seine Meinung geäussert - und jeder darf seine eigene haben. Antworten


Luca Ripa

03.03.2010, 14:32 Uhr
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@Hasler; die Argumentation betr. die Häsuer können woanders gebaut werde, haben die Bruderhölzler bei der damaligen Abstimmung auch geäussert. Und jetzt wird sie von den Landhof-Initianten auch ins Feld geführt. Und bei einem zukünftigen Projekt wird sie von den dortigen Anwohnern angeführt. Dann hören wir doch auch zu bauen und verzichten darauf neue CH-Einwohner für Basel zu gewinnen! Antworten


Madeleine Haering

03.03.2010, 14:30 Uhr
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@D.Wyss möchte gerne wissen, ob sie in einer dahinterliegenden Wohnung leben möchten mit der Aussicht auf einen Wohklotz wos vorher grün war. Es gibt in Basel mehr als genug leeren Wohnraum - B. Schneider hat gewütet was das zeug hält (grün reden-schwarz teeren) . Es wird munter weitergemacht reisst gute, schöne Bauten ab, dafür stellt man Bau1 vom Unispital unter Denkmalschutz. Antworten


Andi Benz

03.03.2010, 13:04 Uhr
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Die baufällige Tribüne verschwindet so oder so. Die Behauptung, dass bei einem Ja zur Initiative auf dem Landhof nichts verändert werden darf, gehört zur Propaganda der Betonmischer, von denen mit Sicherheit keiner im Quartier wohnt. Der Landhof muss erhalten bleiben, damit er besser genutzt werden kann. Dies wird durch eine Überbauung auf alle Zeiten verunmöglicht. Antworten


Rainer Filzhuth

03.03.2010, 13:02 Uhr
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Schön, dass so viele Leute dazu bereit sind, sich für die Erhaltung eines "privaten Hinterhofes" zu engagieren. Ich frage mich allerdings, wo sich all diese Opponenten versteckt haben, als es darum gegangen wäre, die Zerstörung des Quartiers durch ein falsch konzipiertes neues Messezentrum zu verhindern. Antworten


Kevin Käser

03.03.2010, 12:59 Uhr
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@Hansjackob Kelller: Morin wurde von niemandem gewählt, er kam in stiller Wahl zu seinem Amt, weil die Bürgerlichen unfähig waren, einen eigenen Kandidaten zu finden. Antworten


vence remos

03.03.2010, 12:56 Uhr
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lieber herr wyss....da sie ja anscheinend keine Wertschätzung für den traditionellen Wert dieses Stadions erkennen lassen, möchte ich ihnen noch einmal nahe legen, dass dieses Stadion das erste seiner Art in der gesamten Schweiz war! Alleine des sportlichen Fortschritts wegen hat diese "hässliche, alte Tribüne" mehr geleistet als so viele Kommerzneubauten! JA zum Landhof..und seiner Tribüne! Antworten


Karl Klingler

03.03.2010, 12:56 Uhr
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Mit der Überbauung würde eine heute schon vergleichsweise kleine Freifläche geopfert. Und fraglich ist, wer in diesen neuen Wohnblocks, eingezwängt ins Landhof-Dreieck, überhaupt wohnen wollen würde? Sicher nicht die guten Steuerzahler, von denen es unserer Regierung träumt! Ausserdem wirkt es kontraproduktiv auf die Attraktivität Basels, wenn man noch die letzten freien Quadratmeter zubaut. Antworten


Rolf Keller

03.03.2010, 12:22 Uhr
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Bewegungsprojekte, Fitness für alle, mit dem Velo zur Arbeit, fit statt fett - und was die gut bezahlten Theoretiker des Kantons noch mehr erfinden. Und dann kommen andere Theoretiker und wollen genau jene Flächen verbauen, auf denen sich die Kinder und Erwachsenen noch freiwillig bewegen! Der Landhof muss grün bleiben und noch besser genutzt werden können, das sind wir dem Quartier schuldig! Antworten


l. stohler

03.03.2010, 12:12 Uhr
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@hansjakob keller, herr morin wurde in stiller wahl gewählt !!!!!!!!!!!!!!!! Antworten


Dominik Hasler

03.03.2010, 11:00 Uhr
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Wenn ich mich umhöre in meinem Umfeld, sind 80% für die Initiative! Ich habe mein Couvert verschickt und bin voller Zuversicht! Diese 80 Wohnungen kann man auch woanders bauen! Zudem ist ja der Bevölkerungszuwachs nicht soo enorm in unserem Kanton, dass wie wild gebaut werden muss! Es gibt genug Häuserzeilen die ersetzt werden können! (hässlichen 60er Jahre Bauten). Antworten


Daniel Wyss

03.03.2010, 11:00 Uhr
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Es riecht mal wieder kräftig nach der typischen Basler Verhinderermentalität! Der Gegenvorschlag ist gut. Es entsteht ein öffentlicher Park, die hässliche alte Tribüne (die nsowieso nicht mehr gebraucht wird) kommt weg. Die 80 Wohnungen entsprechen etwa der Fläche der Tribüne, es bleibt also gleichviel grün wie bisher. Antworten


Bruno Honold

03.03.2010, 10:57 Uhr
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Mit dem Projekt von 80 Genossenschftswohnungen auf dem Landhof, hat es die ehemalige SP Baudirektorin verstanden, den Stimmbürgern ein Kuckucksei ins Nest zu legen. So sehr Genossenschaftswohnungen für Basel nötig sind, der Landhof als einzige grössere Grünfläche im dichtest überbauten Kleinbasel muss unbedingt zur Grünzone erklärt werden, deshalb ist ein Ja zu Initiative nötig. Antworten


Hansjackob Kelller

03.03.2010, 10:14 Uhr
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@Hans Frein: Leider, leider gibt es in Basel halt viele Leute, die ihn gewählt haben....verstehen kann ich es aber auch nicht, gar nicht! Antworten


Ronald Lack

03.03.2010, 10:01 Uhr
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Wenn's nach der GRüN-ROTEN-Politik ginge, würde in Basel bald der letzte und hinterste Flecken grün überbaut. Darum gebt dieser falschen Politik ein Signal. Landhof bleibt grün annehmen und den Gegenvorschlag kräftig ablehnen. Antworten


Susanne Zeller

03.03.2010, 09:17 Uhr
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Dann hoffen wir jetzt auf alle Leute, die erst jetzt abstimmen und sich überzeugen liessen, die Initiative anzunehmen. Der Landhof darf nicht überbaut werden. Lasst dem Kleinbasel den Landhof als Grünfläche, als Park mit Spiel- und Sportmöglichkeiten, ein kleines Stück Natur im Herzen Kleinbasels. Diese 80 Wohnungen braucht es hier nicht. Antworten


hans frein

03.03.2010, 08:04 Uhr
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Ich frage mich immer wieder, für welche Personen im Kanton BS ich Steuern zahle. Herr Morin ist wahrlich "fehl am Platz"! Antworten


Marcelle O'Palle

03.03.2010, 08:00 Uhr
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Hoffen wir, dass es nicht zu dieser unnötigen Überbauung kommt. Dies im Interesse der augenblicklichen Nutzer und Geniesser. Interessant ist auch Anmerkung, dass Morin bis 2006 noch ein Gegner einer Überbauung war. Diese zwischenzeitliche Meinungsänderung lässt doch daraus schliessen und hoffen wir auch, dass Morin weiterhin im Herzen mit dem Zustande kommen der Initiative rechnet !! Antworten



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