Basel
Mädchen belasten Ex-Heimleiter
Von Mischa Hauswirth. Aktualisiert am 14.12.2011 8 Kommentare
Artikel zum Thema
Stichworte
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von baz.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Die Vorwürfe gegen den 38-Jährigen sind happig: In seiner Funktion als Betreuer und Heimleiter von Zunamis-Wohngruppen soll er mit zwei jungen Frauen mehrmals Sex gehabt haben, die in seiner Organisation untergebracht waren. Eine der Frauen ist mittlerweile 19 Jahre alt, die andere 17 Jahre. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, «mehrfache sexuelle Handlungen mit Abhängigen» vorgenommen und «mehrfach eine Notlage» ausgenutzt zu haben. Die Vorfälle sollen sich 2010 und 2011 ereignet haben.
Beim gestrigen Prozessauftakt sagte der Angeklagte vor Gericht aus: «Es ist meine Berufung, Jugendliche auf den Weg zu bringen.» Er selber wurde in der Jugend mehrfach straffällig, musste in eine Arbeitserziehungsanstalt. Als Erwachsener wurde er wegen Vermögensdelikten und qualifiziertem Betäubungsmittelhandel verurteilt. Zurzeit sind weitere Verfahren gegen ihn hängig: eines wegen möglichen Vermögensdelikten im Zusammenhang mit den Zunamis-Vorfällen, eines wegen Urkundenfälschung. Zudem besteht Verdacht auf weitere sexuelle Handlungen mit einer jungen Frau bei einer anderen Basler Sozialeinrichtung. Warum das Erziehungsdepartement dem Mann überhaupt eine Bewilligung für seine Wohngruppe erteilt hat, ist nicht Gegenstand des Gerichtsverfahrens – jedenfalls hatte der Sozialpädagoge kein Diplom.
«Quälende Bilder im Kopf»
Die 19-Jährige schilderte gestern ihre Sicht auf die Vorfälle: Immer wieder habe der Heimleiter ihre Nähe gesucht, schliesslich sei es zum widerwilligen Sex gekommen. Die Staatsanwaltschaft berichtet von Küssen, intimen Berührungen bis zum eigentlichen Sex. Auch wollte der Ex-Heimleiter mit dem Mädchen in ein Hotelzimmer. «Ich habe Albträume, kann nicht durchschlafen, habe die ganze Zeit über quälende Bilder im Kopf», sagte die junge Frau der Richterin.
Beim zweiten Fall soll der Mann ausgenutzt haben, dass das Mädchen einen Vaterersatz suchte. Er habe die Mädchen unter Druck zu setzen versucht, dass er seinen Job verlieren und die Institution geschlossen würde, wenn die Sache zwischen ihnen herauskäme, heisst es in der Anklageschrift. Der verheiratete Mann unterhielt ausserdem eine «Sex-Beziehung» mit einer der Zunamis-Betreuerinnen. Der Angeklagte stellte die Vorwürfe der Mädchen als Konstrukt, Verzerrung von Tatsachen und eine Verschwörung dar. Das Gericht fällt das Urteil voraussichtlich am Donnerstag. (Basler Zeitung)
Erstellt: 14.12.2011, 07:17 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
8 Kommentare
Egal was war oder nicht - aber wie bitte kommt dieser Mann mit der Vorgeschichte zur Bewilligung einer Wohngruppe und zu Leistungen der Stadt Basel? Kontrolliert das denn niemand wo und WIE schutzbedürftige Jugendliche untergebracht werden - mit mehr als ein paar warmen Worten!???? Antworten
Basel
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Bitte warten
