Basel

«Man soll als Alevit registriert sein»

Von Dominik Heitz. Aktualisiert am 29.12.2010 10 Kommentare

In Teilen Deutschlands und Hollands sowie in Dänemark und Österreich sind die Aleviten anerkannt. Nun möchte Grossrat Atilla Toptas über einen Anzug erfahren, ob das auch in Basel möglich ist.

Atilla Toptas setzt sich für die Aleviten ein. (Bild: Roland Schmid)

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SP-Grossrat Atilla Toptas setzt sich im BaZ-Interview für die alevitische Gemeinde ein. Sollen die Aleviten in Basel offiziell als Religionsgemeinschaft anerkannt werden?

Ja

 
51.1%

Nein

 
48.9%

777 Stimmen


Alevitentum

Das Alevitentum hat sich aus der Schia, der zweitgrössten Konfession des Islam entwickelt, deren Anhänger Ali ibn Abu Talib als Nachfolger des
Propheten Mohammed betrachten. Aleviten lehnen eine dogmatische Religionsauslegung ab, beten nicht in Moscheen und legen den Koran nicht wörtlich aus. Sie rücken den Menschen ins Zentrum ihrer Glaubensauffassung, die in gewisser Weise auch von einem pantheistischen Gedanken durchzogen ist. Vom türkischen Staat sind die Aleviten bis heute nicht als religiöse Minderheit anerkannt. (hei)

Warum ist Ihnen so sehr daran gelegen, dass der alevitische Glaube in Basel jetzt anerkannt wird? Atilla Toptas: Seit Jahren versuchen das Alevitische Kulturzentrum Regio Basel und die Kulturvereinigung der Aleviten und Bektaschi in Basel, dass ihre Glaubensgemeinschaft rechtlich anerkannt wird – bisher ohne Erfolg, weil unter anderem die Finanzverwaltung nicht den Bedingungen für eine Aufnahme entsprach. Nach der Minarettinitiative habe ich realisiert, dass die Einheimischen keinen Unterschied zwischen Muslimen und Aleviten machen; sie werfen alle in den gleichen Topf. Dabei haben beide einen sehr unterschiedlichen Glauben und Lebensstil.

Wie schätzen Sie zahlenmässig das Verhältnis zwischen Aleviten und Muslimen in Basel? In der Schweiz leben schätzungsweise mehr als 40'000 Aleviten. Davon wohnen etwa 5000 bis 6000 im Kanton Basel-Stadt. Ich schätze, dass unter den Türken und Kurden die Aleviten etwa 60 Prozent ausmachen. Die meisten Aleviten, die in Basel leben, stammen aus der Türkei. Weil in der Türkei das Alevitentum nicht anerkannt wird, werden alle Aleviten ab Geburt als zum Islam gehörend registriert. Der alevitische Glaube wurde bis vor wenigen Jahren aus Furcht vor Diskriminierung und Verfolgung nur im Geheimen praktiziert. Den Aleviten, die sich als eigenständige, nicht beim Islam anzusiedelnde Glaubensgemeinschaft definieren wollen, muss hierzu die Möglichkeit gegeben werden, und sie sollen als solche respektiert werden.

Ist mit der Anerkennung in rechtlicher oder finanzieller Hinsicht irgendetwas verbunden? Es gibt keine Ansprüche in irgendeiner Weise. Es ist einfach so, dass die Glaubensgemeinschaft gewisse verfassungsrechtliche Voraussetzungen zur öffentlich-rechtlichen Anerkennung erfüllen muss; dazu gehört der Religionsfrieden, die Respektierung der Rechtsordnung und eine transparente Finanzverwaltung. Für mich ist auch noch entscheidend, dass man als Alevit registriert ist. Ich möchte zum Beispiel, dass meine Tochter als Alevitin registriert ist und nicht als Muslimin. Das ist bisher nicht möglich. In der bisher durchgeführten Volkszählung gab es unter der Religionszughörigkeit keine separate Rubrik ‹Aleviten›. Und auch in der Einwohnerstatistik sind die Aleviten nicht separat vermerkt.

In welchen Ländern ist das Alevitentum anerkannt? In einigen Bundesländern Deutschlands sind die Aleviten öffentlich anerkannt – im Gegensatz zu islamischen Gemeinden –, ebenso in Dänemark und in Teilen Hollands und seit Kurzem auch in Österreich. Es gibt auch die Europäische Föderation der alevitischen Gemeinden. (Basler Zeitung)

Erstellt: 29.12.2010, 07:09 Uhr

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10 Kommentare

Nicolas Chabloz

01.01.2011, 01:13 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Die Aleviten in Basel sind ein extremer gut organisierter Zweig der kurdischen Arbeiterpartei. Über Basel wird das europäische Terroristen-Netzwerk (Geldwäsche via Restaurant, Drogenhandel, Prostitution, Menschenhandel) abgewickelt unter dem Dach von Glauben und Religion und mit Finanzerung und Unterstützung der Sozialhilfe Basel. Wie blöd kann man hier sein, Herr Toptas, ehrlich. Antworten


Morten Lupers

29.12.2010, 08:45 Uhr
Melden

Aus der Gewissheit heraus, dass ich für meinen (vermeintlichen) Glauben nicht verfolgt werde, finde ich die Registrierung einer Religion eher unnötig, aber wenn es Aussenstehenden hilft, das Konstrukt "Islam" als etwas lebendiges, heterogenes, widersprüchliches (und falsch verstandenes) zu begreifen, sollen sich doch alle Glaubensrichtungen separat definieren dürfen. Aleviten sowieso. Antworten



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