Basel
Massenentlassung: Fnac schliesst Basler Filiale
Von Joël Gernet/Jolanda Eggenberger. Aktualisiert am 19.02.2009 86 Kommentare
Nur bei der Eröffnung im April 2008 wurde die Fnac-Filiale von Kunden überrannt. (Bild: Dominik Plüss)
Die Fnac-Filiale in der Steinenvorstadt soll nur noch bis Ende März zum shoppen einladen. (Bild: Keystone)
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Am Mittwoch bekamen die Mitarbeiter der Basler FNAC-Filiale nach Arbeitsschluss mitgeteilt, dass ihnen per Ende März gekündigt werden soll. Für die «ausserordentliche Sitzung» wurde das Geschäft bereits um sieben Uhr, anstatt wie sonst üblich um acht Uhr geschlossen. Dies berichten Betroffene.
Kommunikationsleiterin der Fnac Basel, Eliane Meyer, bestätigt gegenüber baz.online die Schliessung der Filiale auf Ende März. Was danach mit dem Laden geschieht, ist noch offen. Meyer verspricht, dass für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter individuelle Lösungen gesucht werden sollen.
Man versuche für einige der 61 Mitarbeiter aus Basel, Arbeitsplätze in den Filialen der Romandie zu finden. Auch bei Conforama in Pratteln wird nach Jobs gesucht. Die Möbelkette gehört wie Fnac dem französischen Handels- und Luxusgüterkonzern PPR, der den Abbau von insgesamt 400 Stellen bei Fnac ankündigte.
Zudem existiert ein Sozialplan. Für Angestellte im Verkauf und an der Kasse sieht dieser einen Monatslohn vor. Kadermitarbeiter sollen zwei Monatssaläre erhalten.
Am 17. April 2008 eröffnete die Ladenkette Fnac (Fédération nationale d'achats des cadres) an der Steinenvorstadt 5 ihre erste Filiale in der Deutschschweiz. Zuvor wurde das ehemalige Spengler-Gebäude über Monate umgebaut. Auf 3'200 Quadratmeter entstand über acht Etagen verteilt ein Multimedia-Kaufhaus, das keine Wünsche offen lassen sollte. Mit dem Slogan «Kultur für Jedermann» wollte die Französische Ladenkette der Basler Konkurrenz die Stirn bieten. Offenbar vergeblich. Auch die knapp zwei Millionen Franken an Werbegeldern konnten das frühzeitige Ende nicht verhindern.
Wirtschaftliche Gründe
Der Basler Fnac-Ableger schliesst aus wirtschaftlichen Gründen die Pforten. Eliane Meyer: «Die Kunden, die in den Fnac kamen, waren zwar begeistert, aber die Kundenfrequenz war schlicht zu tief. Um wirtschaftlich zu rentieren, hätten doppelt so viele Kunden kommen müssen. Der vorgesehene Umsatz wurde nicht erreicht.» Zahlen dazu werden auch nach mehrmaligem Nachfragen keine bekannt gegeben.
Das «Wohlfühlkonzept», das Fabien Sfez, Generaldirektor Fnac Frankreich, zur Eröffnung der Basler Filiale letzten April versprach, hat in Basel nicht funktioniert. Dass die Verantwortlichen an der Steinenvorstadt 5 mit zu grosser Kelle angerichtet haben, lässt Kommunkationsleiterin Meyer nicht gelten. Fnac habe Filialen in acht Ländern und alle rentierten. Auch die Läden in der Romandie (zwei in Genf, einer in Lausanne und einer in Fribourg) in liefen gut. Warum das Fnac-Konzept in Basel kein Erfolg hatte, kann Meyer nicht beantworten: «Wir wollten in Basel etwas wagen. Dazu gehört jetzt halt auch, dass wir uns den Misserfolg eingestehen müssen.»
Expansion gestoppt
Seine Expansionspläne für die Deutschschweiz legt Fnac vorderhand auf Eis. Ausser in Basel hätten bis 2010 auch in Zürich, Bern, St. Gallen und Luzern Läden eröffnet werden sollen. Jetzt gebe es zunächst eine Denkpause von drei bis vier Jahren, lautete die Auskunft von Fnac.
(baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.02.2009, 15:46 Uhr
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86 Kommentare
Ist schon unglaubwürdig, wie auf dem Buckel von Tieflohn-MitarbeiterInnen Entscheidungen gefällt werden. War dem Mgmt nicht bereits bei der Planung bzw. Sondierung des "Marktplatzes Basel-Stadt" nicht klar, dass der ROI sich verzögern könnte. Offensichtlich hat die über Monate umgebaute Liegenschaft Bauunternehmen beschäftigt, aber was nun ? Antworten
Sehr schade! Aber eigentlich hat man diesen Schritt erwartet. Fnac hat es nicht geschafft, sich auf den deutschsprachigen Raum einzustellen. Das Sortiment ist chaotisch, unübersichtlich und zu teuer. Viele Preise gelten für Mitglieder (?), was das genau heisst, wird nicht erklärt. Man wollte in allen Bereichen dabei sein, aber nirgends mit einem "Vollsortiment". Schade, da wär mehr drin gewesen. Antworten
Basel
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