Basel

Mehr Flüchtlinge müssen unter Tag

Von Michel Ecklin. Aktualisiert am 21.11.2011 57 Kommentare

Weil der Platz fehlt, öffnet der Kanton eine weitere unterirdische Zivilschutzanlage für Asylbewerber. Doch dagegen regt sich Widerstand.

Die Sozialhilfe hält es nicht für angebracht, Asylbewerber unterirdisch einzuquartieren.

Die Sozialhilfe hält es nicht für angebracht, Asylbewerber unterirdisch einzuquartieren.
Bild: Keystone

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Noch wohnt in der Zivilschutzanlage St. Johann niemand. Doch demnächst dürften in der unterirdischen Anlage am Nordende des St.-Johanns-Parks Asylbewerber einziehen. Denn alle bisherigen Unterbringungsmöglichkeiten sind voll.

Um die Hälfte hat seit Anfang Jahr im Kanton Basel-Stadt die Anzahl Asylbewerber zugenommen, die durch die Sozialhilfe betreut werden. Dies entspricht der schweizweiten Zunahme, da der Bund die Bewerber anteilmässig auf die Kantone verteilt. «Wir spüren die Krise im Magreb», erklärt Jacqueline Lätsch, stellvertretende Leiterin der Basler Sozialhilfe. Was die Lage verschärft: Der Bund schiebt das Problem an die Kantone weiter. Seine Auffangzentren sind überlastet, weshalb er Asylbewerber schneller als üblich an die Kantone weiterleitet.

Weitere 80 unterirdische Betten

Seit Mitte Juni mietet die Sozialhilfe im Park im Grünen eine Zivilschutzanlage mit 80 Plätzen. Doch diese ist voll. Deshalb sollen aller Voraussicht nach weitere 80 unterirdische Betten im St. Johann genutzt werden. Dabei hält es die Sozialhilfe eigentlich nicht für angebracht, Asylbewerber unterirdisch einzuquartieren. «Es ist kein haltbarer Zustand, die Leute für Monate unter Tage zu halten», sagt Lätsch. Für Asylbewerber stehen unter gewöhnlichen Umständen Zimmer zur Verfügung, verteilt in der ganzen Stadt. Doch die sind schon lange voll. Zusätzliche Wohnungen zu mieten, sei schwierig, sagt Lätsch. «Der Basler Wohnungsmarkt ist zu ausgetrocknet.» Kantone mit mehr Fläche hätten mehr Unterbringungsmöglichkeiten als Basel-Stadt.

Dabei kostet die Nutzung von Zivilschutzanlagen den Kanton gleich viel wie gewöhnliche Wohnungen. Die Sozialhilfe muss die Anlagen an die Unterbringung von Asylbewerbern anpassen und die Betreuung und Miete zahlen, gleich viel wie andere Nutzer von Zivilschutzanlagen. Der Bund zahlt den Kantonen für jeden Asylbewerber eine Pauschale, die aber nicht die ganzen Kosten abdeckt. Den Rest übernehmen die Kantone.

Widerstand aus Quartier bremst

Einen Strich durch die Planung der Sozialhilfe machen die Gegner des geplanten Asylheims beim Felix-Platter-Spital. «Selbstverständlich rechneten wir damit, Asylbewerber dort unterzubringen, damit sie nicht unter Tage untergebracht werden müssen», sagt Lätsch. Unter den Bewerbern befänden sich Traumatisierte, für sie wäre der Standort beim Spital optimal. «Der Widerstand aus dem Quartier bremst uns ganz klar», stellt Lätsch fest. Ursprünglich wollte man nur jüngere, alleinreisende Männer unterirdisch unterbringen, «sie halten das besser aus als Familien mit Kindern». Doch das dürfte jetzt schwierig werden.

Die Frage, wie viele Aufnahmekapazitäten Basel-Stadt maximal zur Verfügung stellen könne oder müsse, stellt sich für Lätsch nicht. «Wir können nicht wählen, wie viele Leute kommen. Sie werden uns einfach zugeteilt.» Ob die Zunahme der Asylbewerber sich 2012 fortsetze, könne niemand voraussagen.

Der Andrang hänge von der Situation in Krisengebieten, von der Umsetzung des Dublin-Abkommens und von der Rückübernahmebereitschaft einiger Länder ab. Erfahrungsgemäss steigt die Anzahl Asylbewerber im Winter, das dürfte auch in den kommenden Monaten so sein. Deshalb ist die Sozialhilfe auf der Suche nach neuen Möglichkeiten zur Unterbringung von Asylbewerbern. «Wir haben einige Szenarien erarbeitet», sagt Lätsch, «sie sind aber noch nicht spruchreif.». Klar ist für sie bereits jetzt: «Zivilschutzanlagen können keine dauerhafte Lösung sein.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 21.11.2011, 07:14 Uhr

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57 Kommentare

Bosshard Matthias

21.11.2011, 08:46 Uhr
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Ich musste als Soldat auch manche Stunde in Zivilschutzanlagen schlafen und Leben, wo ist das Problem!
Wir müssen einmal aufhören mit dem Hotel Schweiz!
Wem es nicht passt, kann gerne weiterziehen. Die meisten sind eh Wirtschaftsflüchtlinge.
Es müssen auch endlich die Anreize gestrichen werden. Hilfe ja , aber kein Geld, kein Nachzug Verwandter oder Familie!
Antworten


karl stöcklin

21.11.2011, 10:07 Uhr
Melden 83 Empfehlung

schickt diese jungen männern aus den mittelmeerländern nach hause . sie sollen dort in ihre ländern demokratisch aufbauen . besser als uns zu belästigen . Antworten



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