«Es kamen regelmässig vereinzelte Leute»

Von Joel Gernet. Aktualisiert am 07.08.2009 5 Kommentare

Noch bis 21 Uhr wird der Kleinbasler «Alban Market» von Carrotmobbern heimgesucht. Bis kurz vor Feierabend blieb der Grossansturm jedoch aus. Mit einem «umgekehrten Boykott» soll der Ladenbesitzer zum Energiesparen ermuntert werden.

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Gut gelaunt zum Einkauf: Die ersten Carrotmobber decken sich kurz vor Mittag mit Essen und Getränken ein. Bitte weiterblättern…
Joël Gernet

   

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«Vielleicht können wir noch die eine oder andere Person vor dem Coop abfangen», sagt Carrotmob-Mitorganisator Raphael Faeh und wedelt mit den Flugblättern. Beworben hat das Carrotmob-Team den Anlass bisher vorwiegend im Internet – via Facebook und Twitter. Doch letztgenanntes Portal holpert ausgerechnet an diesem Morgen.

Trotzdem haben bis zur Mittagszeit schon Dutzende Carrotmobber den Weg zum Alban Market gefunden. «Gits kai Kebap?», fragt ein hungriger Kunde, als er den Laden betritt. Der Junge Mann wird nicht fündig – der Alban Market verkauft nämlich Balkan-Spezialitäten.

Gemässigter Kunden-Ansturm

Zwischen den Kunden schlängelt sich eine beachtliche Anzahl Journalisten durch die engen Gänge des Quartierladens. Sie möchten den ersten Schweizer Rüeblimob offensichtlich nicht verpassen.

Bis kurz vor Feierabend bleibt der Grossansturm der Kunden jedoch aus: «Es kamen regelmässig vereinzelte Leute», fasst Raphael Faeh den Nachmittag zusammen. Rund 400 Mobber und einen Umsatz von etwa 4000 Franken verzeichnet der Alban Market bis 17.15 Uhr. Von der erhofften «Verdoppelung des Umsatzes» kann jedoch noch nicht die Rede sein: «Da müssen wir am Abend noch Gas geben», erklärt Faeh.

Bazonline-Leser sind geteilter Meinung

«Wir praktizieren den umgekehrten Boykott, organisieren unseren Konsum und belohnen dadurch Geschäfte», erklären die Organisatoren des Basler Carrotmobs auf ihrer Homepage. In Basel wollen die Carrotmobber Fadil Jakupaj vom Alban Market einen möglichst hohen Umsatz zu bescheren. Dieser soll dann zu 51 Prozent in energieeffiziente Massnahmen investiert werden – zum Beispiel in Energiesparlampen.

Gemischte Reaktionen löste ein früherer Artikel über die Idee des Carrotmob bei bazonline-Lesern aus: «Diese jungen Leute fliegen alle mit dem Flugzeug in der Welt herum und möchten dann mit ein paar ökologisch fragwürdigen Energiesparlampen das Klima retten», kritisiert etwa Peter Sanders. Marianne Gautschi hingegen kontert: «Eine super Idee. Was gibt es da zu klönen? Junge Menschen, die denken und etwas bewegen sollte man loben».

Mehr zum Thema können sie morgen Samstag in der Basler Zeitung lesen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.08.2009, 17:52 Uhr

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5 Kommentare

thomas canali

07.08.2009, 12:39 Uhr
Melden

Geniale Idee. Niemand kommt zu Schaden und am Ende kommt noch was sinnvolles dabei heraus. Menschen die das noch versuchen "schlecht" zu machen kann man gar nie was recht machen. Antworten


Carol Kunzi

07.08.2009, 13:16 Uhr
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Fantastische wie das die Studenten von HyperWerk wieder auf die Beine gestellt haben. Das alles was ich mir wünsche findet man in der Aktion vor: Integration, Partitzipation und Kommunikation!! Und erst noch alles der Umwelt zugute. Antworten



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