Basel
Mit Filzhut und Gamsbart, aber ohne Weisswurst
Von Mischa Hauswirth und Martin Regenass. Aktualisiert am 23.02.2012 2 Kommentare
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Die Sonne ist zu schön und zu warm, um sie nicht zu geniessen. Die Fans des FC Bayern machen es sich vor dem Spiel gegen den FC Basel in der Innenstadt gemütlich, trinken Bier (was sonst?), doch die Weisswurst lassen sie bleiben. Das liegt nicht daran, dass ihnen die Schweizer Kalbswürste nicht schmecken würden. «Aber ein echter Bayer isst am Aschermittwoch keine Wurscht», erklärt ein Fan.
Bei einigen Bayern-Fans kommt dann schon fast Biergartenstimmung auf, als sie vor dem Café Huguenin in der warmen Vorfrühlingssonne sitzen, die Waderl ausstrecken und ein grosses Weizenbier trinken. Bei Matthäus Hammerl und Daniel Paschen aus Oberbayern zum Beispiel. Hammerl, ausgerüstet mit Filzhut und Gamsbart sowie in handbestickter Tracht aus Lederhosen und Wadenwärmern, geht praktisch an jedes internationale Auswärtsspiel der Bayern. Dafür gebe er pro Jahr zwischen 10 000 und 20'000 Euro aus, erzählt Hammerl. Immer mit dabei hat er eine Kuhglocke, um seine Mannschaft anzufeuern. Vor dem Spiel ist er optimistisch, was das Resultat gegen den FC Basel anbelangt: «Wenn ich mit der Glocke Gas gebe, dann verlieren wir nicht», sagt Hammerl. Sein Tipp: zwei zu eins für die Bayern.
München-Basel mit dem Bus
Viele der Bayern-Fans trudeln erst in der zweiten Nachmittaghälfte in Basel ein. Die meisten kommen mit Bussen, die, organisiert von den Fanclubs des FC Bayern München, die Strecke nach Basel fuhren – und treten in der Nacht wieder die Rückreise Richtung Freistaat an. Jim ist zwar kein Bayer, sondern ein Engländer, aber wegen der Münchner Fans in die Stadt gekommen. Jim verkauft Schals. Das Geschäft mit den bestickten Schals will jedoch nicht so richtig in die Gänge kommen. Eine, die einen Schal kauft, ist die Schülerin Andrea aus dem Aargauer Freiamt. «Ich habe die 15 Franken nur bezahlt, damit ich morgen meine Kollegen, FC-Luzern-Fans, ärgern kann.»
Nichts von der Aschermittwoch-Wurstabstinenz wissen wollen Franz-Josef, Sonja, Hilde, Peter und Sebastian aus München. Sie sitzen bei Wurstsalat und Pommes im «Braunen Mutz» und bestellen die zweite Karaffe Ueli Bier. «Das Bier könnte etwas herber sein», findet Sonja. Sie glaubt, dass die Bayern gewinnen, und weiss auch warum: «Bayern-Trainer Jupp Heynckes hat mit Shaqiri telefoniert und ihm das Toreschiessen verboten.»
Schlägerei verhindert
Im Gegensatz zum September 2010, als Bayern in Basel zum letzten Mal zu Gast war, kommt es zu keinem grossen Zwischenfall. Die Polizei hat sich mit einem grossen Aufgebot auf den Besuch der Bayern-Fans vorbereitet und patroulliert auffällig oft durch die Steinenvorstadt und rund um den Barfüsserplatz.
Vor dem Pickwick-Pub kommt es nur ganz kurz zu einer angespannten Situation: Ein paar halbwüchsige Basler Fans seien auf einen 14-jährigen Bayern-Fan losgegangen, sagt Bayern-Fan Martin. Basler Zivilpolizisten greiffen rasch ein, verhindern damit eine Schlägerei. Sie führen die Jugendlichen in eine Seitengasse und kontrollieren sie. Bayern-Fan Martin hat den ganzen Vorfall selber beobachtet. Sein Urteil fällt deutlich aus: «Das macht man als anständiger Fan einfach nicht», sagt er. «So was ist kindisch und peinlich.» (Basler Zeitung)
Erstellt: 23.02.2012, 07:22 Uhr
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2 Kommentare
Sowas macht man wirklich nicht! Bin da genau Martins Meinung. Aber ich finde, dass man einfach mal hätte schreiben können, dass alles friedlich war anstatt so eine Lappalie überhaupt zu erwähnen. Und ganz nebenbei, entweder ist bei "greiffen" ein "e" oder ein "f" zuviel. Wenn das "e" zuviel ist, muss es nach dem Komma noch "verhinderten" heissen. Antworten
Basel
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