Basel
Mittlere Brücke wird autofrei
Aktualisiert am 12.01.2011 70 Kommentare
Planungsgebiet: Die Basler Innenstadt soll neu beschildert und teilweise ein anderes Verkehrsregime erhalten. Grafik: BaZ/reh
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Das Konzept mit Markierungen und Schildern sowie der Evaluation mechanischer Sperren wurde vom Grossen Rat am Mittwoch mit grossem Mehr bewilligt. Separat hiess der Rat ebenso die Erweiterung im Kleinbasel mit Verbot des motorisierten Individualverkehrs (MIV) auf der Mittleren Brücke gut - dieses umstrittene Vorhaben sollte nicht das ganze Konzept blockieren.
Strikt gegen das neue City-Verkehrskonzept plädierte die SVP. Ihr Nichteintretensantrag blitzte mit 18 zu 61 Stimmen ebenso klar ab wie Änderungsanträge. Alle anderen Fraktionen standen hinter dem Gesamtkonzept - mehr oder weniger enthusiastisch. Gegen die Brückensperrung für den MIV war auch eine CVP-Mehrheit.
Mehrere Voten von Links wie Rechts verwiesen darauf, dass die allermeisten anderen Städte längst echte Fussgängerzonen kennen, wie sie das Konzept Basel bescheren soll. Die sonst eher MIV-freundliche LDP etwa sprach von einem «gangbaren Weg», forderte aber weiter eine sonstige gute Erreichbarkeit der Innerstadt.
Klare Mehrheiten
Die FDP regte an, die zentrale ÖV-Achse Barfüsserplatz-Fischmarkt auch vom Öffentlichen Verkehr zu befreien. Auch dieser Antrag blieb mit 29 zu 55 Stimmen chancenlos. Am Ende wurde das Konzept mit 60 zu 24 Stimmen beschlossen, die Kleinbasel-Erweiterung samt Brückensperrung mit 53 zu 28 Stimmen.
Das Verkehrskonzept vereinheitlicht und vereinfacht die Beschilderung, zudem auch die Gewerbe-Anlieferzeiten. Heute muss man in Basel im Vorbeifahren teils üppige Schilder lesen, manche mit Wechselanzeigen. Die Vereinfachung soll denn auch den Vollzug durch die Polizei erleichtern.
Konkret wird innerhalb des City-Rings das ganze Stadtzentrum zur Tempo-30-Zone mit Parkverbot - heute gilt Tempo 50. Tempo 30 gilt neu auch für den gesamten öffentlichen Verkehr. Im City-Kern werden Fussgängerzonen mit allgemeinem Fahrverbot erweitert. Auch auf Veloachsen hat man zu Fuss Vortritt.
Parking-Brücken-Deal
Das Konzept soll innert drei Jahren schrittweise umgesetzt werden. Offen ist, ob mechanische Sperren wie ausfahrbare Poller die Innenstadt vor unzulässigen Autofahrten schützen sollen. Oben am Spalenberg wird eine solche für einen Praxisversuch vorbereitet; eine Ratsvorlage dazu soll 2013 auf den Tisch kommen.
Die MIV-Sperrung der Mittleren Brücke war zusammen mit einem neuen Parkhaus im Raum Aeschen zentraler Teil eines Grossrats- Kompromisses 2008 gewesen. Der Rat hatte damals Leitplanken für eine Fussgängerzone beschlossen, nachdem er von der Regierung beantragte 3,4 Millionen Franken für neue Wechselschilder abgelehnt hatte.
Zu den Leitlinien gehörten diese Brücken-Sperrung und das Parkhaus. Die aktuelle Regierungsvorlage überlässt mögliche Verknüpfungen dem Parlament. LDP und FDP pochten denn nun auch auf der Realisierung eines neuen Parkings. Baudirektor Hans-Peter Wessels versprach vor dem Rat ein solches beim Kunstmuseum mit rund 350 Plätzen. (jg/sda)
Erstellt: 12.01.2011, 18:40 Uhr
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70 Kommentare
Grundsätzlich eine gute Idee - noch besser wäre jedoch Auto- und Velofreie Fussgängerzone! Wie sich ein Teil der Velofahrer schon heute verhält, kann sich ein jeder tagtäglich selbst vor Augen führen, wie ist das denn erst wenn die Strassen "autofrei" sind, wird dann die Polizei endlich auch die "lieben" Velofahrer mal ins Auge nehmen? Aber wie gesagt ist eine "richtige" Fussgängerzone toll. Antworten
Wenn ich ehrlich sein soll, verstehe ich den Nutzen nicht! Es ist ja nicht so, dass jetzt die Mittlere-Brücke von Fusgängern überflutet wird. Dagegen spricht schon alleine, dass nachwievor Trams und Busse verkehren. Die Strasse bleibt, die Trottoirs bleiben, wieso also den Verkehr ausgrenzen? Es gibt da noch ein "Nebeneinander"! Wie aber Herr Wächter richtig sagt - wir verbieten! Schöne Tolleranz! Antworten
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