Basel

Neuer Anlauf für Tramhäuschen am Marktplatz

Bis anhin scheiterten ähnliche Projekte am Veto der Stadtbildkommission. Ohne Einsprachen könnte nun aber schon bald gebaut werden.

Auf beiden Seiten sollen neue Tramhäuschen die auf dem Marktplatz wartenden Passagiere schützen. (Visualisierung BVB)

Auf beiden Seiten sollen neue Tramhäuschen die auf dem Marktplatz wartenden Passagiere schützen. (Visualisierung BVB)

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Auf dem Marktplatz sollen zwei Wartehallen des Modells «Parapluie» aufgestellt werden. Die Denkmalpflege hat das Projekt genehmigt. Aber braucht es die beiden neuen Wartehallen überhaupt?

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Wer auf dem Marktplatz auf das Tram wartet, steht je nach Wetter im Regen. Kein Tramhäuschen bietet Schutz vor der Witterung. Auf der Seite in Fahrtrichtung Barfüsserplatz drücken sich die Passagiere deshalb in die Laden- und Hauseingänge. Diese Möglichkeit bleibt jenen verwehrt, die auf Trams Richtung Schifflände warten. Das soll sich nun ändern. Die BVB wollen auf dem Marktplatz zwei neue Wartehallen bauen. Als Standorte sind der Platz vor den Liegenschaften Marktplatz 17 und 18 sowie gegenüber der Einmündung Sattelgasse vorgesehen. Zum Zug kommt die Duplex-Variante des sogenannten Parapluie, der 2006 aus einem Wettbewerb als Sieger hervorgegangen ist. Ab heute liegen die Pläne im Baudepartement auf. Das Modell koste 40'000 Franken, erklärt BVB-Sprecherin Dagmar Jenny. Dazu kommen noch Kosten für Fundament, Bewilligungsverfahren und Leitungen in der Höhe von 15'000 Franken.

Damit unternehmen die BVB einen neuen Versuch, auf dem Marktplatz Tramhäuschen zu bauen. In der Vergangenheit wehrte sich vor allem die Stadtbildkommission gegen das Ansinnen. Die Kommission hatte Einsitz in der Jury, die schliesslich das Wartehallenmodell Parapluie auserkoren hatte. Die Denkmalpflege wirkte ebenfalls mit. Dies sei aber kein Freipass, das Tramhäuschen überall aufzustellen, wurde damals betont. Architekt und Jurymitglied Andreas Wenger betonte, dass es für den Marktplatz «eine massgeschneiderte Speziallösung» brauche.

Kein Widerstand

Die Bedenken waren aber offenbar unbegründet. «Die Denkmalpflege hat das Projekt genehmigt», sagt deren Leiter Alexander Schlatter auf Anfrage der BaZ. Es handle sich um einen viel geäusserten Wunsch: «Die Tramhäuschen sind schon lange gewollt.» Die Denkmalpflege sei der Meinung, dass die Wartehallen formal extrem minimalisiert seien, «weniger geht gar nicht». Aus Schlatters Worten ist herauszuhören, dass die Genehmigung nicht mit Begeisterung erteilt wurde, «es handelt sich aber um eine offensichtliche Notwendigkeit», so Schlatter.

Fraglich ist noch, ob allenfalls Anwohner einsprechen. Ausschliessen will Jenny das nicht. Aber: «Wir erwarten keinen Widerstand.» Die Kontakte mit Privaten und Ladeninhabern seien sehr gut gewesen. Letztere würden sich eine bessere Zirkulation vor ihren Geschäften erhoffen, wenn die Eingänge nicht mehr versperrt werden. Auch mit den zuständigen Amtsstellen habe die Zusammenarbeit gut funktioniert. «Es ging rasch, bis wir die Bewilligung hatten», sagt Jenny.

Möglich ist auch noch eine Einsprache des Heimatschutzes. Geschäftsführer Paul Dilitz erklärt, dass man das Thema noch nicht diskutiert habe, «wir werden es uns aber anschauen». Mehr könne er nicht sagen. Obmann Robert Schiess war gestern nicht erreichbar. Ohne Einsprachen sollen die Tramhäuschen in den Sommerferien realisiert werden. (Basler Zeitung)

Erstellt: 17.03.2010, 07:38 Uhr

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20 Kommentare

Roland Di Dario

17.03.2010, 16:41 Uhr
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@ Hans Kohler, bravo! Bin sicher, wie wir sehen das viele. Es kann doch nicht sein, dass man viel Geld verpulvert - diese 'Kunstwerke' sind doch bestimmt kostspielig - und es dann (immer bei viel Regen!) viel Wasser auf den Bänkli hat. Dann habe ich lieber so alte (aber urchige) Tramhäuschen wie am Wettsteinplatz, früher Dreispitz (als es noch war) oder Endschlaufe 8er Tram Neuweilerstrasse. Antworten


Pat Merz

17.03.2010, 14:22 Uhr
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@Roland Di Dario: Ich habe meinen Beitrag nicht auf Sie bezogen, sondern der war allgemein gemeint ... bitte wieder abregen. Antworten


Hans Kohler

17.03.2010, 13:58 Uhr
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Ich stimme Roland Di Dario, 11:39 Uhr, zu. Wenn die Tramhäuschen ausschliesslich künstlerische Objekte darstellen, die das Motto "Die BVB lässt Ihre Kunden bei Wind und Wetter im Regen stehen" visualisieren sollen, dann verzichte ich gerne auf diese teure Platzverschwendung. Traurig, wenn ein Regenschirm mehr Schutz bietet, als ein beifallheischendes Irgendwas! Antworten


Wendolin Wille

17.03.2010, 13:38 Uhr
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wird auch langsam Zeit Antworten


Roland Di Dario

17.03.2010, 13:12 Uhr
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@ Pat Merz - OH, darauf wäre ich nun echt nicht gekommen! Sie scheinen nicht begriffen haben, was ich meine. Die Fläche auf der Sitzbank ist pflotschnass, oft eine grosse Wasserlache! Dann also den Regenschirm drauf legen und mich drauf setzen. Na schön. Ich habe einfach keine Lust, an Tram- oder Bushaltestellen lassen stehen zu müssen, und in eine Pfütze zu sitzen? Zeitungen mitnehmen also? Antworten


Louis Müller

17.03.2010, 13:08 Uhr
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Unbedingt benötigt wird auf dem Marktplatz kein Tramhäuschen. Doch wenn man welche baut, dann sollten diese wenigstens genügend Platz bieten. In dem abgebildeten Unterstand können knapp 5 Personen sitzen/stehen. Die Idee von Herr M. Schwarz finde ich toll! Weniger Staus und somit schnelleres passieren der Innenstadt. Antworten


Pat Merz

17.03.2010, 12:55 Uhr
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Ähmm .... für den Schlechtwetterfall gibt es eine kostengünstige Individuallösung. Ist einfach in der Anschaffung und quasi gratis im Unterhalt. Nennt sich REGENSCHIRM. Antworten


Peter Heiniger

17.03.2010, 12:33 Uhr
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Also wenn schon Wartehäuschen, dann wenigstens auf jeder Seite genügend. Es handelt sich schliesslich um eine Doppelhaltestelle. Antworten


Kevin Käser

17.03.2010, 12:06 Uhr
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@Markus Schwarz: Super Idee! Noch besser wäre, wenn die Trams dann noch zwischen Barfi und Schifflände unterirdisch führen. Erst dann würde der Marktplatz den Namen Platz überhaupt verdienen. Antworten


Roland Di Dario

17.03.2010, 11:49 Uhr
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Regen macht schön? Mag sein. Und die Haare wachsen wohl auch schneller... Spass beiseite. Nein, es ist unmöglich, in diesen Bänkli drin zu sitzen, wenn sie pflotschnass sind. Vor allem jetzt im Winter - Regen und kalt: brrrrrr!!! Also bitte diesen Unsinn am Marktplatz vermeiden! Es reicht, dass der schöne Marktplatz schon mit einer Fastfood-Bude verschandelt ist. Investieren wir das Geld besser! Antworten


Abdul R. Furrer

17.03.2010, 11:42 Uhr
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Eigentlich erstaunlich, dass die Stadtbild- und Denkmal-Wächter diesen hässlichen grünen Aquarien zustimmen statt mit Vehemenz sich harmonisch ins Stadtbild einfügende Kabäuschen aus Vogesen-Sandstein zu fordern. Aber im Ernst : Regen macht bekanntlich schön und in der Stadt gibt es noch unzählige Haltestellen ohne Unterstände, also kann auch auf diese ohne Weiteres verzichtet werden. Antworten


Roland Di Dario

17.03.2010, 11:39 Uhr
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Bin dagegen. Warum? Wenn dies kommt, dann gibt's wohl keine Bänkli mehr. Sehen wir mal die neue Tramhaltestelle beim Kunstmuseum an. Das Bänkli vor dem Antikenmuseum - verschwunden! Stattdessen muss man nun so 'stehhocken' bzw. 'hockstehen' im Häuschen drin - blöd! Wer will sowas? Und dann Beispiel Wettsteinplatz: Wenn's regnet, regnet's herein/aufs Bänkli. Konnte man das nicht absehen? Unmöglich! Antworten


Hugo Reichmuth

17.03.2010, 10:51 Uhr
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Angesichts der architektonischen Monstrositäten zwischen Rathaus und altem Globus und dem überdimensionierten, potthässlichen Mövenpick-Gebäude ist dieser Widerstand einfach nur kleinkariert. Bin selber im Heimatschutz und finde es peinlich, wenn hier Zeit & Geld verschwendet würde.. Wir täten gut daran, uns für den Abriss der besagten Gebäude einzusetzen. Besser moderne Architektur als schlechte. Antworten


Henry Berger

17.03.2010, 10:45 Uhr
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@Markus Schwarz: Guter Vorschlag! Mir ist es auch schleierhaft, wie so es so viele Tramstationen in zu nahem Abstand gibt, eine radikale Aufhebung von Haltestellen würde den Tramverkehr in der Innerstadt enorm beschleunigen. Bei einer Tramfahrt vom Claraplatz bis an den Bahnhof steht man ungleich viel länger an Stationen oder im Tramstau, als die eigentliche Fahrt ausmacht! Antworten


Markus Schwarz

17.03.2010, 09:52 Uhr
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Gegenvorschlag: Haltestellen am Marktplatz aufheben. Bis zur Schifflände sind's 100 Meter. Dann ist der historische und denkmalgeschützte Platz endlich von den endlos langen Tramkompostitionen geräumt. Die grün, gelben Barrieren nerven noch mehr, als ein Tramhäuschen! Antworten


Dominik Hasler

17.03.2010, 09:24 Uhr
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Am Barfi hat es auch nur einseitig einen Unterstand, an der Schifflände gar keinen. Es gibt noch viele Stationen ohne Unterschlupf... Warum muss ausgerechnet am Marktplatz ein Häuschen her? Wenn es wirklich regnet finden sowieso nicht mehr als 15 Personen darunter Platz. Ein bisschen Regen hat noch niemandem geschadet.... Antworten


Daniele Maurer

17.03.2010, 09:08 Uhr
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Es erstaunt immer wieder aufs Neue, mit was für Widerständen selbst für offensichtliche Notwendigkeiten, wie ein simples Tramhäuschen auf dem Marktplatz hier in Basel gerechnet werden muss. Antworten


alexandra westermann

17.03.2010, 08:49 Uhr
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Wenn eine ältere Stadtdame mit ihren drei frisch frisierten Schosshündchen Platz einnimmt,ist das Kabinchen schon voll ausgenützt.Wo sollen die anderen Dutzende warten. In dieser Grösse nur Geld weg geworfen-egal die Stadt hat es ja. Antworten


Kurt Kamber

17.03.2010, 08:45 Uhr
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Man könnte doch einfach um die beiden Strassen-Lampen ein rundes Glasdach anhängen! Antworten


Werner Schweizer

17.03.2010, 08:24 Uhr
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Die wartenden Tram-Passagiere brauchen keine Speziallösung sondern einen, vor schlechter Witterung schützenden, Unterstand. Antworten



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