Basel

Neuer Anlauf für eine Parkraumbewirtschaftung

Von Patrick Marcolli. Aktualisiert am 11.08.2010 6 Kommentare

Die weissen Gratisparkplätze sollen in der Stadt verschwinden – nur nicht gleich überall. Diese Ansicht vertritt der Gewerbeverband.

Entlastung: Weniger Pendler- und Suchverkehr sowie weniger parkierte Autos auf Allmend gehören zu den Zielen des Gewerbeverbands.

Entlastung: Weniger Pendler- und Suchverkehr sowie weniger parkierte Autos auf Allmend gehören zu den Zielen des Gewerbeverbands.
Bild: Elena Monti

Umfrage

Der Gewerbeverband Basel-Stadt hat gestern seinen 7-Punkte-Plan für die Parkraumbewirtschaftung präsentiert. Finden Sie diese Vorschläge gut?

Ja

 
58.0%

Nein

 
42.0%

324 Stimmen


Links

Artikel zum Thema

Stichworte

Für Gewerbedirektor und FDP-Nationalrat Peter Malama ist klar: Basel kann es besser machen. Mit diesem Slogan trat er im Juni erfolgreich gegen die von Regierung und Parlament ausgearbeitete Parkraumbewirtschaftung an. Mit dem Slogan «Basel macht es sieben Mal besser» präsentierte er gestern, sekundiert vom Riehener Gewerbler Marcel Schweizer, von Verbands-Vizepräsidentin Lucie Trevisan und Petra Studer, Leiterin Politik des Verbands, seinen eigenen Massnahmenkatalog in der Parkraumfrage. Er mache damit einen Schritt auf den politischen Gegner zu, sagte Malama. Dies sei «sein Beitrag zum Mobilitätsfrieden» in der Region. Zwei der wichtigsten Grundsätze des Gewerbeverbands sind letztlich identisch mit dem Willen von Parlament und Regierung: Auf Quartierstrassen soll es weniger Suchverkehr geben und die Allmend soll von parkierten Autos entlastet werden. Ebenso gefördert werden sollen neue Park-and-ride-Anlagen rund um die Stadt Basel. Diese Anlagen sollen, so sah es auch die vom Volk verworfene Vorlage vor, mithilfe eines Fonds durch Basel-Stadt langfristig vorfinanziert werden. Dies verlangt auch die im Juni von Wirtschaftsvertretern eingereichte Park-and-ride-Initiative.

Regionale Gewerbekarte

In wesentlichen Punkten unterscheidet sich Malamas Vorstoss vom «alten» Parkraumbewirtschaftungskonzept. So drängt der Gewerbeverband auf die Einführung einer regionalen, also insbesondere mit dem Baselbiet koordinierten Gewerbekarte. Wichtig ist für Malama, dass die Kosten für die Parkkarte sich «aus dem nachgewiesenen tatsächlichen administrativen Aufwand» sowie den Kosten der Allmendnutzung berechnen – und keine politischen Lenkungsabgaben enthalten. Diese seien bei den Pendlerparkkarten hingegen durchaus erwünscht. Basel-Stadt soll ausserdem die «restriktiven Bestimmungen» zum Bau von neuem, privatem Parkraum (Anwohner und Unternehmen) lockern. Dies verlangt auch die hängige Parkraum-Initiative.

In folgenden weiteren Punkten unterscheiden sich die Vorschläge des Gewerbeverbands von der abgelehnten Vorlage von Parlament und Regierung:

  • Quartiere und Gebiete wie das Bruderholz, die keinen Parkplatzdruck kennen, sollen vorerst von der Parkraumbewirtschaftung ausgenommen werden. Die Regierungsvorlage sah eine flächendeckende Bewirtschaftung vor.
  • Die Verwaltung soll prüfen, ob Management und Durchsetzung der Bewirtschaftung nicht an eine private Firma übertragen werden kann. Jedenfalls, so Malama, sollen möglichst wenige neue Staatsstellen geschaffen werden. Die alte Vorlage ging von insgesamt 35 neuen Stellen aus.
  • Privater Parkraum soll vermehrt öffentlich genutzt werden können. Der Gewerbeverband will eine Plattform zur Vermittlung des privaten Parkraumangebots schaffen.
  • Anwohner sollen Parkkarten für ihr Wohngebiet und ein zweites Postleitzahlgebiet ihrer Wahl kaufen können. Regierung und Parlament wollten die Wahlkarte auf ein angrenzendes Gebiet beschränken.
  • Zwar will sich der Gewerbeverband nicht auf genaue Preise für Parkkarten festlegen. Er will jedenfalls tiefere Preise und unterscheidet grundsätzlich zwischen Karten, die zwingend benötigt werden und günstiger sein sollen (Anwohner und Gewerbe) und jenen für Pendler mit einer Alternative (etwa Park and Ride).
(Basler Zeitung)

Erstellt: 11.08.2010, 07:43 Uhr

6

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

6 Kommentare

peter meier

11.08.2010, 12:16 Uhr
Melden

Malama + C0. eigentlich habe ich Euch für schlauer gehalten...!!! Antworten


Rolf Stöckli

11.08.2010, 15:38 Uhr
Melden

Ich hätte eigentlich nur eine Frage: Weshalb zahlen wir in Basel eigentlich noch Autosteuern? Gegenleistung = 0,0000% Brauche ich das Auto um in die Stadt zu gehen, z.B. Einkauf schwerer Teile = ZAHLEN! Gehe ich Freunde besuchen, Parkplatz suchen = ZAHLEN! Benutze ich die Strasse = unnötige und schikanöse Polizeikontrollen! Fahre ich = viele offene und noch mehr versteckte Radarkontrollen!!! Antworten



Basel

Populär auf Facebook Privatsphäre

Verzeichnis

Werbung

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!