Neuer Besucherrekord beim BScene-Festival

Von Marc Krebs. Aktualisiert am 29.03.2010

Zwei Nächte, neun Bühnen, 8000 Besucher: Die 14. Ausgabe des Basler Clubfestivals geht mit einem Publikumsrekord in die Geschichte ein. Und lässt dennoch Wünsche offen.

The Paces rocken am Basler Clubfestival in der Reithalle.

Dominik Plüss

«Singen/Feiern/Lieben»: Der Slogan riecht nach Räucherstäbchen und würde zu einem Hare-Krishna-Stand an der Street Parade passen. Gehört heuer aber zu BScene, dem Basler Clubfestival. «Eine diffuse Sehnsucht nach Auflehnung» hatten die Macher im letzten Jahr im Freundeskreis ausgemacht und luden mit der 14. Ausgabe zur «friedlichen Rebellion». Diese blieb in der Umsetzung aber irgendwie … diffus. Zwar zogen 8000 Menschen von Club zu Club – neuer Rekord –, aber die Aufbruchstimmung war im Herbst bei der besetzten Village Sauvage in Riehen spürbar grösser.

BScene ist etabliert, ein sicherer Wert. Politische Statements werden vor den Clubs abgegeben: Junge Menschen sammeln Unterschriften für die Petition «Popstadt Basel retten». Diese fordert vom Stadtkanton einen grossen Konzertsaal – sprich: eine Aufrüstung des Basler Volkshauses. Ausgerechnet jenes Lokal, das in den letzten zwölf Monaten die meisten Grosskonzerte durchgeführt hat, steht an diesem Wochenende im Zeichen des Blues – für BScene wie auch für das Volkshaus eine verpasste Chance.

Der Weg führt über die Grössten

Aufregend wäre es auch gewesen, hätte man die zwischengenutzte Satisfactory an der Utengasse als Bindeglied zwischen Sudhaus und Kaserne integriert. Oder einige Keller zu Off-Spaces deklariert. Neue Orte und überraschende Ideen würden einem Festival guttun, das Gefahr läuft, es sich bequem einzurichten. Abgesehen vom Rahmen macht der Inhalt aber immer wieder Freude. So vieles zu entdecken: Andrea Wellard etwa, Kanadierin mit Wohnsitz Baselland und Auftritt im Parterre. Stark die Stimme, schön ihr kammermusikalischer Pop, stimmungsvoll die Begleitung durch Cello und Cajón.

Amüsanter Farbtupfer unter den 66 Programmpunkten ist am Freitag die Burlesque-Show im Sudhaus. Namentlich das Chick(en) Tallulah Freeway beflügelt uns auf unserem Streifzug durch die Nacht. Eine Entdeckung sind auch The Paces, die Mando Diao und The Strokes gut studiert haben, aber am Ende mit «Day Tripper» aufzeigen, dass der Weg einer jungen Band noch immer über die Grössten der Popgeschichte führt: die Beatles. Immer eine gute Referenz. Auch für dieses Festival: Schon die Fab Four beschworen «All You Need Is Love» und «Revolution», schlugen stets neue Wege ein, und blieben zugleich auf der Erfolgsspur. Etwas, das wir uns fürs BScene-Jubiläum 2011 wünschen.

(Basler Zeitung)

Erstellt: 29.03.2010, 16:23 Uhr

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