Basel
Noch nie gab es in Basel so viele Einbrüche
Von Mischa Hauswirth. Aktualisiert am 26.08.2012 46 Kommentare
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Der Basler Sicherheitspolitiker und SVP-Grossrat Eduard Rutschmann will nicht länger schweigen. Er habe vertrauliche Informationen zugespielt bekommen, die er der Öffentlichkeit nicht vorenthalten könne. «Die Leute haben ein Recht darauf zu erfahren, was in Sachen Einbrüchen zurzeit in Basel-Stadt läuft.»
Seit Anfang Jahr seien die Einbruchszahlen fast aufs gleiche Niveau geklettert wie Ende 2011, sagt Rutschmann. Zur Erinnerung: 2011 war es zu 1248 Einbrüchen gekommen, was gegenüber 2010 einer Zunahme von 16 Prozent entspricht. Besonders Riehen wird von Einbrechern heimgesucht. Kam es im Vorjahr in der gleichen Periode zu 40 Einbrüchen, so sind es dieses Jahr 170 Einbrüche. Der Riehener Gemeinderat hat vergangenen Mittwoch von einer «massiven Steigerung» gesprochen.
Nicht alle Diebstähle werden publik
Von den meisten Einbrüchen oder Diebstählen erfährt die Öffentlichkeit nichts. Die Behörden informieren zurückhaltend oder schweigen, wenn in mehreren Häusern an einer Strasse eingebrochen oder eine Metallhandelsfirma Opfer einer Diebesbande wird – so geschehen vor wenigen Wochen. Eine Überwachungskamera filmte mehrere Männer, die über Zäune kletterten und Buntmetall im Wert von einigen Tausend Franken stahlen und dann mit dem Auto Richtung Frankreich flüchteten. «Solche Diebstähle kommen immer wieder vor», sagt Peter Gill, Medienchef der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt.
Wie die aktuelle Situation tatsächlich aussieht, ist unbekannt. Genaue Zahlen gibt die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt ausschliesslich im Rahmen der jährlichen Kriminalstatistik heraus, und die Kantonspolizei Basel-Stadt hat sich dazu bislang nicht geäussert. Zur Entwicklung im 2012 sagt Gill nur: «Wir stellen zurzeit im ganzen Kanton rund 60 Prozent mehr Einbruchsdelikte als in der gleichen Periode vergangenen Jahres fest.»
Verschlechterung der Situation
Vor allem Kriminaltouristen und Asylsuchende seien für die Zunahme der Einbrüche verantwortlich, sagt Rutschmann. Auch diese Tatsache würde die Regierung nicht beim Namen nennen. Deutlich weniger Berührungsängste hat man mit dem Thema in Zürich: Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) hat vor Tagen Alarm geschlagen und die Zunahme der Kriminalität durch Asylbewerber kritisiert.
Der baselstädtische Justizdirektor Hanspeter Gass (FDP) verweist darauf, dass die Zahlen, mit denen Fehr operiere, nicht neu seien, jedoch lasse sich die Lage in Basel mit jener in Zürich vergleichen. Gass: «Ich habe anlässlich der Präsentation der Kriminalstatistik bereits auf eine Verschlechterung der Situation im Vergleich zum 2010 hingewiesen.»
Die Asylsuchenden machen 0,5 Prozent der gesamten Wohnbevölkerung aus. In der «Beschuldigten-Statistik» beträgt ihr Anteil für Delikte nach Strafgesetzbuch fünf Prozent in der Schweiz und zehn Prozent in Basel. Im 2011 haben Kriminaltouristen in Basel 22 Prozent der Delikte begangen.
Zu wenig Personal
Tunesier führen die Tabelle der straffälligen Asylbewerber an, gefolgt von Algeriern, Marokkanern, Georgiern und Nigerianern. Rutschmann: «Hätte die Staatsanwaltschaft genügend Leute, könnten die Verfahren bei delinquierenden Aslybewerbern schneller abgewickelt und die Personen rasch ausgeschafft werden.» Weil sie aber mit dem Asylzentrum einen festen Wohnsitz vorweisen könnten, würde man sie spätestens nach drei Tagen wieder laufen lassen. Rutschmann: «Die Situation der Kriminalitätsbelastung wird sich in nächster Zeit bestimmt nicht ändern, weil die Regierung und die Mehrheit im Grossen Rat nicht bereit sind, der Staatsanwaltschaft vor 2014 mehr Personal zur Verfügung zu stellen.»
Immerhin hat Basel-Stadt im Vergleich mit anderen Kantonen weniger Probleme, den Ausschaffungsentscheid umzusetzen: Von den 500 bis 600 angemeldeten Rückführungen pro Jahr können 90 Prozent durchgeführt werden. Zehn Prozent der abgewiesenen Asylsuchenden tauchen unter oder die Ausschaffung verzögert sich aus medizinischen oder anderen Gründen. (Basler Zeitung)
Erstellt: 26.08.2012, 15:54 Uhr
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46 Kommentare
Wenn man Jugendliche so hört, was die erzählen, indem sie sagen, dass in der Schweiz keinem etwas passiert, wenn er kriminell ist, spricht Bände, insofern, dass sich die Bevölkerung vielleicht zurecht unsicher fühlt.Demzufolge haben diese Jugendlichen quasi die Aussage vieler Leserbriefverfasser in früheren Artikeln über Jugendkriminalität bestätigt, ohne es zu merken! Antworten
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