Osttangente soll unter den Boden

Teilerfolg für den Kanton Basel-Stadt: Das Bundesamt für Strassen prüft neu auch eine Osttangente in Tieflage zwischen dem Schwarzwaldtunnel und dem Gellertdreieck.

Bisherige Option: Die Osttangente (Blick Richtung Badischer Bahnhof) soll oberirdisch breiter werden (links). Visualisierung Jauslin+Stebler

Bisherige Option: Die Osttangente (Blick Richtung Badischer Bahnhof) soll oberirdisch breiter werden (links). Visualisierung Jauslin+Stebler

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Druck des Kantons Basel-Stadt beim Bundesamt für Strassen (Astra) zeigt offenbar Wirkung: Esther Widmer, Sprecherin des Astra, bestätigt Informationen der BaZ, wonach das Amt nun auch prüft, die Osttangente tiefer zu legen – sprich: die Hochleistungsstrasse mindestens auf einem Teil der Strecke zwischen Schwarzwaldtunnel und Gellertdreieck in unterirdische Tunnels zu verlegen. Auch eine vollständige Untertunnelung unter dem Rhein hindurch ist technisch möglich.

Derzeit verkehren auf diesem meistbefahrenen Autobahnstück der Schweiz und stauanfälligen Flaschenhals auf der Nord-Süd-Achse rund 130'000 Fahrzeuge täglich – Tendenz massiv steigend. In knapp zehn Jahren stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an. Gleichzeitig sollen die Engpässe durch eine Erweiterung der oberirdischen Fahrspuren von vier auf sechs behoben werden. Dagegen regt sich aber in den betroffenen Quartieren, vor allem in der Breite und im oberen Kleinbasel, bereits seit einiger Zeit heftiger Widerstand: Ein Verein und eine Interessengemeinschaft haben für ihr Anliegen politische Unterstützung erhalten: Sie wollen eine Verbreiterung dieser Strassenschneise durch den Osten der Stadt verhindern.

Bausünde der 60er-Jahre

Basels Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP) zeigt sich sehr erfreut über den Sinneswandel des Bundesamts: Es sei «sehr, sehr vielversprechend», dass das Astra nun auch eine Tieflage-Variante einer erweiterten Osttangente prüfe. «So könnte eine Bausünde der 60er-Jahre rückgängig gemacht werden.»

Laut Astra-Sprecherin Widmer wird die Variantenprüfung etwas mehr als ein halbes Jahr in Anspruch nehmen: Im Mai 2011 seien Ergebnisse zu erwarten. Über die Kosten mochten aber weder Widmer noch Wessels etwas sagen, zunächst müsse die Variantenstudie abgewartet werden. Bereits ohne Untertunnelung belaufen sich die Projektkosten auf rund 1,6 Milliarden Franken. Für Wessels ist klar: Die Stadt wird sich an den Mehrkosten beteiligen müssen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema – heute in der Basler Zeitung. (Basler Zeitung)

Erstellt: 26.10.2010, 07:44 Uhr

Umfrage

Gegen die Erweiterung der Osttangente regt sich in Basel Widerstand. Nun prüft das Bundesamt für Strassen, die Osttangente unterirdisch zu führen. Eine gute Idee?

Ja

 
86.8%

Nein

 
13.2%

551 Stimmen


Artikel zum Thema

Osttangente: Petition fordert Lärmschutz statt Spurausbau

Der Bund will die Osttangente auf sechs Spuren erweitern, um die erwartete Verkehrszunahme zu bewältigen. Quartiervertreter wollen die Auswirkungen der «Bausünde aus den 1960er-Jahren» mildern. Mehr...

Bundesrat anerkennt Investitionsbedarf für Basler Osttangente

Gegen eine Milliarde Franken werden Ausbau und Überdachung der Osttangente in Basel möglicherweise kosten. Der Bundesrat hat den Investitionsbedarf grundsätzlich anerkannt. Die Basler Regierung stellt eine Kantonsbeteiligung in Aussicht. Mehr...

Kommentare

Blogs

Nachspielzeit Frauenfussball zieht nicht. So einfach ist das.

Die Welt in Bildern

Süsse Handarbeit: In der Schokoladenfabrik 'La muchacha de los chocolates' platziert ein Arbeiter eine Kirsche in eine mit Schokolade ausgekleidete Form. (21. Juli 2017)
(Bild: Andres Stapff) Mehr...