Basel
Plötzlich war der Tresor fort
Von Mischa Hauswirth. Aktualisiert am 16.12.2011 42 Kommentare
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Vergangenen Freitagabend, nach 20 Uhr: FDP-Grossrat Roland Vögtli sitzt zusammen mit seiner Frau Sylvia vor dem Fernseher in der Küche. Auf dem Fussboden liegen die beiden Bobtail-Hunde. Im ganzen Haus brennt Licht, von der Strasse aus ist gut zu sehen: Hier ist jemand zu Hause. Doch obwohl das Ehepaar Vögtli sich beim Abendessen unterhält und der Fernseher eingeschaltet ist, schleichen Einbrecher durch den Garten. Die Kriminalpolizei Basel-Stadt geht von mindestens zwei, eher drei Männern aus. Diese überwinden die gut drei Meter Distanz zu einem Balkon hinten am Haus, vielleicht indem sie sich einander auf die Schultern stellen, vielleicht mit Seil und Enterhaken.
Das Haus verfügt eigentlich über eine Alarmanlage, doch die ist ausgeschaltet. Den Einbrechern scheint egal gewesen zu sein, dass sie von den Nachbarhäusern aus hätten beobachtet werden können, und wäre jemand rasch in den Wintergarten gekommen, wären die Männer gesehen worden. Mit einem Brecheisen knacken die Einbrecher die erst vor drei Wochen eingesetzte Fenstertüre. Da das Schlafzimmer auf der anderen Seite des Hauses liegt und die Einbrecher die Türe zum Verbindungsflur zwischen Treppenhalle und Schlafzimmer schliessen, hören auch die Hunde nichts.
Schmuck und Bargeld weg
Kaum drinnen, beginnen die Einbrecher damit, einen Schmink- und Wäscheraum neben dem Schlafzimmer zu durchsuchen. Hastig öffnen sie etliche Schubladen. Dabei entdecken sie einen Safe. «Sie wuchteten diesen einfach raus, trotz der dicken langen Schrauben, mit denen er im Holz verankert war», sagt Vögtli. Als die Einbrecher verschwinden, wissen sie noch nicht, was sich im Tresor, so gross wie eine Hotel-Minibar, befindet. Vögtli: «Schmuck von meiner Frau, Schmuck von meiner Mutter, Bargeld.» Den Schaden schätzt der Grossrat auf rund 200'000 Franken. Den Perlenschmuck, der über einer Lampe hängt, sowie Alltagsswatch lassen sie zurück.
In der gleichen Nacht wurde im Bruderholzquartier acht Mal eingebrochen. «Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Einbrecherbande aus dem Osten handelt», sagt Markus Melzl, Medienchef der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt. In den vergangenen Tagen registrierte die Polizei wieder eine neue Einbruchswelle: rund vierzig Einbrüche seit vergangenem Wochenende.
Die Vögtlis stehen immer noch unter Schock. «Das Schlimmste ist, dass man sich nachher so unsicher fühlt», sagt Sylvia Vögtli. «Ich schlafe schlecht. Jetzt ist eine latente Angst da, sie könnten zurückkommen. Die Jalousien müssen jetzt auch tagsüber zu sein, sonst fühle ich mich nicht sicher.» (Basler Zeitung)
Erstellt: 16.12.2011, 14:40 Uhr
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42 Kommentare
Ich weiss Schadenfreude ist eine schlechte Charaktereigenschaft. Endlich bekommen die Villenviertel etwas ab von der steigenden Kriminalität, dort wohnen doch genau jene die meinen man müsse die Grenzen noch mehr öffnen und es gibt keine grosse Ausländerkriminalität! Wir in der Stadt müssen tagtäglich mit dieser Kriminalität leben, Einbrüche, Ueberfälle etc. Vielleicht ändert sich jetzt etwas? Antworten
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