Basel
Politprominenz wirbt für Osttangenten-Tunnel
Von Patrick Künzle. Aktualisiert am 11.02.2011 9 Kommentare
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Die versammelte Basler Politprominenz wirbt für eine Petition zur Osttangente. Zu den zentralen Forderungen gehören sofortige Lärmschutzmassnahmen. Ist das sinnvoll?
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- Osttangente: Petition fordert Lärmschutz statt Spurausbau
- Osttangente soll unter den Boden
- Breite Front für die Tunnelvariante
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Eine Petition ist an sich ein eher schwaches politisches Mittel. Trotzdem sei es der richtige Weg, um eine oberirdische Erweiterung der Osttangente auf sechs Spuren zu verhindern, ist Ständerätin Anita Fetz (SP) überzeugt. Auf dem parlamentarischen Weg sei in Bern derzeit nichts zu erreichen, weil im Stände- und Nationalrat wohl keine Mehrheit für ein spezifisch baslerisches Anliegen zusammenkäme. Es soll aber keine x-beliebige Petition sein, die an Bundesrätin und Verkehrsministerin Doris Leuthard (CVP) adressiert ist. Eine «Rekordzahl» an Unterschriften soll zusammengetragen werden, wie es an der Pressekonferenz zur Lancierung der Initiative hiess. «Jede Unterschrift zählt», sagt Nationalrat Peter Malama (FDP).
Die Chancen, dass eine grosse Zahl an Unterschriften zusammenkommt, stehen gut. Das Petitionskomitee umfasst das breitest mögliche politische Spektrum: von den Grünen bis zur SVP, vom VCS bis zum ACS. Hinzu- kommen unter anderem Arbeitgeber- und Gewerbeverband, mehrere Neutrale Quartiervereine und Wohngenossenschaften sowie der Hausverein Nordwestschweiz. Treibende Kräfte hinter der Petition sind die Vereine «Ausbau Osttangente – so nicht!» und IG «Osttangenten-Ausbau Nein – Lärmschutz jetzt!», die schon seit längerer Zeit mobil machen gegen das Ausbauprojekt.
Pneuabrieb im Zimmer
Die Petition hat zwei zentrale Forderungen: Zum einen sollen sofort Lärmschutzmassnahmen ergriffen werden – und nicht erst, wenn die Osttangente saniert wird. «Andernfalls müsste die Bevölkerung noch zwanzig Jahre mit unzumutbarem Lärm leben», sagt Nationalrätin Anita Lachenmeier (Grüne). Die Autobahn, welche die drei Stadtquartiere Gellert, Breite/Lehenmatt und Oberes Kleinbasel zerschneidet, sei «schon heute nicht mehr menschen- und umweltverträglich», findet Fetz. Malama ergänzt: «Das Verkehrsaufkommen ist viermal grösser als im Gotthard-Strassentunnel.» Er habe mehrere Wohnungen besucht, die entlang der Stadtautobahn liegen und festgestellt: «In den Kinderzimmern finden sich Strassenstaub und Pneuabrieb – das darf nicht sein.»
Das zweite Anliegen: Die aktuelle Planung des Bundes müsse sofort gestoppt werden. Das Bundesamt für Strassen (Astra) favorisiert einen oberirdischen Ausbau der Osttangente von vier auf sechs Spuren. «Dies würde eine Wohnnutzung in den angrenzenden Liegenschaften praktisch unmöglich machen», ist Malama überzeugt. Zudem müsste es gar zu Enteignungen kommen. Für Grossrat Oswald Inglin (CVP) ist deshalb klar: «In diesem Fall ist der Tunnelblick der einzig richtige.» Was er damit meint: Die Osttangente müsse künftig auf der gesamten Länge zwischen Schwarzwaldtunnel und Anschluss Hagnau als Tunnel geführt werden. Davon will Basels Politprominenz nun Doris Leuthard überzeugen. Nicht nur mittels Petition. Malama ist wild entschlossen, die Schweizer Verkehrsministerin bei ihrem nächsten Besuch in Basel auf einen Spaziergang entlang der Osttangente mitzunehmen. (Basler Zeitung)
Erstellt: 11.02.2011, 06:43 Uhr
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9 Kommentare
Es ist beeindruckend, wie Interessen- und Parteien-übergreifend Einigkeit in dieser Sache herrscht. Gut, es ist diesmal relativ einfach, weil das Thema klar ist. Das Vorhaben der ASTRA ist derart abstrus. Basel wird zusammenhalten und sonst gibt es eben einen Sitzstreik auf der Autobahn. Kaiseraugst lässt grüssen. Macht die Autobahn unterirdisch und baut eine neue Schwarzwaldbrücke für Basel. Antworten
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