Basel
Positives Echo auf Gassenzimmer-Standort
Von Mischa Hauswirth. Aktualisiert am 25.06.2011 25 Kommentare
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Sollen Gassenzimmer am Stadtrand stehen?
Dass es Räume für Süchtige braucht, wo sie ihre Drogen konsumieren können, scheint unbestritten. Aber finden Sie es richtig, dass die Gassenzimmer am Stadtrand stehen?
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In den K&As können mit sauberen Spritzen unter hygienisch unbedenklichen Dingen Drogen konsumiert werden. Es wird jedoch deutlich weniger gespritzt als geraucht und geschnupft. (Bild: BaZ/Roland Schmid)
Gassenzimmer ist eine Bezeichnung, die schon längst ausrangiert wurde. Neu heissen die Räume, in denen Süchtige Drogen konsumieren können und professionelle Überlebens- sowie Ausstiegshilfe angeboten erhalten, Kontakt- und Anlaufstellen (K&As). Zwei solche Konsumräume (Spitalstrasse, Heuwaage) schliessen voraussichtlich Ende 2012. Dann erhält Basel eine neue K&A auf dem ehemaligen Frigosuisse-Areal.
Neben dem neuen Standort an der Münchensteinerstrasse führt die 11er-Tramlinie durch, die von der BLT betrieben wird. Die Ankündigung, dass künftig täglich rund 200 Süchtige auf dem Dreispitz ihre Drogen konsumieren werden, stuft BLT-Direktor Andreas Büttiker als «unproblematisch» ein. Er sagt: «Das Gassenzimmer an der Heuwaage liegt bereits an einer BLT-Linie. Aufgrund der Erfahrungen dort erwarten wir keine Probleme.»
Gundeldinger Quartier
Abwarten und schauen, wie sich die Sache entwickelt, will auch der «Neutrale Quartierverein Gundeli». Präsidentin Betrice Iseli sagt: «Möglicherweise wird es im Quartier zu Ansammlungen von Süchtigen kommen, aber die Wahl des Standortes ist sicherlich besser als der ursprünglich diskutierte Erdbeergraben.»
Während die Antiliberalisierungspartei SVP sich «erfreut» zeigt über die Standortwahl, will SP-Grossrätin Tanja Soland eine Interpellation zum Thema einreichen. Sie kritisiert, dass das neue K&A in ein Quartier versetzt wird, «welches seit Jahrzehnten benachteiligt» werde. «Seit Jahren verlangt die Bevo?lkerung nach Massnahmen zur Verbesserung der Lebensqualita?t. Dies wird mit der Verlegung der K+A ins Gundeldingerquartier eher nicht erreicht», so Soland.
Frage nach Auswirkungen auf den öffentlichen Raum
Für Philippe Macherel (SP), Präsident der Gesundheits- und Sozialkommission im Grossen Rat, ist der Bedarf eines weiteren Gassenzimmers unbestritten. Doch das Gesundheitsdepartement müsse sich noch präziser dazu äussern, wie es den öffentlichen Raum vor Auswirkungen schützen wolle. Als besonders heikel erachtet Macherel die Nähe zum Wolf-Gottesacker, der von Bewohnern im Gundeli auch als Erholungsraum genutzt werde.
Suchtexperten wie Walter Meury, Geschäftsführer der Suchthilfe Region Basel, rechnen nicht mit Problemen im Umfeld der neuen K&A. Meury: «Ähnlich wie beim Wiesenkreisel wird sich dort niemand ausserhalb der Öffnungszeiten aufhalten. Zudem werden die bewährten Sicherheitsmassnahmen mit Securitas-Mitarbeitern umgesetzt.» Die Lage sei mit jener am Wiesenkreisel vergleichbar und bedeute für die Süchtigen keine Erschwernisse, so Meury.
Alt Justizdirektor blickt auf Anfänge zurück
Die mehr oder weniger einhellige Akzeptanz in Sachen Gassenzimmer ist ein Novum für Basel-Stadt. Und das Ergebnis eines 20-jährigen Ringens nach pragmatischen Lösungen sowie einem Gleichgewicht zwischen Suchthilfe und Repression. «Gleichzeitig ist es aber auch der Beleg dafür, dass sich die bisherige Strategie im Kanton bewährt und den Bedürfnissen entspricht», so Gesundheitsdirektor Carlo Conti (CVP).
Gut an die Anfänge der Basler Gassenzimmer-Debatte erinnern kann sich Peter Facklam, alt Justizdirektor (LDP) und politischer Wegbereiter der heutigen K&As. «Zu meiner Zeit war alles stark ideologisiert. Die eine Seite hätte am liebsten zehn Gassenzimmer gehabt, die andere Seite dachte, dass sich mit Strafen und Gefängnis alles lösen liesse», sagt Facklam.
Der ehemalige Justizdirektor berichtet von hitzigen Debatten, die er geführt hatte, bevor Basel 1991 das erste Gassenzimmer beim Picassoplatz eröffnen konnte. Er habe aber versucht, nicht nur in Basel etwas zu bewegen, sondern auch die anderen Kantone für die neue Drogenpolitik zu gewinnen. Mit Blick auf die vergangenen 20 Jahre sagt Facklam: «Wir sind auf gutem Weg.» (Basler Zeitung)
Erstellt: 25.06.2011, 07:13 Uhr
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25 Kommentare
Wenn ich an den Standort Spitalstrasse denke,prost Seppli! diese Versammlung von den Süchtigen vor dem Eingang.Wenigstens wird die Securitas nie Arbeitslos,bei ihrem Posten als Aufsichtsperson dort.In meinen Augen werden diese Drogensüchtigen nur NOCH unterstützt,weil man Gassenzimmer zur Verfügung stellt damit sie ihr Gift dort konsumieren können.Bezahlt:vom fleissig Arbeitenden Steuerzahler!!! Antworten
@Meyer! Reden sie doch bitte nicht so einfältiges Zeug daher! Würde sie gerne einmal sehen, wenn sie z.B. in einem Haus an der Spitalstrasse wohnen wo die Abfahrt zur EH regelmässig verkotzt, verschissen, verpisst, verblutet und mit leeren Spritzen verunreinigt wird! Ich wehre mich für meine Mieter, denn die arbeiten, bezahlen im Gegensatz Miete und haben somit Anrecht auf angenehmes Wohnen! Antworten
Basel
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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