Basel
Rasern geht es an den Kragen
Aktualisiert am 01.12.2010 61 Kommentare
Die Basler Polizei kann mit ihrem zivilen Einsatzfahrzeug, die Vergehen der Verkehrsteilnehmer auf Video aufzeichnen. (Bild: Polizei BS)
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Seit einigen Wochen setzt die Basler Polizei ein neues, unauffällig graues Fahrzeug ein. Ausgerüstet ist das Auto – nebst dem üblichen Polizeiinhalt wie Funk, Ortungssystem und Notfallmaterial – mit Videokameras. Diese erfassen den Verkehr vor und hinter dem Fahrzeug. Die Polizisten seien mit dem System in der Lage, eine zentimetergenaue Abstands- und Distanzmessung durchzuführen, teilte das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement am Mittwoch mit.
Die Videoaufnahmen dienen zur Dokumentation grober Verkehrsregelverletzungen wie zu etwa nahes Auffahren, Rechtsüberholen und anderer gefährlicher Manöver, bei denen Dritte gefährdet werden. Fehlbare Verkehrsteilnehmer werden von der Polizei gestoppt und kommen anschliessend in den «Genuss» einer privaten Filmvorführung in der ihre Fehler gezeigt werden. Die Einspracheaussichten seien aufgrund des Beweismaterials minimal, heisst es in der Medienmitteilung.
Das neue Zivilfahrzeug der Basler Polizei kann aber noch mehr: Das System scannt die von den Kameras erfassten Kontrollschilder laufend und gleicht sie mit den entsprechenden Datenbanken ab. Ausgeschriebene Fahrzeuge werden den Polizisten im Fahrzeug sofort angezeigt – inklusive Angabe des Grundes, weswegen das betreffende Fahrzeug gesucht wird.
Erste Autofahrer machten bereits Bekanntschaft mit dem Fahrzeug
Derzeit läuft der Testbetrieb: Die Spezialisten der Verkehrspolizei werden mit den Finessen des Fahrzeuges intensiv vertraut gemacht. Das Fahrzeug kommt aber bereits auf dem gesamten Strassennetz zum Einsatz. Diese Erhahrung musste beispielsweise jener Autofahrer machen, der auf dem Morgartenring bei Tempo 50 bis auf 3,17 Metern auf das Zivilfahrzeug der Polizei aufrückte und diesen Abstand über zwei Kilometer mit nur 3 bis 5 Zentimetern Unterschied konstant einhielt. Bei der anschliessenden Manöverkritik seiner Fahrweise durch die Polizei gab er seinen Fehler erst bei der Videovorführung zu. Eine Busse und der Führerausweisentzug folgten trotzdem.
Möglich wurde die Anschaffung dieses Zivilfahrzeuges, nachdem der Grosse Rat ein Budgetpostulat gutgeheissen hatte mit dem Auftrag an die Polizei, die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen. Mit dem gesprochenen Kredit in der Höhe von 650'000 Franken wurde neben dem Hightech-Fahrzeug zwei stationäre Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachungsanlagen angeschafft und in Betrieb genommen: Eine steht am Morgartenring und die andere an der Reinacherstrasse. Zudem verfügt die Verkehrspolizei über eine neue semistationäre Anlage, die flexibel eingesetzt wird. Sie deckt jene Örtlichkeiten ab, wo der Einsatz von mobilen Radaranlagen nicht möglich und der Bedarf für eine stationäre Anlage nicht gegeben ist. (amu)
Erstellt: 01.12.2010, 11:01 Uhr
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61 Kommentare
@ S. Weber - dann haben Sie offensichtlich Ihre Fahrprüfung nicht in der Schweiz gemacht (oder ist es vielleicht zu lange her?) - Tachoabstand bei guten Verhältnissen/Sicht und halber Tachoabstand sonst. Nur so zur Info. Ich finde es gut wenn Kontrollen 'mitten im Geschehen' gemacht werden. Antworten
Überall werden härtere Strafen und Gesetze gefordert. Nur beim Autofahren ist es dann abzocke und unnötig. Wir wäre es mal mit einem Fahrstil der die bestehenden Gesetze nicht verletzt? Auch wenn hier eine grosse Gruppe (Autofahrer) betroffen ist, ist es trotzdem ein Verstoss gegen die Regeln. Oder zählen Regeln nur für kleine Randgruppen? Antworten
Basel
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