Basel
Referendum gegen Naturbad steht
Von Dominik Heitz. Aktualisiert am 24.12.2009 20 Kommentare
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Die Gemeinde Riehen will an Stelle der alten Badi, die wegen der Zollfreistrasse abgerissen wurde, ein Naturbad errichten. Dagegen wurde das Referendum ergriffen. Soll Riehen ein Naturbad erhalten?
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EVP, CVP, SP, Grüne und Grünliberale haben das Referendum vehement kritisiert. Genutzt hat es nichts. Genaue Zahlen kann Ernst Stalder, Präsident des Referendumskomitees «Ja für eine klassische Riehener Badi – Nein zum Naturbad» noch nicht nennen. Doch die Mindestzahl von 500 Unterschriften gegen das Naturbad am Riehener Schlipf ist erreicht worden. «Gestern haben wir – in Absprache mit der Gemeindeverwaltung – einen ersten Teil der Unterschriftenbögen eingereicht. Am kommenden Montag soll der Rest folgen», sagt der SVP-Politiker und Kandidat für den Riehener Gemeinderat.
Unterstützt wird Stalder von Parteikollegen Karl Schweizer, ehemaliger Leiter des UBS-Art-Bankings. Dessen Mutter wohnt neben dem für das Bad vorgesehenen Areal und ist eine der erfolglosen Einsprechenden, die sich gegen ein Naturbad gewandt hatten, weil sie mehr Lärm und ein höheres Verkehrsaufkommen befürchten. Schweizer zur Seite steht sein Schwager Peter Blome, Direktor des Antikenmuseums.
Familien dagegen
Schweizer betont, dass das Referendumskomitee nicht grundsätzlich gegen ein Bad ist: «Wir sind überzeugt, dass Riehen ein Schwimmbad braucht, aber kein Naturbad.» Ein Naturbad entspreche nicht den Bedürfnissen der Riehener Bevölkerung, glaubt er. Mit einem Naturbad habe man auch immer wieder Probleme; wenn das Wasser «kippt», sei das Bad für Tage nicht mehr benutzbar. «Wer naturnah baden will, kann ja einfach gleich nebenan in der Wiese baden gehen.»
Sehr viele junge Leute mit Familien hätten den Referendumsbogen unterschrieben, sagt Ernst Stalder. «Grund dafür seien Ängste wegen der Sauberkeit und der Nutzbarkeit des Naturbades.» Das Referendum richtet sich allerdings nicht direkt gegen ein Naturbad, sondern gegen den Beschluss des Einwohnerrates vom 25. November betreffend die Zonenänderung für das Naturbad sowie die Zuordnung der Lärmempfindlichkeitsstufe. Sollte das Referendum angenommen werden, so müsste deshalb für ein klassisches Bad erneut eine Zonenplanänderung in die Wege geleitet werden.
Grosser See
Das von Herzog & de Meuron entworfene Naturbad würde die alte Riehener Badi ersetzen, die wegen der Zollfreistrasse im vergangenen Jahr abgerissen werden musste. Das Bad bestünde aus Schwimmer- wie Nichtschwimmerbecken sowie Wasseraufbereitungsbereichen, die im Sinne eines grossen Sees miteinander vereint würden. Ausnahme bliebe das Kleinkinderplanschbecken, das aus hygienischen Gründen als separate Anlage geplant ist. Das Naturbad wird mit Kosten von zwischen 6,7 und 7,5 Millionen Franken veranschlagt; davon könnten 2,5 Millionen als Entschädigung wegen der Zollfreistrasse abgezogen werden.
Im Mai 2008 hatte der Einwohnerrat einen Planungskredit von 570 000 Franken für ein Naturbad am Schlipf gutgeheissen und vor einem Monat die Zonenänderung bewilligt. LDP und SVP waren damals «gegen eine Zonenplanänderung auf Vorrat», bevor ein ausführungsreifes Projekt vorliege. Im kommenden Frühling soll ein Ausführungskredit vor den Einwohnerrat kommen. (Basler Zeitung)
Erstellt: 24.12.2009, 07:55 Uhr
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20 Kommentare
Schwimmteiche, wie die Natur-Badi in Riehen, kommen mit deutlich weniger Energie und ohne problematische Chemikalien für die Wasseraufbereitung aus, zudem bieten sie Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen. Schwimmteiche sind ein Gewinn für Mensch Natur und Umwelt. Mit dem Referendum gegen die Natur-Badi Riehen entlarvt sich die SVPler einmal mehr als menschen-, natur- und umweltfeindlich. Antworten
Die Familien Schweizer/Blome wehren sich zu Recht, alles stadtbekannte Persönlichkeiten mit grossem Einfluss auf vieles was in Basel/Riehen so abläuft, die werden ganz bestimmt dafür sorgen, dass dieser Unsinn, ein Naturbad, nie zustande kommen wird. Die veranschlagten Kosten würden eh nicht eingehalten, H.+de M. die jedem erdenklichen Projekt den Stempel aufdrücken, scheren sich nicht darum! Antworten
Basel
Familie, Beruf und Studium
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