Basel

Riehen: SVP mit deutlichem Sitzgewinn

Um das Gemeindepräsidium von Riehen kommt es zu einem zweiten Wahlgang: Der Bisherige Willi Fischer (EVP) konnte sich gegenüber Hansjörg Wilde (parteilos) nicht durchsetzen. Die SVP legt massiv zu.

SVP-Riehen-Präsident Eduard Rutschmann erklärt den Wahlerfolg seiner Partei.

Hansjörg Wilde und Willi Fischer über das Wahlergebnis



Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von baz.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Der amtierende Willi Fischer, seit 2005 an der Spitze Riehens, erhielt 3247 Stimmen. Zur Wiederwahl fehlten ihm damit 48 Stimmen. Deutlicher zurück blieb der Herausforderer, der Parteilose Hansjörg Wilde: Er erzielte 2561 Stimmen und verfehlte die Wahlhürde so um 734 Stimmen. Gegenüber von bazonline erklärte Wilde die Wahl dennoch als erfolgreich, da er unerwartet viel Unterstützung bekommen habe als Politneuling. Wilde tritt zum 2. Wahlgang an wie auch Willi Fischer.

Viele Leereinlegungen

Die Wahlbeteiligung betrug bei der Gemeindepräsidentenwahl 48 und bei den Gemeinderatswahlen 47 Prozent. Auffällig war die relativ hohe Zahl leerer Stimmzettel sowie von Stimmen an Vereinzelte, wie ein Gemeindesprecher sagte. Allein bei der Präsidiumswahl waren es 503 respektive 278. Der zweite Wahlgang findet am 7. März statt.

Doppelt so viele Sitze für SVP

Besonders erfolgreich verlief die Wahl für die SVP. Die SVP hat mit acht Sitzen im 40-köpfigen Einwohnerrat neu doppelt so viele Mandate wie vor vier Jahren und ist stärkste Fraktion vor der SP. Eduard Rutschmann, Präsident der SVP Riehen: «Es zeigt sich, dass die Riehenerinnen und Riehener die Gemeinde so behalten wollen, wie sie ist. Die unzähligen Projekte und Überbauungsvorhaben kommen bei den Wählerinnen und Wählern schlecht an.»

Gewinner sind auch die Grünliberalen (GLP), die auf Anhieb den Einzug mit zwei Mandaten schafften. Ein Mandat dazugewonnen haben zudem die Grünen. Verlierer sind die Liberalen (LDP), die von ihren neun Mandaten vier abgeben müssen. Weiter konnte die EVP den 2009 an die SVP abgegebene Sitz nicht wettmachen, und ein Sitz verlor auch die SP.

2. Wahlgang auch für Gemeinderäte

Keiner der Kandidierenden für die sieben Sitze des Gemeinderates haben das absolute Mehr erreicht. Damit steht ein zweiter Wahlgang an. Das beste Wahlergebnis beim 1. Wahlgang erzielte Irène Fischer-Burri (SP). Die SP hätte, würde der Wahlgang gültig sein, mit Roland Lötscher gleich noch einen Kandidaten in den Gemeinderat gebracht. Auch die Grünen wären mit Marianne Hazenkamp vertreten.

Lesen Sie die ausführliche Berichterstattung zu den Riehener Wahlen am Montag in der BaslerZeitung

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.02.2010, 20:33 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

8 Kommentare

Cécile Schatz

08.02.2010, 15:57 Uhr
Melden

Die Wählerschaft hat ein Zeichen in Riehen gesetzt, was verdeutlicht, dass sich die SVP in Riehen sehr gut etabliert hat. Sie sollte nun auch auf Gemeinderatsebene vertreten sein. Dies wäre die logische Konsequenz auf den Erfolg der SVP. Hansjörg Wilde konnte sich ebenfalls sehr gut positionieren und es ist Ihm zu wünschen, dass er weiterhin seinen Kurs beibehält! Antworten


reto kobel

08.02.2010, 14:55 Uhr
Melden

Gutsituiert allein reicht als Erklärung für dieses Wahlverhalten nicht aus, es sind etliche Wechselwähler darunter. Es ist auch eine Altersfrage, die diesen Lemmingeffekt mitbeeinflusst. Antworten


Hans Iseli

08.02.2010, 14:41 Uhr
Melden

@Thomas Jauslin: Das erinnert mich an die dümmliche Aussage anlässlich der letzten Nationalratswahlen, das da hiess: kein Wunder, wollten über 70 Prozent der Stimmbürger die SVP nicht wählen. @Sibylle Weiss hat wohl recht: da steckt mehr dahinter. Und @Christoph Cornelius muss sich wohl daran gewöhnen, dass auch erfolgreiche Bürger eine eigene Meinung haben, nicht nur Hilfeempfänger. Antworten


Christoph Cornelius

08.02.2010, 12:20 Uhr
Melden

Die wohlsituierten Bürger von Riehen wählen die SVP als stärkste Partie. Mir fehlen die Worte, andere würden sagen, ich bin schockiert. Antworten


Sibylle Weiss

08.02.2010, 12:00 Uhr
Melden

Ich glaube nicht,dass die Wähler NUR wegen einem Spital die SVP wählen.Da steckt mehr dahinter,wenn man rückblickend auf die Ereignisse der letzten Zeit schaut! Antworten


Abdul R. Furrer

08.02.2010, 10:45 Uhr
Melden

Gratulation und Dank an die Riehener Stimmbürger/innen. Was die SVP in der EVP- und LDP-Hochburg Riehen geschafft hat, sollte doch bei den nächsten Grossratswahlen endlich auch in Basel möglich sein ! Antworten


Thomas Jauslin

08.02.2010, 08:09 Uhr
Melden

Willi Fischer wollte doch, zumindest gemäss seinen eigenen Aussagen, ein Präsident für ganz Riehen sein! Heute ist er nur für 3000 Leute einer! Und das Beste ist, er sieht die Schuld darin, dass der nur der Überbringer der Schliessungsbotschaft des Spital war! Will er sich hier aus der Verantwortung für den Entscheid stehlen, welchen er mit gefällt hat? Antworten


rene klingler

08.02.2010, 07:45 Uhr
Melden

Dass die SVP nicht nur in Riehen, an Stärke zulegt das wundert doch hoffentlich niemand! Antworten



Basel

Populär auf Facebook Privatsphäre

Verzeichnis

Werbung

Umfrage

Erst Metropolitanregion dann Kantonslobbyist – und nun eine parlamentarische Gruppe: Die Region Basel will in Bern besser gehört werden. Braucht es diese neue Organisation?