Basel
Rochaden und Entlassungen beim Flughafen-Casino
Von Joel Gernet. Aktualisiert am 29.08.2012 17 Kommentare
Sinkende Casino-Umsätze
Der Bruttospielertrag (BSE) aller Schweizer Spielbanken ging 2011 von 868'410'398 Franken (2010) auf 824'349'643 Franken zurück (-5.1%). Das Grand Casino Basel verbuchte 2011 einen BSE von 82'423'547 Franken (hier) wovon 46'264'014 (56,13%) als Spielbankenabgabe an den Bund floss. Einzig das Casino Baden verbuchte höherere Erträge.
Im Grand Casino Basel schlagen sich die Konkurrenz im grenznahen Ausland, etwa aus dem wenige Kilometer entfernten Blotzheim (F), sowie die Frankenstärke auf die Umsätze nieder. Zudem gelten in der Schweiz, wo Spielcasinos bis 2000 verboten waren, restriktive Casino-Regelungen. Im Flughafen-Casino Basel sorgt ein besonders striktes «Sozialkonzept» dafür, dass Spielsüchtige keinen Zugang mehr erhalten und schweizweit gesperrt werden. Casino-Betreiber im Ausland profitieren davon. jg
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Unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Grand Casino Basel herrscht Verunsicherung. Vergangene Woche haben sie erfahren, dass die Casino-Spielbereiche im ersten Stock und im zweiten Untergeschoss zusammengelegt werden. Wie sich diese Massnahme auf die Personalsituation auswirkt, werden sie in den kommenden Wochen erfahren. Wie baz.ch aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, sollen die Tischspiele im ersten Stock und der Automaten-Bereich im Untergeschoss zusammengelegt werden. So könnte Platz und Personal eingespart werden, befürchten viele Casino-Mitarbeiter.
Timothy Cullimore, seit April 2012 Geschäftsführer des Grand Casino Basel, bestätigt auf Anfrage die Rochade im Spielbereich. Ob und wieviele Stellen gestrichen werden, kann er noch nicht sagen. «Jeder Stellenabbau ist bedauernswert – wir versuchen ihn auf ein Minimum zu reduzieren.» Solange die Änderungen und die Reaktion der Gäste noch ausstehe, sei das aber schwierig abzuschätzen.
Schweizer Las Vegas in Basel
Viel lieber als über mögliche Entlassungen redet Cullimore, ein ausgewiesener Kenner des Spielbankenbusiness, über seine Pläne mit dem Flughafen-Casino. Und über das vergangene Wochenende. «Es kamen über 5000 Gäste und wir glauben, diese werden die neue Spielumgebung mögen», sagt der Casino-Geschäftsführer. Deshalb könne man das Team auch nicht radikal verkleinern. Dass die verschiedenen Spielwelten nun zusammengebracht werden, sei die logische Konsequenz des «Swiss Las Vegas»-Thematik. Dieser hat sich das Casino offenbar neu verschrieben. Dabei geht es neben der Fusion der Gambling-Zonen auch um eine bessere Anbindung an Konzert- und DJ-Angebote. Wie in Las Vegas halt, wo Glücksspiel und Show Hand in Hand funktionieren.
«Das ergibt eine viel aufregendere Umgebung», meint Cullimore. «Wir wollen das erste Schweizer Casino sein mit Non-Gaming-Unterhaltung neben den Spieltischen und Automaten.» Auf der Homepage des Flughafen-Casino steht: «Das Grand Casino Basel innoviert zurzeit für SIE!». Nun dürfte klar sein, was damit gemeint ist von Seiten der Geschäftsleitung. Unter den Mitarbeitern aber bleibt die Stimmung vorerst angespannt. «Cullimore ist gekommen, um für die französische Casino-Besitzerin Groupe Tranchant aufzuräumen», sagt eine Person aus dem Grand-Casino-Umfeld, die nicht namentlich genannt werden möchte. Ob sich ihre Befürchtung bewahrheitet, werden die kommenden Wochen zeigen.
Reduziertes Restaurant-Angebot
Zu ersten Entlassungen im Grand Casino Basel kam es Ende Juni, als bekannt gegeben wurde, dass im Casino-Restaurant «La Rose» ab Juli abends nicht mehr gegessen werden kann. Sieben Mitarbeiter verloren gemäss Cullimore ihren Job, zwei wurden zum Croupier umgeschult. «Das Restaurant entsprach nicht den Wünschen unserer Gäste», erklärt der Casino-Leiter, dessen Spielbank demnächst Konkurrenz aus Zürich erhält. Dort wird Ende 2012 im Haus Ober ein neues Casino eröffnet unter der Leitung von Michael Favrod, der vor Cullimore fast zehn Jahre lang für das Grand Casino Basel verantwortlich war. An den Spieltischen werden fünf Croupiers stehen, die bis vor Kurzem auf der Lohnliste des Airport-Casinos standen. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.08.2012, 10:54 Uhr
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17 Kommentare
Ich währe für ein Totalverbot von Casinos in der Schweiz. Ganz traurig diese Gestalten die dort wie Roboter vor den Automaten ihr ganzes hab und gut verspielen. Zum teil sind dort ja Väter und Mütter am zocken bis sie Bankrott sind. Mir tun ihre Kinder leid. Antworten
Von diversen Spielern hört man, dass seit der Automatenumstellung die Gewinnausschüttungen zurückgegangen sind. Hier wurde eindeutig an der Quote geschraubt. Würde auch erklären warum Duplikate von Mutligames-Automaten montiert wurden. Was den Verdacht aufkommen lässt, dass diese für die ESBK-Kontrollen "eingestellt" werden können.
Der Swissjackpot ist seit Wochen ausser Betrieb. Warum???
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