Roche will noch höher hinaus

Der Pharmakonzern hat grosse Pläne für seinen Standort in Basel. Das höchste Gebäude der Schweiz soll noch einen grösseren Bruder erhalten.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Roche will in den kommenden zehn Jahren insgesamt 3 Milliarden Franken in den Standort Basel investieren. Konkret soll ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum für 1900 Mitarbeiter gebaut werden, wie aus einem Communiqué hervorgeht.

Zudem soll Infrastruktur erneuert und das historische Verwaltungsgebäude renoviert werden. Ziel ist es, dass ein grosser Teil der 3000 Mitarbeitenden, die auch nach der Eröffnung des Roche-Turms noch in über ganz Basel verteilten Gebäuden arbeiten, in moderne Labors und Büros auf dem Firmenareal um die Grenzacherstrasse ziehen können.

Das höchste Gebäude der Schweiz

Dazu hat Roche zusammen mit dem Architekturbüro Herzog & de Meuron ein Plan zur Entwicklung des Areals ausgearbeitet, der am Mittwoch präsentiert wurde. Die Pläne umfassen gemäss Medienmitteilung auch ein weiteres, rund 50-stöckiges Hochhaus. Dieses soll 205 Meter hoch werden und und Platz für bis zu 1700 Büroarbeitsplätze bieten. Das geplante Investitionsvolumen beträgt 550 Millionen Schweizer Franken.

Beim voraussichtlichen Bezug im Jahr 2021 wird es das höchste Gebäude der Schweiz sein. Derzeit ist das höchste Gebäude der Schweiz mit 126 Metern der Prime Tower in Zürich. Er wird aber bereits vom derzeit in Bau befindlichen ersten Roche-Hochhaus überragt, dessen 178 Meter hoher Rohbau voraussichtlich Ende dieses Jahr fertig sein wird.

Neues Forschungszentrum

Auf dem Gelände des heutigen Bau 74 soll zudem ein neues Forschungszentrum entstehen. Vorgesehen sind vier integrierter Büro- und Laborgebäude. Die Gebäude sollen 132, 72, 28 und 16 Meter hoch werden und 950 Büro- und 950 Laborarbeitsplätze umfassen. Geplante Fertigstellung ist zwischen 2021 und 2022. Zusätzlich entsteht ein Gebäude für in-vivo Forschungsaktivitäten auf dem Gelände von Bau 61 an der Wettsteinallee, das bereits Ende 2018 fertiggestellt wird. Das Forschungszentrum wird rund 1,7 Milliarden Schweizer Franken kosten.

Weitere rund 700 Millionen Schweizer Franken will der Pharmakonzern in die Erneuerung bestehender Gebäude sowie in den Ausbau der Infrastruktur investieren. Geplant sind ein Logistikzentrum und den Ersatz der bisherigen Tiefgarage unter dem Bau 74. Das neue Parking soll aber nicht mehr Parkplätze als heute haben. Stattdessen plant Roche auf dem Gelände ein neues Veloparkhaus 1500 Stellplätzen.

Energieverbrauch sinkt

Bei der Planung habe Roche grossen Wert darauf gelegt, die Wohnqualität für die Nachbarn zu gewährleisten, teilte das Unternehmen mit. So seien an den Rändern des Areals nur niedrige Gebäude vorgesehen. Die Hochhäuser sollen im Inneren des Areals an der Grenzacherstrasse errichtet werden, in direkter Nachbarschaft des sich in Bau befindlichen Bau 1.

Ein wichtiger Faktor sei auch die Nachhaltigkeit: Das sich in Bau befindliche Hochhaus werde bei einer vergleichbaren Anzahl von Arbeitsplätzen nur ein Fünftel der Energie des 40 Jahre alten Bau 74 benötigen, der im Zuge der Arealentwicklung ersetzt wird. Und durch die geplante Verdichtung des bestehenden Industriegeländes werde eine Neuüberbauung von Grünflächen vermieden. (amu/sda)

(Erstellt: 22.10.2014, 09:07 Uhr)

Stichworte

Umfrage

Roche will in Basel neben seinem sich im Bau befindlichen Hochhaus noch einen weiteren 205 Meter hohen Turm bauen. Gefällt Ihnen das Projekt?

Ja

 
81.2%

Nein

 
18.8%

863 Stimmen


Artikel zum Thema

Der Turm und der Basler Himmel

Wie die Roche ohne jede Ästhetik und Fantasie den Baslern den Himmel stiehlt. Eine Stadtnotiz. Mehr...

Roche baut in Kaiseraugst kräftig aus

Mehr als 500 Millionen Franken lässt sich Roche den Ausbau des Standorts in Kaiseraugst kosten. Die Zahl der Mitarbeiter soll bis 2017 beinahe verdoppelt werden. Mehr...

Alle zwei Wochen ein neues Stockwerk

Beim neuen Roche-Konzernsitz «Bau 1» läuft alles nach Plan. Rund 40 Meter hoch ist das Gebäude schon, und es geht zügig voran. Bald wird die 100-Meter-Marke geknackt. Mehr...

Paid Post

Brillenfrei ab 45

Sie sind aktiv im Leben und möchten auf eine Lesebrille verzichten?

Werbung

Kommentare

Die Welt in Bildern

Hart im Nehmen: Ein Schwimmer im chinesischen Shenyang nutzt eine aufgebrochene Stelle in einem zugefrorenen See, um ein paar Längen zu absolvieren. (9. Dezember 2016)
(Bild: Sheng Li) Mehr...