Basel
Roche-Mitarbeiter verlieren Gratis-Parkplatz
Von Patrick Künzle. Aktualisiert am 06.08.2010 21 Kommentare
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Wer von den Roche-Angestellten weniger als 45 Minuten Arbeitsweg hat, kriegt keinen Parkplatz mehr, auch nicht gegen Bezahlung. Ist diese Massnahme sinnvoll?
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Für Matthias Baltisberger ist klar: «Wir machen mehr, als wir machen müssten.» Der Roche-Standortleiter Basel meint damit das Mobilitätskonzept, das der Pharmakonzern für seine 8000 Mitarbeiter an den Standorten Basel und Kaiseraugst einführt. Dieses sei «fortschrittlich und durchdacht», ist Baltisberger überzeugt. Es fördere die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel.
Das neue Konzept tritt am 1. Januar 2011 in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt erhalten nur noch jene Roche-Mitarbeiter einen Parkplatz, die mit dem öffentlichen Verkehr (ÖV) von Haustür zu Haustür länger als 45 Minuten unterwegs sind – das sind nach Schätzungen der Roche (ROG 152.4 0.26%) rund 40 Prozent der Belegschaft.
Auch jene Angestellten, die zwar länger als 45 Minuten benötigen, aber mit dem ÖV gleich schnell am Arbeitsplatz sind wie mit dem Auto, verlieren den Anspruch auf einen Parkplatz. Alle Mitarbeiter, die auf Tram, Bus oder Zug umsteigen, werden mit einem Öko-Bonus von 480 Franken pro Jahr entschädigt. Bisher erhielten alle Roche-Leute einen Parkplatz, die weiter als zehn Kilometer von ihrem Arbeitsplatz zu Hause waren.
480 Franken pro Jahr
Eine weitere Änderung, die das Mobilitätskonzept mit sich bringt: Roche führt eine Parkraumbewirtschaftung ein. Jene Mitarbeiter, die weiterhin einen Parkplatz benutzen dürfen, müssen 480 Franken pro Jahr bezahlen. Das gilt auch für die rund 650 Mitglieder der Unternehmensleitung – sie erhalten jedoch auch einen Parkplatz, wenn sie innerhalb des 45-Minuten-Radius wohnen. Das Mobilitätskonzept steht im Zusammenhang mit dem Bau des von den Architekten Herzog & de Meuron entworfenen Roche-Turms. Das neue 175 Meter hohe Bürogebäude im Kleinbasel soll 2015 bezogen werden. Rund 1900 Roche-Mitarbeiter, deren Büros in der Stadt verteilt sind, kehren zu diesem Zeitpunkt an den Hauptsitz des Konzerns zurück.
Die Basler Regierung genehmigte im Juni den Bebauungsplan für den Turm. Die Roche erhielt gleichzeitig die Auflage, ein Mobilitätskonzept zu erarbeiten, das bis zur Baueingabe vorliegen muss. Es wurde gestern den Medien vorgestellt. Zudem erläuterte die Roche-Führung das Konzept den Quartiervertretern, dem Verkehrsclub der Schweiz sowie der Bau- und Raumplanungskommission des Grossen Rates, die sich im Parlament zuerst um das Geschäft kümmert.
Parkhaus noch nicht vom Tisch
Wie viele neue Parkplätze beim neuen Roche-Turm gebaut werden, bleibt mit dem Mobilitätskonzept vorerst unklar. «Ende 2011 prüfen wir, wie viele Mitarbeiter aufgrund des neuen Konzepts auf den ÖV umsteigen», sagt Matthias Baltisberger. Auf der Basis dieser Lagebeurteilung werde die Anzahl neuer Parkplätze festgelegt. «Aus heutiger Sicht rechnen wir mit 600 Plätzen zusätzlich», sagt Baltisberger. Derzeit verfügt die Roche auf dem Areal über 1944 Parkplätze. Das bedeutet: Das beim ersten Turmprojekt geplante Parkhaus am Eisenbahnweg ist noch nicht ganz vom Tisch. (Basler Zeitung)
Erstellt: 06.08.2010, 02:38 Uhr
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21 Kommentare
@ Norbert Rufer: Sie werden lachen: Ich glaube die nicht nur, ich WEISS es. Machen Sie mal frühmorgens einen Spaziergang durchs Wettsteinquartier und achten Sie sich, in wievielen Autos mit franz. Nummernschild, welche seit 5 AM auf einem Weissen parkiert sind, Leute noch 2 Stunden schlafen, bevor sie zur Arbeit gehen. Klingt komisch? Is' aber so... Antworten
Mobilitätskonzept? Als ob die Leute jetzt weniger mit Autos kommen. Diejenigen ohne fixen Parkplatz werden jetzt einfach in den Wohnquartieren rumkreisen bis sie einen freien Weissen gefunden haben. Das ist so naiv, wie der VCS glaubt, wenn es keine Parkplätze gibt, würden die Leute ihren IKEAschrank mit dem Bus nach Hause zügeln. Wieso ist LaRoche überhaupt noch im Wohngebiet?? Antworten
Basel
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