Basel

Roger Federer und Karin Suter-Erath sind «Basler Sportler des Jahres»

Aktualisiert am 21.01.2009 3 Kommentare

An der Basler Sport-Champions-Nacht sind 91 Elite-Sportler und 62 Nachwuchssportlern ausgezeichnet worden. Die «Basler Sportler des Jahres» heissen Karin Suter-Erath und Roger Federer. «Basler Mannschaft des Jahres» wurde wie erwartet dem FC Basel, der im Jahr 2008 gar das Double geschafft hat.

Der FC Basel ist «Basler Mannschaft des Jahres» 2008. Das Team von Trainer Christian Gross gewann am 6. April 2008 den Cupfinal gegen AC Bellinzona mit 4:1 und sichterte sich damit das Double (Foto).

Der FC Basel ist «Basler Mannschaft des Jahres» 2008. Das Team von Trainer Christian Gross gewann am 6. April 2008 den Cupfinal gegen AC Bellinzona mit 4:1 und sichterte sich damit das Double (Foto).
Bild: Keystone

Roger Federer wurde erneut «Basler Sportler des
Jahres».

Roger Federer wurde erneut «Basler Sportler des Jahres». (Bild: Keystone)

Basler Sportlerin des Jahres: Karin Suter-Erath erklärte im Herbst 2008 nach 20 Jahren Spitzensport ihren Rücktritt.

Basler Sportlerin des Jahres: Karin Suter-Erath erklärte im Herbst 2008 nach 20 Jahren Spitzensport ihren Rücktritt. (Bild: Keystone)

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Die Vereinigung der Basler Sportjournalisten hat aufgrund der erbrachten Leistungen im Kalenderjahr 2008 die Titel der Basler Sportlerin, des Sportlers und der Mannschaft des Jahres vergeben. Überreicht wurden diese Auszeichnungen während der Basler Sport-Gala «Sport-Champions 2008» am Montagabend in der Kleinen Halle der St. Jakobshalle in Basel.

Roger Federer, der Basler Weltstar

Mit Ausnahme von 2004, als ihm Degen-Olympiasieger Marcel Fischer vor der Sonne stand, wurde der sympathische Tennisspieler seit 2000 stets zum Basler Sportler des Jahres gekürt. Zum Abschluss ihrer grossartigen Sportlerkarriere wurde die Rollstuhl-Tennisspielerin Karin Suter-Erath von der Fachjury zur Basler Sportlerin des Jahres gewählt. Und last but not least hat der FC Basel dank seinen zahlreichen begeisternden Auftritten in dieser Saison den Titel als Basler Mannschaft des Jahres, welchen er von 2002 bis 2004 schon zugesprochen erhielt, vom Badminton Team Basel zurückerobert.

Roger Federer - wer denn sonst

Wer viermal in Serie zum Laureus-Weltsportler des Jahres gekürt wird, sieht sich mit einem unausweichlichen Problem konfrontiert: Die Ansprüche der Öffentlichkeit und der Medien steigen in unmenschliche Sphären. Genau das musste Roger Federer im letzten Jahr erleben. Wie von Schwächen, überschrittenem Zenit, Talfahrt und so weiter geschrieben wurde, war für ihn kaum nachvollziehbar. Die neue Erfahrung schmerzte ihn, auch wenn er sich das erst später anmerken liess - dann, als er alle voreiligen Kritiker mit seinem Triumph am US Open Lügen strafte. Es war sein 13. Grand-Slam-Titel. Einzig Pete Sampras besitzt einen mehr.

Und Roger Federer ist erst 27 Jahre jung. Im gleichen Alter besass Sampras erst elf der grossen Titel. Doch nicht wegen der Zukunft ist Roger Federer wieder Basler Sportler des Jahres, sondern wegen der Grösse und Stärke, die er in einer durch eine länger unentdeckt gebliebene Krankheit, dem Pfeifferschen Drüsenfieber, ausgelösten schwierigen Saison demonstrierte. Er mag in Roland Garros und seinem geliebten Wimbledon jeweils im Endspiel an einem überragenden Rafael Nadal gescheitert sein, er hat auch dann nicht nachgelassen, als sich die Träume vom Olympiasieg im Einzel verflüchtigten. Er konterte im Doppel und steigerte sich zusammen mit Stanislas Wawrinka in einen wahren Rausch und zu die Massen begeisterndem Gold. Wie sich die beiden über den im Teamwork errungenen Erfolg freuen konnten, ist als Zeichen zu verstehen, wie stark die Leidenschaft, das Feuer Federers für seinen Sport nach wie vor brennt.

Das und nicht die Match-Bilanz von 617:149 oder die insgesamt 57 Titel oder der Rekord von 44 komma irgendwas Millionen Dollar Karriere-Preisgeld macht den gebürtigen Basler so einzigartig. Für eine Mehrheit ist er nach wie vor die Nummer 1. In einer globalen Umfrage der ATP, wer Ende 2009 denn die Nummer 1 sei, stimmten 44 Prozent der u?ber 65000 Teilnehmenden für Federer und nur 34 Prozent für Nadal.

Karin Suter-Erath - 20 Jahre Spitzensport

Die Rollstuhl-Tennisspielerin Karin Suter-Erath hat sich für die Paralympics in Peking qualifiziert. Das ist sicherlich ein schöner Erfolg, auch wenn die 37-Jährige in China bereits in der ersten Runde ausschied – und Grund genug, um sie zur Basler Sportlerin des Jahres 2008 zu küren. Weil sie danach im Herbst ihren Rücktritt nach 20 Jahren Spitzensport erklärte, ist die Auszeichnung zugleich auch eine Wu?rdigung ihres Lebenswerkes im Sport.

Bereits im Alter von 17 Jahren debütierte Karin Suter-Erath in der Nationalliga-A-Handballmannschaft des ATV Basel-Stadt. Sie spielte in diversen Schweizer Nachwuchskadern und gehörte ein Jahr dem Nationalteam an. Daneben schloss sie an der Uni Basel die Sportlehrer- Ausbildung ab.

Den Bewegungsmenschen Karin Suter-Erath traf es doppelt schwer, als sie 1997 nach einem Unfall querschnittgelähmt im Spital aufwachte. Karin Suter-Erath fand indes schnell zu ihrer Lebensenergie zuru?ck und entdeckte ihre Faszination fürs Rollstuhl-Tennis. Schnell stellte sich der Erfolg ein. 1999 stiess sie am US Open in den Achtelfinal vor.

2004 gewann sie an den Paralympics Bronze im Doppel mit Sandra Kalt. Von 2005 bis 2007 gehörte die Baslerin zu den zehn besten Rollstuhl-Tennisspielerinnen der Welt und gewann mehrere bedeutende internationale Turniere. Bis zu 15 Stunden trainierte sie wöchentlich. Nun will sie etwas kürzer treten. Sport und Bewegung werden jedoch immer zu ihr gehören – schon von Berufes wegen: Karin Suter-Erath arbeitet als Sportlehrerin an der Rehab Basel.

FCB - Zweiterfolgreichstes Jahr

Der FC Basel ist die Basler Mannschaft des Jahres. Zweifellos eine verdiente Auszeichnung, war doch 2008 das zweiterfolgreichste Jahr in seiner langen und ruhmreichen Vereinsgeschichte. Erst zum dritten Mal nach 1967 und 2002 schaffte der Stadtclub das Double aus Meisterschaft und Cup. Zudem gelang ihm zum zweiten Mal der Einzug in die Champions League, was durchschnittlich bloss alle drei Jahre ein Schweizer Verein vollbringt. Einzig 2002 verlief für den FCB noch erfolgreicher. Damals krönte er den Double-Gewinn mit der sensationellen Qualifikation für die Zwischenrunde der europäischen Königsklasse.

Baumeister des Basler Erfolges war Christian Gross. Der Trainer ist mittlerweile in seiner zehnten Saison beim FCB tätig und je vier Cupsiege sowie Meisterschaften zieren sein persönliches Palmares. Wenig verwunderlich deshalb, dass der Verein kurz vor Weihnachten den Kontrakt mit seinem Erfolgstrainer um zwei weitere Jahre bis 2011 verlängerte. Garant für den Erfolg ist aber auch ein stabiles Clubumfeld. Präsidentin Gigi Oeri engagiert sich mittlerweile auch bereits seit zehn Jahren im Verein. Mit Vizepräsident Bernhard Heusler hat der Vorstand in den letzten Jahren eine profilierte Persönlichkeit hinzugewonnen. Kommt dazu, dass Chefscout Ruedi Zbinden immer wieder sein gutes Auge fu?r verheissungsvolle Talente bewiesen hat, so konnte im Januar seine Entdeckung Felipe Caicedo für rund 11 Millionen Franken zu Manchester City verkauft werden.

Als Schlüsselfigur in der Basler Mannschaft kristallisierte sich 2008 ein Einheimischer heraus. Benjamin Huggel lief im Meisterrennen zu grosser Form auf und war im Herbst der beste Spieler. Positives Zeichen für die starke Juniorenbewegung des Clubs ist es, dass in diesem Jahr mit Eren Derdiyok und Valentin Stocker zwei aus dem FCB-Nachwuchs zu Nationalspielern gereift sind. (jg/pd)

Erstellt: 21.01.2009, 10:51 Uhr

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3 Kommentare

René Böse

13.01.2009, 10:49 Uhr
Melden

Rotschi kann in Zukunft nur noch der "Wollerauer Sportler des Jahres" werden. Antworten


Fritz Meier

13.01.2009, 10:51 Uhr
Melden

Jetzt sind die Sportjournalisten also schon so tief gesunken, das sie einen Steuerflüchtling zum Basler des Jahres wählen! Was kommt wohl als Nächstes? Der Goethepreis für Beni Thurnheer? Antworten



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