Basel
S-Bahn: Baselland will ins Herz der Stadt
Von Michael Rockenbach. Aktualisiert am 08.12.2008 25 Kommentare
Alles neu: Mit einem Tunnel soll der Bahnhof SBB mit dem Badischen Bahnhof verbunden werden – was das S-Bahn-Netz umkrempeln würde. Grafik BaZ
Umfrage
Nun will sich auch die Baselbieter Regierung finanziell am S-Bahn-Herzstück durch Basel beteiligen. Doch braucht es die 1,4 Milliarden Franken teure Bahnverbindung durch die Stadt überhaupt?
JA
NEIN
Artikel zum Thema
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von baz.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Das Projekt klingt ziemlich grossstädtisch: Das Herzstück der Regio-SBahn soll den Bahnhof SBB mit dem Badischen Bahnhof verbinden und täglich 50'000 Passagiere durch den Basler Untergrund transportieren. Per Bahn kommen sie aus der Agglomeration mitten in die Stadt, zu den Haltestellen Marktplatz und Claraplatz.
Das Projekt hat nur einen Nachteil. Es ist teuer. Sehr teuer. Auf 1,4 Milliarden Franken werden die Kosten veranschlagt. Und auf Beiträge aus Bern aus der Leistungsvereinbarung von Bund und SBB dürfen keine allzu grossen Hoffnungen gesetzt werden. «Der Spielraum für grosse Neubauprojekte ist dort beschränkt», heisst es in einer Zweckmässigkeitsstudie für das Herzstück der Regio-S-Bahn.
Unbestritten
1,4 Milliarden Franken – so viel kann der Kanton Basel-Stadt kaum alleine zahlen. Trotzdem ist das Projekt realistisch. Der Kanton Basel-Landschaft sagt für die Planung und Realisierung des Herzstücks Unterstützung zu. «Dieses Projekt ist wichtig für die ganze Wirtschaftsregion, und dazu gehört auch das Baselbiet», erklärt Baudirektor Jörg Krähenbühl (SVP).
Die Probleme, die sich aus der zunehmenden Mobilität ergeben, könnten nur gemeinsam gelöst werden – mit einem attraktiven ÖVAngebot, das die Pendler weg vom Auto bringt. In einer der nächsten Regierungsratssitzungen beantragt er darum, dass Baselland das Vorprojekt im gleichen Umfang wie Basel-Stadt unterstützt, das heisst mit 600'000 Franken. Weitere 300'000 Franken werden von den SBB erwartet. Krähenbühl geht davon aus, dass der Baselbieter Beitrag in der Regierung unbestritten sein wird. Der Landrat wird vermutlich im nächsten Frühjahr über die Beteiligung entscheiden.
Die Basler rechnen aber jetzt schon mit den Beiträgen. «Dieses Projekt nützt beiden Kantonen viel, darum sollte es auch partnerschaftlich finanziert werden», sagt Alain Groff, Leiter Öffentlicher Verkehr im Wirtschaftsund Sozialdepartement. Dabei denkt er auch an den milliardenteuren Bau. In Basel geht man davon aus, dass das Baselbiet in dieser Phase ähnlich viel wie der Stadtkanton zahlen wird. Weitere Beiträge werden aus dem Fricktal, aus Südbaden und dem Elsass erwartet. Gebaut ist das Herzstück frühestens in 20 Jahren. (Basler Zeitung)
Erstellt: 08.12.2008, 08:51 Uhr
WRITE A COMMENT
25 Kommentare
Meiner Meinung nach sollte man in zukunft mit diesem Geld lieber den öV in der Agglomeration ausbauen. Es hat nur einen Halbstunden-Takt auf der S1, die Züge sind zu kurz/klein. Die Busverbindungen im Kanton AG an das angrenzende BL sind dürftig usw.. Also gebt das Geld mal für die gesamte NWS aus, anstatt immer für das super gut angeschlossene Basel, mit den vielen Trams und Bus. Antworten
Basel ist keine Grossstadt. Aber diese Diskussion ist eigentlich müssig. Vielmehr sollte interessieren, was die wirklichen Bedürfnisse einer Region sind. Befreit von Vergleichen. Wo und wie kann sich Basel entwickeln? Da wäre vielleicht auch mal wieder eine kleine Diskussion über die Kantonsvereinigung fällig? Eine Region - Ein Kanton. Vorgartendenken elminieren. Antworten
Roman Freudig: furchtbare Verallgemeinerungen. Zürich war nicht immer so, wie sich jetzt präsentiert. Das "man" ist hier nicht angebracht. Ich lebe seit 10 Jahren sehr gerne in Zürich, schätze aber auch Basel. Das man die beiden Städte nicht vergleichen kann und sollte, muss ich leider immer nur in Basel erklären. Ich finde die Idee reizvoll und verweise auf den Vergleich mit Newcastle-upon-Tyne. Antworten
S-Bahn finde ich gut, aber dass diese nun auch noch durch den Flaschenhals Innenstadt/Marktplatz geführt werden soll, ist mir unverständlich. Die Geschäfte in der Innenstadt sind weissgott gut bedient, es wäre langsam an der Zeit, weitere Zentren entstehen zu lassen (Stichwort "Basel Nord"). Antworten
Alfred Christen: Zu einer gefragten Grossstadt wird man nicht indem man ein paar Bauten realisiert. Man braucht das gewisse "etwas". Zürich hat das. Dort geht man gerne aus, dort kauft man gerne. Basel ist einfach nur langweilig. Theo Meier: Was hindert dich daran, jetzt schon mit den öV in die Stadt zu fahren? Antworten
Die meisten Utopien in Basel sind verworfen worden und Basel bleibt verglichen mit anderen Städtten Europas Bananenrepublik. Casino, Multiplexkino,Hoffrocheturm,Südumfahrung, Weihnachtsmarkt auf dem Münsterplatz und vieles andere mehr sind gescheitert, unseres spontanes kreatives Denken ist in Basel nicht mehr gefragt. Natürlich wäre dieses Projekt sinnvoll, aber Basler bleiben Basler. Antworten
Die Idee ist sehr gut, das Problem ist nur: das Teil müsste spät. in 5 Jahren stehen und nicht erst in 2028, weil da werden wir bereits unter den Folgen des Verkehrs am ersticken sein. Und die Kosten: wir haben bereits viele Strassentunnels etc gebaut, die auch sehr teuer waren. Wieso wird da eigentlich nie gefragt, ob das nötig war aber ständig beim ÖV? Antworten
Das Projekt ist super und erwünschenswert, ich als Städter begrüsse das Projekt, weil ich so auch in die Region rausfahren kann ohne dass ich es mit dem Auo tun muss.Ausserdem sind immer noch viel zu viele Grenzgänger jeden mit dem Auto in der Stadt am Parkplatz suchen.Ausserdem tuts der gesammten Region aus Ökologischer sicht sichelich gut.Die Aglo hat besfimmt 500 000 Einwohner,deshalb ein "JA " Antworten
Ich verstehe nicht, warum man den ganzen S-Bahn-Verkehr durch diesen Flaschenhals Bahnhof SBB - Zentrumtunnel pressen will. Meines Erachtens müsste man an den bestehenden Strecken zuerst neue S-Bahn-Stationen bauen (Roche-Breite, Morgartenring) und eine Direktverbindung vom Birstal zum Badischen Bahnhof bauen. Später könnte man den West- und Ostast mit einer Strecke im Norden verbinden. Antworten
Schön, dass viele User hier den Nutzen einer S-Bahn, die dann endlich diesen Namen verdient einsehen. Leider hat die Region Basel hier mind. 20 Jahre verschlafen. Herr Abdul R. Furrer bitte denken Sie, dass die meisten Pendler, die täglich am Bahnhof SBB ankommen eben nicht dorthin wollen, sondern Richtung Kleinbasel etc. Nur mit einem Herzstück sind Verbindungen z.B. Aesch - Kleinbasel möglich! Antworten
Die Kosten stehen m. E. in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen. Ausserdem müsste die Haltestelle Innerstadt so tief angelegt werden, dass man mehrere Minuten bis zur Oberfläche braucht. Eine Optimierung der bestehenden Verbindungsbahn (Ausfahrt Bad. Bahnhof, Einfahrt Bahnhof SBB!) und der Tramlinien (weniger verschlungene Linienführungen!) wäre viel billiger und schneller realisierbar. Antworten
Zumindest ernsthaft prüfen muss man dieses Projekt allemal. Dass Basel noch immer als Kleinstadt wahrgenommen wird, hat mit den vielen Grenzen in unserer Region zu tun. In Tat und Wahrheit braucht es solche Projekte, und sei es nur um den Blick mal auf das ganze urbane Gebiet Basels zu lenken und es als Einheit verstehen zu lernen. Antworten
Das Projekt ist absolut notwendig. Und bevor hier wieder gegiftelt wird, sollte doch bitte jeder einen Blick in die topseriöse, nüchtern-sachliche Vorstudie von 2004 werfen. Tatsächlich hat Basel hier Nachholbedarf. Andere Städte ähnlicher Grösse im Ausland (Rennes, Newcastle-upon-Tyne, Bilbao, Porto) haben in der Vergangenheit noch viel mehr als die 1,4 Mrd. in den ÖV investiert. Antworten
Die Idee einer echten S-Bahn ist bestechend. Doch man sollte zum Vornherein bedenken, dass die Kosten solcher Megaprojekte, bei denen es um Steuergelder geht, praktisch immer viel zu tief kalkuliert werden, um das Projekt den Steuerzahlenden schmackhaft zu machen. Später, wenn es kein Zurück mehr gibt, kommen die wahren Kosten an den Tag (Beispiele dafür gibt's genug.) Ich rechne 2,5 Mrd. CHF Antworten
50'000 Personen täglich in die Innerstadt ?? Das ist doch völlig realitätsfremd. A. haben Pendler ihre Arbeitsplätze im Norden (Chemie) oder im Süden (Dreispitz) und werden das "Herzstück" somit kaum benützen und B. werden Shopper ihre Einkäufe genau so wenig mit der S-Bahn wie jetzt mit Tram und Bus nach Hause karren. Vielen Dank für dieses tolle Abschiedsgeschenk, Ralph Lewin ! Antworten
Basel
Umfrage
Erst Metropolitanregion dann Kantonslobbyist – und nun eine parlamentarische Gruppe: Die Region Basel will in Bern besser gehört werden. Braucht es diese neue Organisation?


Heinz Meier
Herr Baumann: Selbstverständlich profitieren alle Strecken vom Herzstück - nur der Stadt Basel nützts wenig. Antworten