Schulhauskeller wird Asylunterkunft

Weil die Zahl von Asylsuchenden schweizweit markant zunimmt, weicht die Empfangsstelle Basel auf die Zivilschutzanlage unter dem Primarschulhaus Kleinhüningen aus. Der Quartierverein reagiert empört.

Neues Quartier. Asylsuchende sind in der Zivilschutzanlage unter der Primarschule Kleinhüningen untergebracht. Foto Lea Hepp

Neues Quartier. Asylsuchende sind in der Zivilschutzanlage unter der Primarschule Kleinhüningen untergebracht. Foto Lea Hepp

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Für 260 Personen ist das Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel ausgelegt. Die Räume sind deutlich überbelegt: heute leben 420 Asylsuchende in der Liegenschaft beim Zoll Otterbach. Vor wenigen Wochen nahm das EVZ Basel deshalb eine Zivilschutzanlage auf dem Firmengelände der Industriellen Werke Basel (IWB) an der Neuhausstrasse in Betrieb, wo aktuell 80 weitere Personen untergebracht sind. Doch auch diese Lokalität reicht nicht.

Erschwerend hinzu komme die bevorstehende Festtagszeit, so Michel Pedrett, Chef des EVZ Basel: «Asylsuchende, deren Befragung abgeschlossen ist und die wir an die verschiedenen Kantone weiterleiten sollten, werden dort erst wieder im neuen Jahr übernommen.» Deshalb habe das Bundesamt für Migration (BFM) kurzfristig verfügt, eine weitere temporäre Aus-senstation in Betrieb zu nehmen. Den Entscheid zur Lokalität fällte der Gesamtregierungsrat auf Antrag von Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass.

Schulareal tabu

Die Wahl fiel auf die Zivilschutzanlage unter der Primarschule Kleinhüningen an der Bonerstrasse 30. «Kein idealer Ort», findet Beat Widmer, Mitglied der Schulhausleitung, die schon im September über die Zwischennutzung informiert worden ist. Widmer setzte durch, dass für die maximal 80 Asylsuchenden, die sich tagsüber frei bewegen dürfen, das Schulhausareal tabu bleibt. Zudem werden die vorwiegend aus Afrika stammenden Männer erst nach 8 Uhr früh ihre Unterkunft verlassen dürfen, wenn die 230 Schülerinnen und Schüler im Alter von sechs bis elf Jahren bereits im Klassenzimmer sitzen. Widmer will die Entwicklung sehr genau beobachten, vertraut aber auch auf die strikte Kontrolle durch die private Betreiberfirma ORS Service AG und die Securitas: «Die Unterbringung von Asylsuchenden an der Neuhausstrasse jedenfalls war bei uns nicht spürbar.»

Deutlich heftiger reagiert Georges Böhler, Präsident des Neutralen Quartiervereins Kleinhüningen: «Man weiss doch, dass schwarze Asylbewerber zu einem hohen Prozentsatz in Drogengeschäfte verwickelt sind. Sie so nah bei einem Schulhaus unterzubringen ist verantwortungslos.» Böhler kritisiert, das Kleinbasler Quartier werde schon seit Jahrzehnten mit Einrichtungen belastet, um die besseren Gegenden der Stadt zu verschonen. Besonders sauer stösst Böhler die praktisch inexistente Information der Anwohnerinnen und Anwohner auf. Tatsächlich erhielten diese zur gestrigen Öffnung nur vereinzelt und erst am Dienstag einen knapp gehaltenen Zettel in den Briefkasten verteilt.

«Wir liessen ein paar Zettel verteilen in der Annahme, dass sich die Information schon herumspricht», nimmt EVZ-Chef Michel Pedrett Stellung. Von einer frühzeitigeren Orientierung habe er abgesehen, weil erst sehr kurzfristig klar geworden sei, dass man die Zivilschutzanlage tatsächlich beanspruche. (Basler Zeitung)

Erstellt: 19.12.2008, 17:15 Uhr

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9 Kommentare

Urs Heinimann

22.12.2008, 10:30 Uhr
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Dank des Schengenabkommens können wir Asylbewerber, die vorher in einem anderen Schengenland ein Asylgesuch gestellt haben, dorthin zurückbeordern. Das sollte sofort umgesetzt werden, dann wären die meisten Zivilschutzanlagen wieder frei. Antworten


Reto La Roche

21.12.2008, 22:51 Uhr
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@ Urs Keller! Genau was Sie sagen, lieber Herr Keller, genau das wird, wenn wir uns alle nicht sehr bald zur Wehr setzen, leider, schlimme Tatsache werden! Was wollen all diese Menschen bei uns, es sind ja alles meist junge kräftige Männer, die hier nur herumhängen, wohl kaum politisch Verfolgte! Antworten


Urs Keller

21.12.2008, 17:00 Uhr
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Es macht keinen Sinn, dass ein ganzer Kontinent in einen Anderen auswandert, es sind schlicht und einfach zuviele. Die Rückführungen sind fast unmöglich, und die Sozialwerke bekommen Schlagseite. Ja es ist richtig, was Reto La Roche sagt, wo gehen die Schweizer bei einer Katastrophe hin, wen die Zivielschutzanlagen von Asyl & Wirtschaftsflüchtlingen belegt sind. Antworten


Urs Keller

21.12.2008, 16:47 Uhr
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Es werden noch einige mehr Asyl & Wirtschaftsflüchtlinge werden. Es warten noch 2 Millionen notdürftige Afrikaner auf eine Einreise in die Schweiz. Die Geister die ich rief, ich ward sie nimmer los. Die USA haben Einwanderungsquoten, und andere Länder haben hohe Depos für Jahresaufenthalter. Und wir haben die Notunterkünfte..........Humanität hat ihre Grenzen oder wir zerbrechen. Antworten


Kerstin Caduff

20.12.2008, 01:19 Uhr
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Ein wirckliches danke an alle, die noch von einer anderen, gerechteren Welt zu träumen wagen; für Alle, deren Einsatz im Alltag stattfindet, von Mensch zu Mensch und sich nicht in einer weihnächtlichen Spende für die hungernden ,,Negerlein,, in Afrika erschöpft. Antworten


Caduff Kerstin

20.12.2008, 01:00 Uhr
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Ich möchte mich hierf ür das Weihnachtsgeschenk bedanken die die zuständigen Politiker unseren Kindern Lehrern und uns Eltern machen auf Weihnachten. Es ist so absurt nun sagen zu müssen meine Kinder besuchen die Schule in einem Asylheim?! Eine Bünder Familie mitten drin. Antworten


Peter Meier

19.12.2008, 21:45 Uhr
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Die meisten Asylgesuchsteller kommen aus Ländern wo kein Krieg herrscht wie dem ehemaligen Jugoslawien, vieles sind Wirtschaftsflüchtlinge oder Deserteure (Eritrea). Die echten Hilfsbedürftigen kommen kaum aus ihren Ländern raus. Es wird sich nun zeigen ob mit Dublin wirklich alles besser wird oder ob dies wieder mal eine Mogelpackung der EU Turbos war. Antworten


Abdul R. Furrer

19.12.2008, 20:22 Uhr
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Leider sind es Fehler von Herrn Blocher gewesen, die jetz leider mit solchen Massnahmen gehandelt werden müssen. Die meisten Asylansteller kommen aus Ländern wo Krieg und Epidemien herrscht, Somalia, Sri Lanka, Eritrea etc.. Antworten


Reto La Roche

19.12.2008, 14:19 Uhr
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...und was ist, wenn wir die Zivilschutzanlage z.B. wegen eines Krieges oder einer Katastrophe selber brauchen?! Antworten



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