Basel

Schulkinder sollen länger schlafen dürfen

Von Patrick Künzle. Aktualisiert am 18.12.2010 43 Kommentare

Der Grosse Rat stimmt einem Vorstoss der SP für einen späteren Schulstart zu. Der Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann (LDP) zeigt sich davon wenig begeistert.

Studien zeigen, dass schon eine Verschiebung des Schulbeginns um eine halbe Stunde zu deutlichen Leistungsverbesserungen der Schüler führen würden.

Studien zeigen, dass schon eine Verschiebung des Schulbeginns um eine halbe Stunde zu deutlichen Leistungsverbesserungen der Schüler führen würden.
Bild: Keystone

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Umfrage

Der Grosse Rat möchte, dass Basels Schulkinder morgens rund eine Stunde länger schlafen dürfen. Er überwies einen Vorstoss der SP. Ein späterer Schulstart würde die Leistungsfähigkeit der Kinder verbessern, wurde argumentiert. Soll die Schule morgens später beginnen?

Ja

 
45.6%

Nein

 
54.4%

838 Stimmen


Schulkinder müssen morgens früh aus den Federn. Der Unterricht in der Orientierungsschule (5. bis 7. Schuljahr) beginnt schon um 7.40 Uhr. Zu früh, wie Grossrätin Franziska Reinhard (SP) meint. «Der frühe Schulstart ist für viele Kinder eine Qual», sagt sie. Zu wenig Schlaf sei ungesund. Internationale Studien würden zeigen, dass schon eine Verschiebung des Schulbeginns um eine halbe Stunde zu weniger Verspätungen, deutlichen Leistungsverbesserungen und einer geringeren Krankheitsanfälligkeit führen würden. Der Grosse Rat folgte am Donnerstag der Argumentation Reinhards und überwies ihren Vorstoss mit 34 gegen 29 Stimmen dem Regierungsrat zur Berichterstattung.

Was der Regierungsrat vom Vorstoss hält, machte Erziehungsdirektor Christoph Eymann (LDP) während der Parlamentsdebatte deutlich: gar nichts. Er wies das Parlament darauf hin, dass es in den vergangenen Jahren Blockzeiten für die Schule gefordert habe, damit vor allem berufstätige Eltern ihren Tagesablauf verlässlich planen könnten. Er bezeichnete das Anliegen der SP als «Rückschritt».

Vier neue Turnhallen nötig

Ein späterer Unterrichtsbeginn am Vormittag hätte gravierende Folgen, führte Eymann aus. Beispielsweise müsste die fehlende Stunde hinten angehängt werden – was sich auf die Freizeitaktivitäten der Kinder negativ auswirken könnte. Oder der spätere Schulbeginn müsste durch eine Verdichtung des Stundenplans kompensiert werden. «Daraus ergäben sich Raumprobleme.» Seine Chefbeamten hätten grob ausgerechnet, dass vier neue Turnhallen gebaut werden müssten.

Kritik am Vorstoss kam auch von bürgerlichen Parlamentariern. André Auderset (LDP) sah im frühen Schulbeginn «kein grosses Problem». Süffisant wies er darauf hin, dass die morgendliche Müdigkeit der Schüler nicht nur vom Biorhythmus, sondern auch von der Qualität des Fernsehprogramms des Vorabends abhängig sei. Emmanuel Ullmann (GLP) schlug als Mittelweg «Einlaufzeiten» in der Schule vor. Die Kinder könnten bereits um 7.30 Uhr zur Schule kommen und wären dann auch betreut, der Unterricht würde aber erst eine Stunde später beginnen. Eymann entgegnete: Dies sei nicht praktikabel. (Basler Zeitung)

Erstellt: 18.12.2010, 08:56 Uhr

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43 Kommentare

Felder René

18.12.2010, 09:04 Uhr
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Wieder typisch SP. Leistungsschmälerung beim Entstehen und Leistungserhöhung bei den Bezügen. Unsere Schüler sind bereits 07.10 in der Schule und allen geht es gut bei denen die Eltern am Vorabend sich um ihre Aufgabenstellung bemühen. Die anderen träumen halt ein wenig. Die, die es nie lernen sind dann halt das ganze Leben lang sogeannte Träumer. Könnte das die SP sein? Antworten


Walter Ritschard

18.12.2010, 10:02 Uhr
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Warum wundere ich mich nicht über diesen Schwachsinn. Weil dies eigentlich nur von der linken Ecke mit einer antiautoritären Erziehung kommt. Die sollen früher ins Bett. In dem Alter sollte es kein Problem sein zu ausgeschlafen in die Schule gehen. Als nächstens könnte man die Arbeitszeit am Morgen für die über 50 jährigen gesetzlich ab 9 Uhr vorschreiben schliesslich haben sie genug geleistet!!!! Antworten



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