Basel
«Selbstverständlich habe ich eine Chance»
Von Joel Gernet. Aktualisiert am 30.09.2011 11 Kommentare
Die Termine in der Übersicht
Fragen Sie die Ständeratskandidaten, was Ihnen schon lange unter den Nägeln brennt. Die sechs Ständeratskandidaten aus der Region Basel geben Ihnen Antwort.
Do., 29. September, 14 Uhr: Daniel Stolz
Di., 4. Oktober, 10 Uhr: Elisabeth Scheider
Do., 6. Oktober, 10 Uhr: Claude Janiak
Di., 11. Oktober, 14 Uhr: Sebastian Frehner
Do., 13. Oktober, 14.30 Uhr: Caspar Baader
Di., 18. Oktober, 14 Uhr: Anita Fetz
So können Sie die Fragen stellen…
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In gut drei Wochen weiss FDP-Grossrat Daniel Stolz, wie er im Ständeratswahlkampf gegen Sebastian Frehner (SVP) und Anita Fetz (SP) abgeschnitten hat. Er selber gibt sich im Video-Interview mit baz.ch kämpferisch: «Selbstverständlich habe ich eine Chance», antwortet der 43-Jährige auf die Frage, ob er denn überhaupt eine Wahlchance habe. «Wer für Basel in der Ständerat einzieht bestimmt immer noch das Volk – und nicht irgendwelche Umfragen.»
Dass er und sein SVP-Konkurrent Frehner sich gegenseitig bürgerliche Stimmen abjagen im Kampf gegen Favoritin Fetz, glaubt Stolz nicht: «Ich sehe es genau umgekehrt! Er ist eher rechtskonservativ, ich bin sehr liberal. Wir sprechen nicht überall die gleichen Leute an». Bei einem einzigen bürgerlichen Kandidaten, bestehe hingegen das Risiko, dass insgesamt weniger Wähler gegen Fetz mobilisiert werden könnten.
Kampfjets und Bildung
Als grosser Vorteil gegenüber Fetz sieht Stolz seine Parteizugehörigkeit. Dies betont er im Wahlkampf immer wieder, so auch im Interview mit baz.ch: «Ich würde als FDP-Mitglied einer der beiden ganz grossen Gruppen im Ständerat angehören, das ist wichtig für die Vernetzung und die Lobbyarbeit.» Weil die Region Basel – und Städte ganz generell – seiner Meinung nach im Ständerat zu wenig Gewicht haben, würde Stolz im Fall einer Wahl nach Bern eine Interessengruppe mit Parlamentariern aus beiden Räten lancieren. «Es braucht dingend eine Lobby für die Nordwestschweiz und die Städte – nicht zuletzt in bürgerlichen Kreisen.»
Der 43-Jährige ist optimistisch, dass er mit so einer Seilschaft zum Beispiel die Uni-Millionen im Nationalrat durchgebracht hätte. Zudem würde er Gelder in Bildung, Forschung und Infrastruktur investieren – aber keine Milliarden in die Landwirtschaft. Gegen neue Kampfjets hat Stolz nichts einzuwenden. Er würde das Volk bei diesem umstrittenen Entscheid allerdings mit einbeziehen.
Für die Kinderadoption durch gleichgeschlechtliche Paare
In der Diskussion um kulturelle Freiräume erachtet Stolz eine Mischung aus staatlichen und privaten Initiativen als ideal. «Für eine Stadt wie Basel ist es gut, dass es Freiräume gibt – gerade auch, um Krawalle zu verhindern.». Gar kein Verständnis hat Stolz, Leiter der Aidshilfe beider Basel und und Vorstandsmitglied im Basler Rockförderverein (RFV), wenn Chaoten sich diese Räume mit Gewalt aneignen und Gebäude zerstören. «Krawalle sind nie zu dulden», hat Stolz kurz zuvor im BaZ-Facebook-Chat verlauten lassen. Das eigentliche Problem der Volta-Ausschreitungen von vergangenem Wochenende macht er nicht beim Verhalten der Polizei aus, sondern bei SP-Regierunsrat Hanspeter Wessels, welcher die Besetzung der Voltamatte nicht hätte dulden dürfen.
Neben seinem – für einen Liberalen logischen – Einsatz für die regionale Wirtschaft, spricht sich Stolz auch – und das ist eher ungewöhnlich – dafür aus, dass gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren dürfen: «Es gibt aus liberaler Sicht kein Grund, warum dies verboten werden sollte», findet der 43-Jährige. Auch den Atomausstieg («mit der Bevölkerung zusammen und dem Schutz der Exportindustrie») und eine Kantonsfusion mit dem Baselbiet befürwortet Stolz. Letzteres am besten als Zusammenschluss der «gesamten Nordwestschweiz».
Hier können sie das Protokoll des BaZ-Facebook-Chats mit Daniel Stolz nachlesen. Am Dienstag, 4. Oktober, um 10 Uhr gibt es die nächste Fragerunde mit Elisabeth Schneider-Schneiter. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.09.2011, 15:12 Uhr
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11 Kommentare
Im BaZ-Interview von letzter Woche stellte sich heraus, dass Stolz sich in Bern nicht so auskennt. Man hatte den Eindruck, dass sein Horizont an der Birs aufhört. Lobbying tönt gut. Wenn einer aber in Bern bei Null beginnt, müsste er Jahre dort verbringen um was zu erreichen. Fetz beginnt nicht bei Null. Antworten
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