Basel

«Sind Sie im Tram jemals in Ketchup gesessen?»

Von Alexander Müller. Aktualisiert am 21.04.2009 48 Kommentare

Dass BVB und BLT künftig in ihren Trams und Bussen das seit längerer Zeit geltende Ess- und Trinkverbot mit Bussen durchsetzen wollen, schlägt bei baz.online-Lesern hohe Wellen.

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Wer im Tram ist, darf zwar nicht gebüsst werden, muss aber einen Unkostenbeitrag für die Reinigung bezahlen...
Bild: Margrit Müller

   

Die Abstimmung gibt BVB und BLT Recht: Rund zwei Drittel der User sind der Meinung, dass die Strafmassnahme gerechtfertigt ist. Vielen stinkts nämlich im Tram – wortwörtlich! So schreibt beispielsweise User Andreas Schneider: «Ich habe schon lange - im wahrsten Sinne des Wortes - die Nase voll davon, wenn im Tram neben mir genüsslich Döner, Pommes, Burger und andere stark riechenden Mahlzeiten eingenommen werden.» Während aber eine Verbannung der triefenden Döner vielen noch einigermassen einleuchtet, fragt sich Daniel Knusel, «ob es einem verwehrt sein wird, auf einer 20-minütigen Tramfahrt seinen Durst zu stillen? Oder was macht eine Person, deren Zuckerspiegel tief ist?» Die Entscheidung, was gerade noch erlaubt ist und was gegen die Regeln verstösst, müssen letztlich die BVB-Kontrolleure vor Ort treffen - kein leichter Job, befürchten viele User.

Verhungernde Fahrgäste?

Für Peter Ammon ist es höchste Zeit, «dass diese Abfallgesellschaft zur Ordnung gerufen wird.» Und zu den Argumenten der Bussen-Gegnern meint er: «Das tönt so, als könnte verdursten oder verhungern, wer aufs Essen und Trinken während der Fahrt verzichten muss.» Auch Hansueli Schelm wundert sich «warum alle immer am Essen sind. Und es sind nicht die, welche unterernährt aussehen. Gegen ein Schluck Wasser aus der Flasche bei heissem Wetter hat wohl auch die BVB und BLT nichts. Eigentlich erfordert der Anstand, dass man keinen Dreck liegen lässt.»

Ähnlich tönt es auch bei vielen anderen, die ihr Bedauern äusserten, dass es überhaupt nötig ist, ein solches Verbot zu verhängen und pochen auf mehr Eigenverantwortung und Anstand der Einzelnen. «Anstelle von Bussen verteilen, sollten wir alle mutiger sein und Schmutzfinke direkt auffordern, ihren Dreck mitzunehmen», meint auch Jolanda Häfeli.

Zu kleine Mistkübel

Doch auch fehlende Prävention von Seiten der BVB wird beklagt. «Würden die BVB/BLT endlich grössere Mistkübel in ihren Fahrzeugen anbringen, könnte man seine Abfälle, Zeitungen etc. auch artgerecht entsorgen, der Schmutzberg in den Tram und Bussen würde sinken», schreibt Viviane Bloch. Und dann wäre wohl auch das Verbot nicht nötig. Verbote gibt es ohnehin schon genug – beklagen viele der baz.online-User. Und andere bezweifeln, ob BVB/BLT überhaupt das Recht haben, ein solches Verbot mit Bussen zu ahnden. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.04.2009, 14:56 Uhr

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48 Kommentare

Peter Wyss

21.04.2009, 15:47 Uhr
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Wie sieht es eigentlich aus wenn ich meinen Döner, oder was auch immer, zwar mit ins Tram nehme, aber erst nach dem Aussteigen wieder weiter esse? Es heisst ja nur, dass es verboten ist im Tram zu Essen, vom Transport solcher Lebensmittel steht aber nichts. Soll die BVB mir erst einmal beweisen, dass ich das Essen auch im Tram konsumiert und nicht nur Transportiert habe. Antworten


Michael Trümmer

21.04.2009, 15:36 Uhr
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Was ist wenn ich mir an einem asiatischen (chicken fried rice) oder türkischem (Kebab) Take-Away was hole, mit dem im Plastikbehälter und/oder Plastiksack verpacktem Gericht ins Tram steige um es dann zuhause zu essen? Oftmals stört mich der davonströmende "Duft" im Tram selber auch, obwohl der Deckel noch drauf ist und ich noch nichts esse ...der Geschmack ist dafür umso besser :) Antworten



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