Basel

Sperrgutabfuhr: Hinbringen oder einfach rausstellen

Von Nadja Widmer. Aktualisiert am 15.12.2009 17 Kommentare

Wird es die Gratis-Sperrgutabfuhr weiterhin geben? Oder war das Testjahr eine einmalige Sache? Die Regierung wird demnächst darüber entscheiden.

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Vom Fernseher über ausgediente Skis bis hin zur Stehlampe stand alles auf dem Trottoir: Am 2. April 2009 fand im Gundeli die erste Gratis-Sperrgutabfuhr seit 15 Jahren statt.
Joël Gernet

   

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Vor einer Woche konnten die Bewohner der Quartiere Matthäus, Klybeck und Kleinhüningen zum vierten Mal ihre alten Sofas, Kommoden und Reisekoffer gratis vor der Haustüre entsorgen. Am Mittwoch sammelten die Mitarbeiter der Stadtreinigung erneut tonnenweise Sperrgut ein. Die Gratis-Touren erfolgen im Rahmen eines Pilotprojekts. In Kürze wird die Regierung darüber entscheiden, ob das Angebot weitergeführt wird. Grundlage für den Entscheid wird ein Bericht sein, den die beteiligten Amtsstellen verfassen. Konkret sind zwei Abteilungen involviert: Im Bau- und Verkehrsdepartement kümmert sich die Stadtreinigung um die Abfuhr des Sperrguts, im Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt ist das Amt für Umwelt und Energie (AUE) für das Abfallregime zuständig.

Die beiden Amtsstellen haben einen unterschiedlichen Auftrag bei der Entsorgung von sperrigen Gegenständen. Die Stadtreinigung hat die Zielvorgabe, für eine saubere Stadt zu sorgen. Oder wie es auf der Homepage heisst: «Basel wird die sauberste Stadt der Schweiz!» Das AUE dagegen hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben. Eine Gratisabfuhr, die nicht dem Verursacherprinzip entspricht, passt da nicht ins Konzept.

Sammeltage kosten 700'000 Franken

In den 16 Jahren ohne Gratis-Sperrmüllabfuhr hatte sich in den Haushalten viel angesammelt. Bei den ersten Entsorgungstouren türmten sich entsprechende Möbelberge auf den Trottoirs. Inzwischen hat sich die Situation gebessert. Stadtreinigungsleiter Alexander Isenburg plädiert auch deshalb für ein weiteres Testjahr. «Um den gewünschten Effekt eines Rückgangs der wilden Deponien zu bekommen», wie er vergangene Woche sagte. Die in jedem Quartier drei- bis viermal durchgeführten Sammeltage kosteten total 700'000 Franken. Eine halbe Million decken Zusatzeinnahmen aus der Sackgebühr: Beim Preisaufschlag wurden zehn Rappen pro Sack für den Sperrmüll berechnet.

Dem AUE schwebt eine für den Bürger weniger bequeme Variante vor: Zum einen sollen die RecyclingParks besser propagiert werden. Im St. Johann (Lottner an der Flughafenstrasse) und in Kleinhüningen (Remondis an der Bonergasse) können verschiedene Materialien gratis, andere gegen eine Gebühr entsorgt werden. Für die mehr als zwei Drittel der Wohnbevölkerung, die kein Auto haben, ist dies keine praktische Lösung.

Ein Recycling-Tram wie in Zürich?

Eine andere Idee ist das Recycling-Tram, wie es Zürich kennt. Das Tram mit Anhänger macht einmal im Monat an zehn Orten in der Stadt halt und nimmt Sperrgut entgegen, der zu Fuss oder mit Anhängern angeschleppt wird. «Das hat sich bewährt», sagt Leta Filli, Sprecherin Entsorgung und Recycling Zürich. «Das Angebot wird genutzt und das wilde Deponieren ist zurückgegangen.» In Basel gibt es gemäss BVB-Sprecherin Dagmar Jenny lediglich zwei Orte, an denen ein Recycling-Tram an einem solchen Recycling-Tag stehen könnte: Bei den Haltestellen St. Jakob und Aeschenplatz. «Aber wir haben kein Gleis, das zur Kehrichtverbrennungsanlage führt.»

Ob die Basler ihre kaputten Möbel künftig vor die Türe stellen oder selbst wegbringen müssen, entscheidet die Regierung. Und sie spricht sich damit indirekt dafür aus, welches der beiden Ämter beim Sperrmüll führend ist. Möglich wäre aber auch eine Mischvariante, sagte Isenburg: «Wir arbeiten mit dem AUE an einer Altenativlösung.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 15.12.2009, 08:11 Uhr

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17 Kommentare

Thomas Jauslin

15.12.2009, 08:41 Uhr
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Ich empfehle die Einführung von mobilen Recyclingparks! Analog der Gemeinde Riehen. Dort können die Leute ihre Sachen hinbringen, wo sich fachgerecht getrennt und entsorgt werden. Gewisse Sachen müssen auch bezahlt werden, was aus mehr als richtig ist. Das ist sicher besser, als dass alles einfach so auf die Strasse gestellt wird. An solchen Tagen sieht es ja aus wie auf einem Schlachtfeld. Antworten


hansruedi zürcher

15.12.2009, 09:54 Uhr
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Ich denke, dass wir hier in BS genug Steuern bezahlen und die Sperrgutabfuhr dadurch sicher schon längst bezahlt ist! Darum: Es soll gratis bleiben bei einer Abholung vor dem Haus, dies ist ökonomisch und ökologisch sinnvoller als wenn jeder da hinfährt und dadurch die schon gebeutelte Umwelt zusätzlich belastet. Wir brauchen Taten im Gegensatz zu Kopenhagen... Antworten



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