Basel

Streit um eine Fussgängerbrücke

Über den Morgartenring führt eine Fussgängerüberführung. Die Basler Regierung möchte diese durch eine Ampel ersetzen. Damit ist die Verkehrskommission des Grossen Rates nicht einverstanden.

Die Regierung möchte diese Brücke durch eine Ampel und Fussgängerstreifen ersetzen.

Die Regierung möchte diese Brücke durch eine Ampel und Fussgängerstreifen ersetzen.
Bild: Google

Die einzige Fussgängerbrücke in Basel soll nicht abgebrochen, sondern saniert werden, beantragt die Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (Uvek) des Grossen Rats. Die Regierung möchte das Bauwerk am Morgartenring durch eine Lichtsignalanlage ersetzen. Den Abbruch der Überführung bei der Gottfried Keller-Strasse plant der Regierungsrat im Zuge der Gesamterneuerung des Morgartenrings zwischen Langem Loh und General Guisan-Strasse. Die Uvek beantragt dem Parlament, den dafür verlangten Kredit um 50'000 Franken auf 3,27 Millionen Franken zu kürzen, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Bericht der Kommission hervorgeht.

Neben der Fussgängerüberführung gibt es seit 2006 zusätzlich einen behindertengerechten Übergang mit Zebrastreifen und Mittelinsel. Diesen möchte die Regierung mit einer Lichtsignalanlage sichern. Die Uvek will dagegen auf diese Investition von 250'000 Franken verzichten und die knapp 40 Jahre alte Überführung erhalten, obwohl sie eine schlechte Bausubstanz und Korrosionsschäden aufweist.

Für Schulkinder sicherer

Die Uvek räumt zwar ein, dass der Zebrastreifen häufiger benutzt wird als die Überführung. Diese sei aber gerade für die vielen Schulkinder im Quartier die sicherste Lösung. Die Regierung hält dagegen Über- und Unterführungen für Fussgänger für nicht mehr zeitgemäss. Die Uvek macht ausserdem auch städtebauliche Gründe für den Erhalt der einzigen Basler Fussgängerüberführung geltend.

Nach Angaben der Uvek kosten längerfristig betrachtet Erhalt und Sanierung der Überführung sowie die mit deren Abbruch verbundene Installation einer Lichtisignalanlage mit rund 350'000 Franken gleich viel. Weil der vom Parlament zu bewilligende Kredit jedoch nur die Investitions-, nicht aber die Unterhaltskosten enthält, reduziert sich dieser bei einer Sanierung um 150'000 Franken.

Davon möchte die Uvek 100'000 Franken in einen Versuch mit einem neuartigen lärmarmen «Nanosoft»-Belag auf dem ganzen Morgartenring investitieren. Das Tiefbauamt steht diesem Vorschlag gemäss dem UVEK- Bericht positiv gegenüber. Der Morgartenring sei aufgrund der vielen Anwohner eine geeignete Versuchsstrecke. Der neue Belag wird derzeit auch im Kanton Baselland getestet. (amu/sda/)

Erstellt: 10.09.2010, 11:21 Uhr

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12 Kommentare

Markus Weber

10.09.2010, 16:58 Uhr
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Ich fahre täglich viermal durch den Morgartenring, habe aber noch nie jemanden auf der Brücke gesehen, schon gar keine Schüler. Diese rennen auf und neben dem Fussgängerstreifen über die Strasse. Also weg damit. Eine Lichtsignalanlage kann man sich auch sparen, daran hält sowieso kein Fussgänger und Velofahrer. Antworten


jacques ben-schereq

10.09.2010, 16:21 Uhr
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ich habe jahrzehntelang am morgartenring gewohnt. die brücke habe ich nie benützt und auch selten jemanden gesehen, der darüber gelaufen ist. also, reisst diesen baupfusch ab. Antworten


Bea Baumgartner

10.09.2010, 16:13 Uhr
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Als direkte Anwohnerin der Brücke sehe ich täglich, dass dieser Uebergang gerade von den kleinen Kindern sehr genutzt wird, und sie so sicher auf die andere Seite kommen (ohne den Verkehr zu stoppen). Die Eltern können ihre Kinder so ruhiger in den Kindergarten und die Schule schicken, denn der Morgartenring ist eine dicht befahrene Strasse.Auf der Brücke sieht man sie wegen ihrer Grösse nicht. Antworten


Christoph Wydler

10.09.2010, 15:55 Uhr
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@ La Roche: Wer sich da wieder alles zum Experten erklärt! Gemäss offizieller Zählung benützen 40% der Kinder auf dem Schulweg die Brücke - vor allem natürlich die kleinen, die hinter dem Brückengeländer "versteckt" bleiben. Dementsprechend haben sich auch viele Eltern mit einer Petition für den Erhalt der Brücke eingesetzt. Antworten


Pat Merz

10.09.2010, 13:14 Uhr
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Ich schlage vor, noch eine Unterführung nebendran zu bauen. Dann kann der geneigte Steuerzahler aus 3 Optionen auswählen wie er diese hochwichtige Strasse überqueren möchte. Schilda lässt grüssen. Antworten


Christoph Müller

10.09.2010, 13:07 Uhr
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Ich fahre immer wieder dort durch und habe bis dato noch nie jemanden über diese "sichere" Überführung gehen sehen, warum wohl: zu faul die Treppen hochzusteigen und wenn es einen Fussgängerstreifen hat, warum auch sich die Mühe nehmen! Also weg mit dem Ding und den Baudeppen vors Büro stellen. Aber man muss nur schauen wer Vorsteher dieses Amtes ist...somit ist ja alles klar... Antworten


Martin Hunziker

10.09.2010, 12:57 Uhr
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Also ich finde das die brücke bestehen sollte, wenn sie jetzt dort auch noch eine ampel montieren wird es eine Stop-and-Go Strecke.Morgartenring+"brücke",Wanderstrasse alle 100 meter eine Ampel.Und für die schulkinder ist es sicher sicherer. Antworten


Peter Borchers

10.09.2010, 12:42 Uhr
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Es besteht bereits seit je her neben der Fussgängerbrücke ein Fussgängerstreifen, sowie ein Veloweg ohne Vortritt auf den Morgartenring. Gesteuert durch die beiden Lichtsignalanlagen von Morgartenring und Wanderstrasse fliesst der Verkehr auf dem Ring "blockweise". Somit musste bis jetzt niemand dort länger auf die Überquerung des Morgartenrings warten. Die Brücke kann ersatzlos entfernt werden. Antworten


Aschy Furrer

10.09.2010, 12:32 Uhr
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Das ist niemals die einzige Fussgängerbrücke in Basel. Spontan fallen mir noch die Passarelle zwischen Gundeli und Nauenstrasse, die Brücke über den Citiring beim Steinenparking, ein - und dazu noch zahllose, zumeist triste Unterführungen. Die Regierung ist wohl nie als Fussgänger im Einsatz... leider wäre solche Bodenhaftung aber erforderlich. Herr La Roche: absolut lächerlich Ihr Kommentar. Antworten


Andrea Strahm

10.09.2010, 12:10 Uhr
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@La Roche: dort laufen täglich unzählige Schülerinnen und Schüler drüber, vor allem vor Schulbeginn und nach Schulschluss, natürlich. Ist die Brücke weg, dürfen Sie als Automobilist sich über eine weitere rote Ampel freuen, womöglich mit manueller Auslösung, so dass die "grüne Welle" nicht spielt... Antworten


Reto La Roche

10.09.2010, 11:46 Uhr
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Absolut lächerlich diese Brücke, ich fahre fast täglich dort vorbei und kann kaum Fussgänger die sie passieren. Im Sommer jedoch machen sich hin und wieder Kinder den Scherz die Cabriofahrer mit einem kühlen Nass zu bescheren. Abbrechen...so rasch als möglich! Antworten


Müller Cheetha

10.09.2010, 11:34 Uhr
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Das einzige was hier nicht mehr zeitgemäss ist, ist unsere Regierung - leider. Antworten



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