Studenten besetzen Aula der Universität Basel

Die Akus, eine linke Studentengruppierung, hat am Mittwoch die Aula der Universität Basel besetzt.

Die Studenten fordern die Abschaffung des Unirats.

Elena Monti

Artikel zum Thema

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von baz.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Die Studentenproteste nahmen in Österreich ihren Anfang. Seit mehr als zwei Wochen ist der grösste Hörsaal der Universität Wien von Studierenden besetzt, die unter anderem gegen überfüllte Hörsäle und ein schlechtes Betreuungsverhältnis demonstrieren. Auch in Deutschland gibt es mittlerweile Proteste.

Nun haben die Studentenproteste auch Basel erreicht: Die Aktion kritisch-unabhängiger Studierender (Akus) hat um 10.00 Uhr die Aula des Kollegiengeba?udes in Basel besetzt. Bereits in der Nacht davor hatten Studenten in Basel Denkma?ler und Brunnen in der ganzen Stadt mit Scha?rpen geschmu?ckt um auf den Studentenprotest aufmerksam zu machen.

Gegen Studiengebühren

Zwischen 100 und 200 Studenten haben sich in der Aula versammelt und diskutieren über die derzeitig Situation an Schweizer Universitäten. Die Kernanliegen der Akus sind die Abschaffung der Studiengebühren, der Präsenzkontrollen und des Universitätsrats (mit dem Slogan: «Räteuni statt Uniräte»). Sie steht dem Bologna-System kritisch gegenüber und spricht von einer «Ökonomisierung der Bildung».

Die Studentische Körperschaft der Universität Basel (Skuba), die offizielle Studierendenvertretung, distanzierte sich bereits am Vortag der Aula-Besetzung von den Forderungen der Akus. «Wir wollen uns differenzierter äussern», sagte Vorstandsmitglied Lukas Kissling. Die Skuba ist in ihren Anliegen moderater: Sie ist nicht für die Abschaffung, sondern gegen die Erhöhung der Studiengebühren. Sie will nicht die Abschaffung der Uniräte, sondern eine bessere Einbindung der Studenten und eine transparentere Informationspolitik. Einzig bei den Präsenzkontrollen ist man sich mehr oder weniger einig: Mit ihnen ist auch die Skuba nicht glücklich. (amu/pak)

Erstellt: 11.11.2009, 18:37 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

25 Kommentare

bianca kibrom

17.11.2009, 23:43 Uhr
Melden

herr furrer, unnötige fakultäten abschaffen?Im tagesanzeiger letzten mai forderten sie schon, dass nutz bzw. sinnlose fakultäten wie soziologie, sozialpädagogik,psychologie,afrikaforschung,aegyptlogie und dererlei dinge, aufgehoben werden sollten.ersetzten sie doch, der korrektheit halber, das wort fakultäten durch studiengänge. und was bedeutet "bequemes leben" herr furrer? Antworten


Roman Geeser

13.11.2009, 17:59 Uhr
Melden

Eben hat der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt die Mittel für die Uni Basel substantiell erhöht. Die Studiengebühren decken einen winzigen Bruchteil des Budgets. Ich bitte alle auswärtigen Studentinnen und Studenten zu überlegen, was die Kantone BL und BS für sie leisten. Mit 37 % der Studentenschaft zahlen diese Kantone den Hauptteil des Budgets. Wer jetzt motzt, ist frei, die Uni zu wechseln. Antworten


Franz-Dominik Imhof

12.11.2009, 11:18 Uhr
Melden

1. Herr Furrer arbeiten über 80 Prozent der Studierenden noch neben ihrem Studium zu mehr als 25 %. 2. Wurde die Studiumsleistung durch das ECTS-System auf 1800 h pro Jahr festgelegt (oder 38 Stundenwoche bei 4 Wochen Ferien im Jahr). 3. Kommt die Gelder-Erhöhung, und das wird ja gerade von den Studierenden kritisiert, nicht den Bereichen zu gute, die der Gesellschaft nutzen. Antworten


David De Pretto

12.11.2009, 10:05 Uhr
Melden

Für unsere Probleme (Pharma) haben wir die UK, in der wir Studenten zusammen mit der Departementsleitung und der Studienkoordination die Probleme gemeinsam angehen und lösen. Für das braucht es keine Aula-Besetzung! Dominique Rudin, müssen wir jetzt die Unterstützung der Industrie verbieten, nur weil sie Germanistik nicht sponsert? Lächerlich! Unsere Lehre und Forschung ist trotzdem unabhängig! Antworten


Pierre Favre

12.11.2009, 09:56 Uhr
Melden

Im Gegensatz zu amerikanischen & brit. Unis, welche teilweise über 10'000 sFr. pro Jahr verlangen, sind die 1'500 sFr. in der CH doch ziemlich moderat. Allerdings frage ich mich, was in Ihren Augen "unnötige Fakultäten", Herr Fuhrer. Denken Sie nicht auch, dass die Wirtschaft für die Gesellschaft zu existieren hat und nicht umgekehrt? Wirtschaft als Mittel zum Zweck, nicht Selbstzweck, oder? Antworten


Abdul R. Furrer

12.11.2009, 07:22 Uhr
Melden

Gerade eben hat der Grosse Rat einer Erhöhung des Uni-Budgets von 540 auf 600 Millionen (!) zugestimmt und die verwöhnten "Studenten", welche sich dank Stipendien und Steuergeldern ein bequemes Leben leisten, haben nichts anderes zu tun, als weitere Forderungen zu stellen. Unverschämter geht es nicht mehr ! Unnötige Fakultäten abschaffen und Numerus Clausus verschärfen, aber sofort ! Antworten


Hans Weber

12.11.2009, 01:40 Uhr
Melden

1. Die Schmierereien stammen von einer Minderheit und sie werden von der Mehrheit kritisiert und entfernt! 2. Ob Phil I oder Phil II, Student ist Student. Wer "UnsereUni" belächelt ist zu faul um sich zu informieren und schadet nur sich selbst. Interesse zeigen, Diskussion anregen, kritische Meinung bilden. Das ist die Aufgabe von jedem Student an der Uni Basel, also steht auf und geht in die Aula Antworten


Dominique Rudin

12.11.2009, 01:07 Uhr
Melden

"Was wären die Naturwissenschaften an der Uni Basel ohne private, finanzielle Unterstützung?" - da hat jemand (ungewollt) des Pudels Kern erspäht. Mephisto in der Phil II: Quersubventionierungen für Firmen via Uni. Woher Drittmittel bspw. für die Germanistik nehmen ? Von 20 Minuten? für die Slawistik? Von Lukoil? Wofür braucht es überhaupt noch staatlich finanzierte Bildung? Antworten


Eric Ryhiner

12.11.2009, 00:29 Uhr
Melden

Es wird höchste Zeit, dass auch in der Schweiz der NC für alle Fächer eingeführt wird. Studiengebühren könnten dann problemlos abgeschafft werden und das Betreuungsverhältnis würde sich dadurch auch wieder verbessern. Presänzkontrollen brauchts nicht mehr, da die Dozenten ihre Studenten beim Namen kennen und es ausser Frage steht, nicht an die Uni zu gehen. Antworten


Lea Bill

11.11.2009, 20:46 Uhr
Melden

@max muster: Genau! Bei Negativschlagzeilen über junge Leute sind die Medien immer ganz gross. Jetzt, wo junge Menschen das Heft in die Hand nehmen und sich für ihre Rechte stark machen, schweigen sie sich aus. So viel zur neutralen Presse in der Schweiz! Antworten


max muster

11.11.2009, 19:39 Uhr
Melden

Wieso bringen die grossen schweizer Zeitungen überhaupt nichts dazu und die Lokalzeitungen nur oberflächliche Artikel? Die aussagekräftigsten Artikel gibts auf den Webseiten ausländischer Zeitungen. Zum Beispiel bei der Badischen Zeitung. Antworten


Karl Weber

11.11.2009, 18:56 Uhr
Melden

Richtig: Zugang zur Uni beschränken, aber nicht mit höheren Gebühren, sondern mit höherer Leistung. Die Unis werden so nicht überflutet von Leuten, die zwar studieren können, aber eigentlich gar nicht möchten aber trotzdem halt mal studieren gehen, weils ja eigentlich ganz gemütlich ist. Mehr Leistung ist gefragt, dann hat ein Studienabschluss in der Schweiz auch einen Wert. Antworten


David De Pretto

11.11.2009, 18:38 Uhr
Melden

Genau das ist das Problem dieser Gruppierung, Herr Meiendorf! Sie kommt vom linken Rand her, und hat das Gefühl, sie kann uns alle mobilieren. Doch genau dies wird nicht funktionieren. Haben sie überhaupt eine Ahnung, wie viele wohlhabende Basler viel Geld freiwillig der Uni Spenden, Lehrstühle sponsern etc.? Bevor sie "Reichen-Bashing" betreiben, bitte zuerst überlegen. Antworten


Claudio Meiendorf

11.11.2009, 17:42 Uhr
Melden

Schade, dass die Studenten keine Millionenschwere Lobby haben, um grössere Aktionen zu organisieren. Wenn es so weiter geht, sieht die Zukunft in der Bildung düster aus. Was haltet ihr von diesem Vorschlag: Man senkt die Steuern von den Reichen, kürzt weiterhin Gelder der Universitäten, lässt diese dann auch noch von Cola sponsern & studieren dürfen dann nur noch Leute mit einem Schnitt von 5.5?! Antworten


Isabelle Isabelle

11.11.2009, 16:29 Uhr
Melden

Aber vor Österreich und Deutschland gab es Frankreich, Italien, Griechenland, Spanien… Gleiche Gründe : nur ein Zufall ? nur lächerliche stundentische Unruhe ? Antworten


Franz-Dominik Imhof

11.11.2009, 16:24 Uhr
Melden

Hier zerreissen sich ja einige das Maul, die offensichtlich keine Ahnung von den Realitäten an den Unis haben. Die letzten Jahre haben viele massive Verschlechterungen gebracht, Bologna, Finanzierungsmangel und Übernahmeversuche privater Unternehmen in einzelnen Fachbereichen haben das System Universität von Innen ausgehöhlt. Antworten


David De Pretto

11.11.2009, 16:10 Uhr
Melden

Es gibt Dinge, die durch die Bologna-Reform enorm erschwert wurden, wie dass je nach Studienrichtung, es kaum mehr Werkstudenten gibt. Solche Misstände gibt es und sie sind ein grosses Problem. Nur gehen die Forderungen der AKUS zu weit und ich traf heute kaum jemanden aus meiner Fakultät (Phil II), der sich für die Anliegen der AKUS erwärmen kann. Da werden diese Aktionen höchstens belächelt. Antworten


Lucas Löw

11.11.2009, 15:39 Uhr
Melden

Eine relativ nutzlose Aktion, wie Herr De Pretto schon sagte. Ich persönlich fühle mich nicht mit diesen Studenten verbunden, auch wenn ihr Anliegen bezugs der Bologna-Reform defintiv vertretbar ist. Die Mittel, mit welchen hier auf sich aufmerksam gemacht wird, sind die falschen (Versprayung der Uni). Die Kernbotschaft, gegen Ökonomisierung der Bildung, ist jedoch unterstützungswert. Antworten


Michael Trümmer

11.11.2009, 15:31 Uhr
Melden

"Wir protestieren weil wir können, nicht weil wir müssen." - Wäre in Ö-reich und D-Land nichts vorangegangen, hätten diese paar Basler Studenten nie so eine Aktion durchgeführt. Antworten


Pierre A. Sobol

11.11.2009, 15:13 Uhr
Melden

Studenten und ihre Unruhen... Es scheint bei manchem Student noch nicht angekommen zu sein, dass die Studiengebühren nur einen Bruchteil der Kosten decken, welche durch jeden Studenten ausgelöst werden. Und dass die Differenz durch die Steuern gedeckt werden müssen. Darum bin ich der Meinung, dass die Gebühren nicht abgeschafft, sondern um einiges erhöht werden müssen. Antworten


eugen bissegger

11.11.2009, 14:52 Uhr
Melden

Vielleicht ein Unmut der sich langsam äussert, als Folge der nicht unumstrittenen Strategien: Bologna / Lissabon, mit den Bachelor / Master etc. - Studiengängen. "Gleichschaltung" zwecks ökonomischer Effizienz und Austauschbarkeit. Harmonisierung im Bildungswesen allgemein, bis zum Abwinken, Zertifizierungswahn in der Wirtschaftswelt. Was folgt danach, wenn alles so schön "harmonisiert" ist? Antworten


David De Pretto

11.11.2009, 14:19 Uhr
Melden

Wenn man einen Augenschein voll nimmt, was für Leute bei dieser Besetzung in Basel mitmachen, so wird eines klar: Eine Massenbewegung, die die Mehrheit der Studenten anspricht wird das nie. Eine Ansammlung aus Linksaktivisten und Geisteswissenschaftler. Kaum bis keine Naturwisenschaftler. Was wären die Naturwissenschaften an der Uni Basel ohne private, finanzielle Unterstützung? Antworten


Stefan Bucher

11.11.2009, 14:08 Uhr
Melden

Wir brauchen Leistungs- und nicht Massenuniversitaeten. Ansonsten werden teure Privatunis den Oeffentlichen den Rang ablaufen - wie in USA und Frankreich schon der Fall. Antworten


Balz Ehrensperger

11.11.2009, 12:46 Uhr
Melden

Die Forderungen der Akus sind legitim, wenn man im Gegenzug die alma mater als Eliteuni verstehen würde und einen strengen numerus clausus für alle Disziplinen einführte. Die Betreuungsquote würde schlagartig verbessert, die Ressourcen effizient eingesetzt; der Massenhochschule würde ein Riegel geschoben. Antworten


Ronnie König

11.11.2009, 12:23 Uhr
Melden

Es war schon immer so, wenn die Studenten rebellieren ist was faul im Staat! Ich kenne die Verhälnisse nicht im Detail, sehe aber auch die Ökonomisierung und bin eben auch aus intelektuellen Gründen gegen diesen Unfug. Wohin dieser führt haben wir die letzten 2 Jahre gesehen. Wollen wir den freien Geist, aber auch unser System erhalten sollten wir die Studenten und ihre Anliegen ernstnehmen. Antworten



Basel

Populär auf Facebook Privatsphäre

Verzeichnis

Werbung

Meistgelesen in der Rubrik Basel

Umfrage

Erst Metropolitanregion dann Kantonslobbyist – und nun eine parlamentarische Gruppe: Die Region Basel will in Bern besser gehört werden. Braucht es diese neue Organisation?




Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Frühlingsdeko
homegate Lassen Sie jetzt schon den Frühling ins Haus. Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

Lokale Suche

Marktplatz

baz.reisen 2012

baz.mobil.

Mimpfeli

bluebanana.ch

baz.babygallery