Basel

TCS-Direktor fordert sicherere Fussgängerstreifen

Interview: Philipp Loser. Aktualisiert am 28.02.2009 10 Kommentare

Rund 40 gefährliche Fussgängerstreifen haben die Mitglieder des TCS dokumentiert. Bis Ende Sommer erhofft sich Christian Greif, Direktor des TCS beider Basel, Verbesserungen.

Die Mitglieder des TCS haben 40 gefährliche Fussgängerstreifen dokumentiert. So zum Beispiel den hier am Aeschenplatz.

Elena Monti

Artikel zum Thema

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von baz.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

BaZ: Herr Greif, vor einem Jahr liessen Sie die TCS-Mitglieder gefährliche Fussgängerstreifen fotografieren. Was ist seither passiert?

Christian Greif: Wir haben alle gefährlichen Standorte zusammengeführt, in unserer Verkehrskommission die Daten aufgearbeitet und werden sie nach der Fasnacht der Polizei zur Verfügung stellen.

Warum dauert das so lange?
Der TCS hat sich im vergangenen halben Jahr neu strukturiert – darum hat unsere Verkehrskommission seit Längerem nicht mehr getagt. Aber jetzt sind wir so weit, das Dossier weiterzugeben.

Was erwarten Sie von den Behörden?
Mir ist klar, dass nicht bei allen Übergängen von heute auf morgen etwas geschehen kann. Aber in Einzelfällen können die Probleme schnell gelöst werden. Bei schlecht sichtbaren Markierungen reichen ein Auftrag und ein Pinsel. Bei anderen Übergängen braucht es vertiefte Diskussionen und die entsprechende Zeit. Nach den Sommerferien sollten aber erste Resultate vorliegen.

Gewisse Fussgängerstreifen sind derart unübersichtlich, dass eine bauliche Massnahme nicht viel bringen würde. Ausser die Aufhebung des Übergangs selbst.
Das ist so. Aber die Aufhebung eines Fussgängerstreifens ist auch kein einfaches Unterfangen.

Von wie vielen gefährlichen Strassenübergängen sprechen Sie überhaupt?
Unsere Mitglieder dokumentierten in beiden Basel rund 40 Fussgängerstreifen, die sie für gefährlich halten. Das ist natürlich kein hundertprozentig gültiges Abbild der Realität. Im einen oder anderen Fall dürften die Behörden die Einschätzung der Gefährlichkeit nicht teilen. Grundsätzlich haben wir positive Signale von der Polizei erhalten – man ist bereit, auf unser Dossier einzugehen.

Was macht die gefährlichen Übergänge eigentlich gefährlich?
Das können verschiedenste Dinge sein. Büsche oder Mauern, welche die Sicht versperren, eine Bushaltestelle in der Nähe, ein allgemein unübersichtlicher Standort. Der TCS experimentiert seit einiger Zeit mit speziell markierten Fussgängerstreifen, die den Übergang auch an solchen Standorten hervorheben. Erste Feedbacks der Tests sind sehr gut.

Das Handzeichen ist seit fünfzehn Jahren abgeschafft. Langsam sollten sich die Autofahrer an den Vortritt der Fussgänger gewöhnt haben.
Das ist schon so. Aber bei den Autofahrern ist es wie in allen Gesellschaftsschichten – es gibt einige wenige, die halten sich einfach nicht an die bestehenden Gesetze.

Die Abschaffung des Handzeichens führte auch zu einer gewissen Sorglosigkeit der Fussgänger. Müsste die alte Regel wieder eingeführt werden?
Das ist der falsche Weg, weil die Wiedereinführung zu einer noch grösseren Verunsicherung führen würde. Das Kernelement bei der Sicherheit auf Fussgängerstreifen ist die Kommunikation zwischen den Verkehrsteilnehmern: Das lässt sich auch ohne gesetzliche Grundlage verbessern! Es ist keinem Fussgänger verboten, trotz Gesetz mit einem Handzeichen seine Strassenüberquerung anzukündigen.

Nur in Norwegen oder Italien ist es noch gefährlicher, einen Fussgängerstreifen zu überqueren als hierzulande. Warum? Gibt es in der Schweiz proportional mehr Fussgängerstreifen?
Das ist eine interessante Überlegung. Wir haben schon versucht, das statistisch zu erhärten, es war aber schwierig, gesicherte Angaben zu erhalten. Gerade im städtischen Gebiet gibt es an gewissen Orten eine Häufung von Fussgängerstreifen. Das kann die Aufmerksamkeit der Autofahrer schmälern. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.02.2009, 10:32 Uhr

10

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

10 Kommentare

Cristian Aellig

01.03.2009, 06:39 Uhr
Melden

Sicherheit auf Fussgängerstreifen ist die Kommunikation, das heist Augenkontakt, und ist daselbe wie Handzeichen! Antworten


Christian Merz

28.02.2009, 19:37 Uhr
Melden

Ich erlaube mir einmal mehr auf etwas hinzuweisen: schaut man sich als Autofahrer an, wie die Fussgänger heute rücksichtslos auf den Fussgängerstreifen hinausrennen, kann man kaum noch sicher sein, wann der nächste versucht, unters Auto zu kommen. Und tausendmal stoppen und anfahren kostet demassen viel Benzin und produziert Feinstaub von den Bremsbelägen - einfach dumm, was heute da abgeht. Antworten



Basel

Populär auf Facebook Privatsphäre

Verzeichnis

Werbung

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!