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«Tango» tanzt Ehrenrunde in Basel
Aktualisiert am 09.02.2010 13 Kommentare
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Auf dem Netz der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) und der Baselland Transport (BLT) fahren seit Ende 2008 «Tangos» der Stadler Rail zur Probe. Die Testfahrten im Normalbetrieb auf allen Stadt- und Überlandlinien sollen unangenehme Überraschungen vermeiden. BVB und BLT hatten 2004 entschieden, ihre nächsten Trams gemeinsam zu beschaffen.
Das Debakel mit den «Combino»-Trams von Siemens, die wegen Sicherheitsproblemen 2004 alle zeitweise stillgelegt und saniert werden mussten, habe das Vertrauen in die damals neue durchgehende Niederflurtechnik erschüttert, liess BVB-Direktor Urs Hanselmann am Dienstag mitteilen. Deswegen habe man Alternativen geprüft.
Mehr Klarheit bis Mai
Das «Tango»-Tram, von dem BVB und BLT 2006 60 Züge vorbestellt haben, ist so eine Konstruktion mit 75 Prozent Niederflur-Anteil, aber traditioneller bewährter Fahrgestell-Technik. Das Echo sei mehrheitlich positiv, liessen beide Betriebe noch im Oktober verlauten; kritisiert wurden quietschende rabiate Bremsen sowie Platzfragen.
Im Dezember hat die BLT erste 15 «Tangos» fest bestellt. Die BVB jedoch ist, vier Monate später und seit Jahresbeginn unter einem neuen Verwaltungsratspräsidenten, immer noch nicht ganz überzeugt: Eine weitere, diesmal externe und repräsentative Kundenumfrage soll Klarheit bringen. Spätestens im Mai werden die Ergebnisse erwartet.
Konkret hätten viele Kommentare den nach der Sanierung deutlich verbesserten «Combino» vom Komfort her dem «Tango»-Prototypen vorgezogen, war von den BVB weiter zu erfahren. Zudem werde die Bevölkerung älter, und - auch dank Niederflurechnik - würden immer mehr Gehbehinderte Tram fahren, etwa Senioren mit Rollatoren.
40 Jahre technische Lebenserwartung
BLT-Direktor Andreas Büttiker hat, wie er gegenüber dem Regionaljournal von Radio DRS sagte, für diese demoskopische Ehrenrunde der «Tangos» im Stadtkanton wenig Verständnis. Er sitzt übrigens als Vertreter des Landkantons im BVB-Verwaltungsrat.
Die BLT will insgesamt 40 «Tangos» bestellen, während die BVB für 20 Züge Bedarf haben. Innert zehn Jahren sollen für diese Beschaffungen rund 276 Millionen Fr. ausgegeben werden. Die Lebensdauer der 45 Meter langen Züge mit mehr Beinfreiheit, moderner Klimaanlage und Videoüberwachung wird auf 40 Jahre geschätzt. (amu/sda/)
Erstellt: 09.02.2010, 16:02 Uhr
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13 Kommentare
Diese "Tangos" passen doch überhaupt nicht ins "schnuckelige" Provinzstädtchen Basel, die sind viel zu überproportioniert und wuchtig, für Grossstädte ok. Wenn man die Dinger von ausser her betrachtet könnte man meinen die haben eine WC-Anlage, ein Speise- und Liegewagenabteil intergriert...also bitte liebe Bebbis so lieber nicht! Antworten
So sind wir wieder einmal so weit; wenn es um die Bestellung von sinnvollen Trams geht, machen die BVB eine Kehrtwende. So scheint's bloss eine Frage der Zeit zu sein, bis man zu der glorreichen Feststellung kommen wird, Trams seien gar nicht finanzierbar, weshalb man stattdessen den kostengünstigen und ach so umweltfreundlichen Gasbussen den Vorzug geben müsse - wie einst bei den Trolleybussen. Antworten
Es überrascht, mit welcher Vehemenz BLT Direktor Büttiker den Tangotrotz dessen offensichtlicher Nachteile gegenüber dem Combino verteidigt. Wer je im Stadtgebiet mit diesem Ueberlandtram gefahren ist, stellt sofort fest, dass der Combino mit seinem 100 % Niederflurboden wesentlich mehr Fahr- und Platzkomfort bietet, als der Tango wo man nur über enge Treppen von einer Türe zur nächsten kommt. Antworten
Unsicherheit, Zaudern, Verantwortung auf Kunden mittels Umfrage abwälzen. Für was brauchts denn überhaupt eine BVB-Führung wenn sie nicht mal ein neues Tram evaluieren können. Aus Angst vor einer Fehlentscheidung trifft man überhaupt keine Entscheidung. Da sieht die BVB-Führung aber wirklich alt aus. Antworten
Liebe BVB, ich dachte die Siemens-Süchtigen bei der BVB sind nicht mehr auf der Entscheidungsebene.Genügen die Siemens-Fehleinkäufe wie Combino, Leitstelle etc. nicht? Am neuen VR-Präsidenten kanns nicht liegen. Der ist Anwalt und versteht von der Tramtechnik gleich wenig wie viele Fahrgäste. Zu viele Köche verderben den Brei (war in den letzten Jahren leider öfters so).Mehr Mut zur Entscheidung! Antworten
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Dieter A. Hanhart
Als der Tango auf der Linie 6 fuhr habe ich mehrmals die Fahrt mit dem Tango und anschliessend mit dem Combino absolviert. Die Strecke Habermatten - Eglisee war dabei sehr aufschlussreich. Fazit: der Tango ist das bessere Tram. Der Combino errinnert mich an einen Oldtimer. Bei dem ist das Rumpeln erlaubt, bei einem neuen Tram aber nicht. Darum den Schrott-Combino aufs Abstellgeleise. Antworten