Basel

Tattoo-Tickethändler wehrt sich: «Wir sind keine Abzocker»

Von Alexander Müller. Aktualisiert am 13.07.2009 11 Kommentare

Die Wiederverwertung von Event-Tickets im Internet ärgert Veranstalter und Fans, die im ordentlichen Vorverkauf leer ausgegangen sind. Die Internethändler haben einen zweifelhaften Ruf. Zu Unrecht? Baz.online hat nachgefragt.

Immer wenn ein Event ausverkauft ist, finden sich im Nachhinein viele Tickets im Internet wieder – wie aktuell bei Tickets vom Basel Tattoo zu beobachten ist. Viele, die es verpasst haben, ihre Eintrittskarten im Vorverkauf zu beziehen, sind enttäuscht und wütend. Schnell wird über Abzockerei gewettert. Denn: Tickethändler, die im Vorverkauf von Events die Eintrittskarten nur mit Gewinnabsichten beziehen, verknappen das Angebot künstlich. Die Fans, die im Vorverkauf leer ausgegangen sind, werden dadurch gezwungen, einen höheren Preis zu bezahlen – oder auf den Besuch der Veranstaltung zu verzichten.

Die Veranstalter haben daran keine Freude: «Am Schluss haben wir allenfalls leere Plätze in der Arena, weil sich diverse Händler verspekuliert haben. Und andererseits enttäuschte Fans, die zu Hause bleiben (müssen)», erklärt Andrea Schäfer, Marketingleiterin beim Basel Tattoo. An den Veranstaltern bleibt dann ein Imageschaden haften. Viele, die sich geprellt fühlen, suchen einen Teil der Schuld auch bei den Veranstaltern. Man habe zu wenig gegen potentielle Schwarzhändler unternommen oder die Preispolitik sei ungenügend. «Uns wird vereinzelt sogar unterstellt, dass wir direkt mit solchen Händlern zusammenarbeiten», wundert sich Christoph Soltmannowski, Pressesprecher bei Ticketcorner und weist entsprechende Vorwürfe von sich.

Gefälschte Tickets?

Ein Teil der Tattoo-Tickets, die derzeit im Internet angeboten werden, stammt von einem Händler namens Alltickets.ch. Der Händler ist auch beim bei Ticketcorner bekannt – oder besser gesagt berüchtigt. «Wir raten beim Einkauf bei Alltickets.ch zu absoluter Vorsicht», sagt Soltmannowski. Er rät generell vom Kauf von Tickets ausserhalb der offiziellen Vorverkaufskanäle ab. Man könne im Voraus nie wissen, ob das Ticket, für das man zu viel bezahlt, nicht vielleicht ungültig oder gar gefälscht sei. Thomas Flückiger, Inhaber und Geschäftsführer von Alltickets.ch, kennt solche Vorbehalte zur Genüge. Entsprechende Vorwürfe bezeichnet er als «frei erfunden». Flückiger betont: «Wir verkaufen weder gefälschte noch ungültige Tickets und haben dies auch nie getan».

Die Dienstleistung, die seine Firma anbietet, basiert im wesentlichen auf einer Ticketbörse, die Tickets von allen möglichen Quellen ankauft. «Den Grossteil beziehen wir von Personen, die aus irgendwelchen Gründen ihre Tickets zum Verkauf ausschreiben», erklärt Flückiger. Einerseits seien dies Tickethändler, andererseits normale Konzertgänger, denen beispielsweise ein Freund abgesagt hat. «Direkt bei den Vorverkaufsstellen kaufen wir nur bei jenen Events einen Grundstock ein, bei denen jeder Zeit und Gelegenheit gehabt hätte, die Tickets zu kaufen. Bei Top-Events die innert weniger Stunden ausverkauft sind, verzichten wir auf einen Einkauf. Wir wollen keine künstliche Verknappung schaffen». Auch im Falle des Basel Tattoo habe man keine Eintrittskarten im Vorverkauf bezogen.

Nachfrage ändert sich laufend

Das Abzockerargument greife ausserdem zu kurz, wehrt sich Flückiger: «Wir kaufen die Tickets ja meist schon über dem Originalpreis ein. Unsere Marge beträgt nur etwa 15 Prozent». Die Nachfrage, wie auch das Angebot nach Tickets eines ausverkauften Events, ändere meist täglich – entsprechend ändern sich auch die Einkaufs- und Verkaufspreise. Ein schwacher Trost für jene, die es verpasst haben, sich rechtzeitig ein Ticket zu ergattern und nun die Wahl haben, entweder von Unbekannt einen Eintritt zum doppelten Preis zu kaufen oder zuhause zu bleiben. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.07.2009, 13:15 Uhr

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11 Kommentare

Hans Meier

20.02.2009, 11:55 Uhr
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Es ist immer wieder lustig, wenn ein Händler einem anderen Händler Gewinnabsichten vorwirft. Und natürlich hat der Veranstalter keinerlei Gewinnabsichten, neinaberauch, sondern veranstaltet nur aus rein gemeinnützigen Motiven. Antworten


Felix Bachmann

20.02.2009, 11:43 Uhr
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Ist die Nachfragemenge grösser der Angebotsmenge, so ist der Preis zu tief. In einem funktionierenden Markt sollten die Preise steigen. Weil die offiziellen Anbieter den Preis aber zu tief setzen gleicht sich der Markt durch Zwischenhändler aus. Am besten die Tickets würden im Rahmen einer Auktion versteigert. Dann profiteren auch die Veranstalter und nicht irgendwelche Händler-Spekulanten. Antworten



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