Basel

Telebasel kann sich sehen lassen

Von Christian Mensch . Aktualisiert am 15.09.2010 21 Kommentare

Eine neue Studie attestiert Telebasel hohe Programmqualität. Und doch: Trotz massivem Ausbau gewinnt der Sender keine Zuschauer.

Chefsache: Ohne Chefredaktor Willy Surbeck geht nichts bei Telebasel.

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Der Anspruch ist hoch. Täglich produziert Telebasel zwei Stunden Fernsehen, dies mit einer Belegschaft von rund hundert Mitarbeitenden. Für das Filetstück, die Nachrichten um «7vor7», müssen drei bis vier spannende Themen her. Dazu täglich zwei Live-Gäste für die Rubriken «061» und «Telebar».

Die Anforderungen überfordern zuweilen – sowohl das Personal als auch das Potenzial der Region. Dann scheitert selbst der Versuch, eine Person für den Studiobesuch zu finden, die nicht nur eine Werbebotschaft platzieren will. Im Vergleich mit anderen Regionalfernsehstationen steht Telebasel jedoch gut da. Dies zeigt eine noch nicht publizierte Studie des Bundes, in der das Programm aller 14 konzessionierten regionalen TV-Sender untersucht wurde.

Mehr Aufwand, gleich viele Zuschauer

Nicht berücksichtigt wurde Telezüri, das bei der Konzessionsvergabe leer ausgegangen war. Keiner der verglichenen Sender bietet ein Informationsangebot, das mit Telebasel mithalten kann. Gemäss dieser Studie sind bei Telebasel die Themenbereiche Politik und Verwaltung sowie Wirtschaft stark, die Human-Touch-Themen eher schwach vertreten. Dies zeigt sich auch bei der Auswahl der Akteure, die ins Bild gesetzt werden. Politisch ist dieser Personenkreis zudem ausgesprochen ausgewogen zusammengesetzt.

Der Programmtest erfolgte stichprobenartig und nach dem massiven Programmausbau von Telebasel. Waren es vor zwei Jahren vierzig Minuten tägliche TV-Produktion, sind es heute dreimal mehr; die Anzahl der Videosequenzen stieg von 150 auf 500 täglich. Der Mehraufwand führte jedoch nicht zu einem grösseren Publikumserfolg. Mit rund 110'000 Zuschauern täg- lich erreichte Telebasel im ersten Halb- jahr 2010 so viele wie bereits 2004. Den höchsten Zuspruch hatte der Sender im ersten Halbjahr 2007 mit rund 125'000 Zuschauern.

Finanzieller Spagat

Immerhin: Die durchschnittliche Nutzungsdauer stieg im gleichen Zeitraum von gut zehn auf rund 14 Minuten – und damit auch der Marktanteil. Dieser liegt im Empfangsgebiet bei rund zwei Prozent. Chefredaktor Willy Surbeck mag sich an der Quotendiskussion nicht beteiligen; die Messmethode sei für einen so kleinen Raum wie Basel ohnehin nicht geeignet. Er kündigt lieber einen weiteren Ausbau für den Samstagabend an. Der hätte bereits im Frühjahr, dann schon diesen Herbst kommen sollen. Die Finanzierung sei aber nicht gesichert, sagt Surbeck.

An den Finanzen sollte Telebasel nicht scheitern. Bei einem Umsatz von 7,7 Millionen resultierte 2009 zwar bloss ein Gewinn von 67'000 Franken. Dieser liegt allerdings künstlich tief, da der Sender zusätzlich 170'000 Franken in einen zweckgebundenen Fonds ein- gespiesen hat. Dies bedeutet, dass Telebasel die zusätzlichen 2,25 Millionen Franken, die der Sender 2009 aus dem allgemeinen Gebührentopf erhalten hatte, nicht vollständig ins Programm investieren konnte.

Telebasel erhält zudem 1,7 Millionen Franken von den Cablecom-Abonnenten in Basel, Riehen und Allschwil. Konkret erwirtschaftet das Basler Regionalfernsehen lediglich die Hälfte seiner Erlöse durch Werbung und Sponsoring. (Basler Zeitung)

Erstellt: 15.09.2010, 08:02 Uhr

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21 Kommentare

rene huber

15.09.2010, 09:34 Uhr
Melden 1 Empfehlung

"Tele Garage" -wie in Einheimische nennen-, ein Skandal. Dauernd läuft minu, Almi und Salvi (ist das lustig?). Antworten


Andres Egger

15.09.2010, 15:23 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Stundenlang diese unsäglich primitiven Almi&Salvi, stotternde AnsagerInnen, penetrant auf "jung und lässig" getrimmt, dafür sprachlich lausig. Natürlich das obligate -minu-Geschwafel (auch der wird nicht mehr origineller), ein wenig Kochsendung nachahmen, und Fasnachtsübertragungen mit jungen Bubis und Tussis als Moderatoren, die von der Fasnacht absolut nichts verstehen. Kurz: Wegzappen! Antworten



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