Basel
Tiefbahnhof für Basler Bahnhof SBB
Von Peter Schenk, Patrick Marcolli. Aktualisiert am 04.05.2009 15 Kommentare
Zukunftspläne: Der Basler Bahnhof SBB könnte in 20 bis 30 Jahren auch einen Tiefbahnhof umfassen. (Bild: Keystone)
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Still und heimlich arbeiten die SBB unter Mitwirkung des Kantons Basel-Stadt an Plänen, einen unterirdischen Bahnhof für die S-Bahn im Bahnhof Basel SBB zu bauen – ähnlich demjenigen in Zürich. Bislang existiert der Entwurf zu einem Rahmenplan, für den bei den SBB die Abteilung Infrastruktur zuständig ist.
Laut Informationen der BaZ sollen in den unterirdischen Bahnhof hauptsächlich regionale Züge sowie zusätzliche TGV einfahren; der Bahnhof soll rund 18 Meter unter dem Boden zu liegen kommen. Die jetzt vorhandenen Gleiskapazitäten erachten die SBB als zu gering; der Raum auf der Seite des Gundeldinger Quartiers ist ausgeschöpft.
Basler Innenstadt erschliessen
SBB-Mediensprecher Roman Marti bestätigte gegenüber der BaZ, dass die SBB derzeit einen Rahmenplan für den Bahnknoten Basel erarbeiten: «Mit diesem wird die planerische Basis geschaffen, wie sich der Bahnknoten Basel und damit auch der Personenbahnhof Basel SBB in den nächsten 20 bis 30 Jahren entwickeln sollen.» Die SBB berücksichtigen zudem auf Wunsch des Kantons Basel-Stadt «die Vision», die Innenstadt Basels mit dem Herzstück zu erschliessen – einer S-Bahn-Verbindung zwischen Bahnhof Basel SBB und dem Badischen Bahnhof.
Kosten unklar
Da die SBB auch weitere Kapazitätssteigerungen an den Bahnhof SBB berücksichtigen, wird in die Überlegungen ein Tiefbahnhof miteinbezogen. Zur Frage, ob dieser für die S-Bahn sei, sagt Marti: «Das könnte sein, momentan bestehen aber noch keine konkreten Pläne.» Auch zu den möglichen Kosten wollte er sich nicht äussern.
Erwähnung fand das Vorhaben auch an einer Podiumsdiskussion zum Herzstück Regio-S-Bahn, welche die überparteiliche Vereinigung «Gruppe Bahnhof» am Dienstagabend in Basel organisiert hatte. Voraussichtlicher Kostenpunkt der neuen Verbindung: 1,2 Milliarden Franken. Wenn noch ein neuer unterirdischer Bahnhof gebaut werde, könne dies aufgrund der hohen Kosten das Herzstück gefährden, hiess es an der Veranstaltung. Peter Scheidegger, Projektleiter Studie Herzstück der Regio-S-Bahn, sorgte sich in diesem Zusammenhang vor allem um das Ergebnis einer möglichen Volksabstimmung.
Laut Alain Groff, Leiter des Basler Amtes für Mobilität, ist der Kanton an der Ausarbeitung des Rahmenplanes beteiligt. Inhaltlich wollte er sich dazu nicht äussern (Basler Zeitung)
Erstellt: 04.05.2009, 09:58 Uhr
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15 Kommentare
@Abdul R. Furrer: Wovon sprechen Sie, wenn Sie von Grössenwahn reden? Basel sollte schon seit 15-20 Jahren eine vernüftige S-Bahn in Sinne des Herzstücks besitzen - sie hats erst jetzt gemerkt/"realisiert"! Ich find's bemerkenswert, wie die Region nur als Ganzes spielt und funktioniert AG/SO/BL/BS/D/F! Vermessene Bescheidenheit hat noch nie zum Ziel geführt – insbesondere im Verkehr nicht! Antworten
20 bis 30 jahre warten bis eine s-bahn vorhanden ist die den namen verdient. und wahrscheinlich wirds vorher vom volk gebodigt. natürlich wird der privatverkehr weiterhin kräftig schikaniert. Die s-bahn sollte schon 20 jahre in betrieb sein und nicht erst 2030 oder 2040. niemand begreift dass diese hohe investition auch eine investition in die zukunft ist. Zürich und Genf lachen sich krumm. Antworten
Statt die Reisen endlich wieder zu einem Vergnügen zu machen. Wenden sich die SBB immer mehr von ihrer ursprünglichen Aufgabe ab und wird immer mehr zu einem fraglichen Bauherr der mit Steuergeldern unnötig, funktionierende Bahnhofanlagen Zweckentfremdet. Antworten
@m.lopez: genau ihrer meinung! das ganze hat wieder mal den touch von grössenwahn! den öv zu fördern ja, aber doch bitte nicht zum zweck des aufzeigens der tech. möglichkeiten! wäre nett, wenn diesmal der kunde - also wir alle - nicht vergessen ginge, wie bei der letzten bahnhof-aktion! Antworten
@Marco Lopez: Tunnels sind sicherer als viele Gebäude. Ausserdem würde das Herzstück so tief im Fels (!) gebaut, dass die eventuell problematischen oberen Schichten gar nicht erst in die Quere kommen. Der eigentliche Zweck des Herzstücks ist die Verbindung der beiden Bahnhöfe, die zur Zeit für S-Bahnen Kopfbahnhöfe sind, wodurch die Fahrzeit fast verdreifacht wird. Antworten
Hauptsache, man macht den Eingang zu diesem Durchmesserbahnhof noch enger. Dann kann man die Pendler nach besser plagen. Mein Vorschlag: Eine einzige Spur, wie für Rinder. Von beiden Seiten der 100 Meter langen Schranke wird man mit Werbeflyer, Kaugummi, etc. bombardiert. Ein Vorzug hätte eine Untertunnelung. Dann haben die Bettler und Alkoholkranken den Sommer über den ganzen Platz für sich. Antworten
Die Idee ist gut! Vielmehr an Optionen haben wir allerdings kaum. Nur nicht wie die Zürcher dann die Stadt lahmlegen. Ich denke in Zukunft werden wir vermehrt unterirdisch wirken und werken und das wohl aus verschiedenen Gründen. Oben ist der Platz beschränkt, nach unten haben wir mehr Spielraum. Aber bitte ohne Erdbeben diesmal! Antworten
Ob das wirklich schlau ist, in der Erdbebenregion Basel verstärkt auf Tunnels zu setzen, wo ganze Pendlermassen eingepfercht stehen? Und ein Tunnel in die Altstadt? Vom Hügel, wo der SBB steht, runter in die Innerstadt? Für die paar Meter würd ich weder die Schäden an den alten Gebäuden noch in den archäologisch interessanten Schichten riskieren. Lieber Gratis-Velos und Rikschas. Für 1.2 Mia! Antworten
Endlich ein Zeichen, dass die SBB Basel nicht vergessen haben! Hoffentlich können sich die beiden Halbkantone dann auch auf ein Projekt einigen. Beim Herzstück ist man sich ja offensichtlich doch nicht einig, was das Projekt verzögert oder sogar gefährdet. Basels Bedeutung im internationalen und regionalen Schienenverkehr wird massiv zunehmen. Antworten



Markus Grünenfelder
DIe Fehlplanung hat schon mit dem Bau der neuen Zugänge zu den Bahnsteigen begonnen. Das Hauptproblem des Bahhofes liegt eineseits in der Zuführung der einzelnen "Schienensträngen" und anderseits die Konzeptlosigkeit der S-Bahn Gleisbelegung. Früher war Basel für mich der Vorreiter im ÖV, heute muss ich leider sagen hat Basel min. 20 Jahre verschlafen.................... Antworten