Basel
UBS treibt Turmprojekt voran
Von Ralph Schindel. Aktualisiert am 04.11.2010 24 Kommentare
Rund 90 Meter hoch soll das neue Hochhaus werden (Visualisierung).
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Die Häuserzeile am Riehenring gleich gegenüber dem Grossen Festsaal der Messe Basel ist legendär. Die Restaurants Altes Warteck, Ueli-Stube, Wurzengraber und die Piano-Bar gehören zu einer Kleinbasler Beizentour wie der Gang durch die Rheingasse. Doch seit Jahren droht der Abriss der Gebäude. 2004 wurden die Pläne der damaligen Besitzerin, der Immobilienfirma Warteck Invest, publik, am Messeplatz einen Turm zu errichten. Der Baubeginn für das von den Basler Architekten Meinrad Morger und Fortunat Dettli entworfene Hochhaus war ursprünglich für das Jahr 2008 geplant und wurde seither mehrmals verschoben.
Unter anderem forderte die kantonale Denkmalpflege, die Gebäude seien unter Schutz zu stellen. Die Regierung lehnte dies jedoch ab, wogegen der Basler Heimatschutz und die Freiwillige Basler Denkmalpflege rekurrierten. Sie scheiterten jedoch vor dem Appellationsgericht, was den Gang vor Bundesgericht zur Folge hatte. Anfang März 2009 entschied das Bundesgericht, nicht auf das Geschäft einzutreten.
Projekt in der Planungsphase
Und nun, eineinhalb Jahre später, sind die Gebäude am Riehenring 63–71 und 75 Anfang Oktober von der Warteck Invest an den UBS-Immobilienfonds Sima übergegangen. Dieser treibt die Turmpläne weiter voran. Das Hochhaus soll eine Höhe von 90 Metern erreichen. Im Sockel werden rund 5000 Quadratmeter für Verkaufsflächen, Restaurants und Büros reserviert, wie der UBS-Broschüre zum Projekt zu entnehmen ist. Darüber sind rund 170 Wohnungen geplant. Sima rechnet mit Investitionskosten in der Grössenordnung von rund 100 Millionen Franken. «Das Projekt befindet sich in der Planungsphase, in der auch Optimierungen stattfinden», erklärt Riccardo Boscardin, Head Global Real Estate der UBS, (UBSN 11.15 -0.89%) auf Anfrage der BaZ. «Nächstes Jahr wird die Eingabe zum Bebauungsplanverfahren – ähnlich dem Quartierplanverfahren – erfolgen», so Boscardin, «das ist aber nicht mit der Baubewilligung zu verwechseln.»
Damit haben sich auch die Hoffnungen des Heimatschutzes erledigt. In der Stellungnahme zur laufenden Zonenplanrevision schreibt der Verein: «Sollte das geplante Hochhaus möglicherweise nicht realisiert werden, müsste hier die Einweisung in die Schutzzone erfolgen.»
Unsichere Situation macht Arbeiten mühsam
Auch gegenüber den Beizern macht die UBS vorwärts. «Die Mietverträge mit den Gastronomiebetrieben enden im März 2013», erklärt Boscardin. «Schaun mer mal», sagt Christian Obenauf, der aus Österreich stammende Wirt des Restaurants Altes Warteck am Riehenring 63, das im traditionellen Stil gehalten ist. Er habe schon so viele Termine verstreichen sehen, dass er noch nicht an den Baubeginn 2013 glauben wolle. «Die Situation ist belastend, weil die Termine seit 2009 immer wieder nach hinten verschoben werden», sagt Obenauf.
Die Abwanderung der im Stammhaus der Brauerei zum Warteck beheimateten Vereine hat bereits unter Obenaufs Vorgänger begonnen und zieht sich wegen der unsicheren Situation weiter. So hat sich beispielsweise auch der Lotto-Veranstalter anderweitig orientiert. «Ich habe auch Anfragen für die Fasnacht oder die Baselworld bis 2014, die ich nicht beantworten kann», sagt Obenauf. Die Interessenten würden sich nach anderen Lokalen umsehen. «Das macht die Arbeit sehr, sehr mühsam.»
Wie in einem Gefängnis
Da Obenauf weiter wirten will, sucht er ein anderes Lokal für die Zeit nach dem Alten Warteck. «Aber sämtliche Optionen sind zu kurzfristig, im Bereich eines halben Jahres.» Ihr neues Lokal bereits gefunden und gekauft hat Franziska Wolf vom Restaurant Wurzengraber am Riehenring 69. Wolf betreibt das Lokal bereits seit 32 Jahren und hat es zum Grotto mit Tessiner und italienischen Spezialitäten ausgebaut. 2003 hat Wolf das Restaurant Bläsitörli vis-à-vis der Kaserne gekauft. «Im Januar 2012 gehe ich hier raus», sagt Wolf. Der Grund: «Vier Mal wurde mir verlängert, jetzt reichts!» Sie werde alles mitnehmen, was sie in den Wurzengraber investiert habe. «Danach sieht es hier wie in einem Gefängnis aus.» Dass sie gehen muss, «tat am Anfang noch weh». Im Bläsitörli steht eine Sanierung an, bevor Wolf dort weiter wirtet.
Auch für das Hotel Münchnerhof am Riehenring 75, ein Drei-Sterne-Hotel mit zwölf Einzelzimmern, 20 Doppelzimmern sowie drei Junior-Suiten, soll am 31. März 2013 Schluss sein. Chefin Manuela I. Kroll bedauert dies. Sie würde gerne im Hotelfach weiterarbeiten – «aus familiären Gründen am liebsten in Basel». Die Chancen dafür seien aber klein, gibt sich Kroll realistisch. Deshalb kann sie sich auch den Wechsel in ein kleines oder mittleres Unternehmen vorstellen. «Zuvor will ich aber für meine treuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch neue Jobs suchen.» (Basler Zeitung)
Erstellt: 04.11.2010, 14:05 Uhr
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24 Kommentare
wird Zeit aus dem Kleinbasel einen eigenen Kanton zu machen, dann können die Investoren die nicht wissen wohin mit dem vielen Geld (das sie hart verdient haben) ihre postghettoträume vor ihr Eigenheim stellen..Die ;Messe gehört aufs NT Areal (auto+bahn+anschluss) und das Grüne und Kulturelle gehört in die Stadt unter die Leute, relativ einfach gemütlich, sinnlich. Die kalte Starre habe wer will. Antworten
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