Basel

Unbewachter «Wächter» gestohlen

Von Lukas Bertschmann. Aktualisiert am 28.06.2012 14 Kommentare

Kunsträuber haben bei der Klingental-Fähre einen «Wächter der Zeit» gestohlen. Der österreichische Künstler ist enttäuscht über das Verschwinden.

Fehlte plötzlich: Der unheimliche Wächter bei der Vogel Gryff Fähri.

Fehlte plötzlich: Der unheimliche Wächter bei der Vogel Gryff Fähri.
Bild: zVg

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Schon seit Anfang Juni sitzen fünf grimmige «Wächter der Zeit» im öffentlichen Raum am Rhein und sorgen still für einen Blickfang. Es sind Skulpturen des österreichischen Künstlers Manfred Kielnhofer, der seine Ausstellung mit dem Fähri-Verein koordinierte.

Nun sind es aber nur noch vier – am Montagvormittag entdeckte der Fährimaa der Klingental-Fähre, dass der «Wächter» auf dem Poller seiner Anlegestelle am Kleinbasler Ufer fehlte. «Der Wächter war einfach weg und es war deutlich zu sehen, dass ihn jemand mit Gewalt aus der Verankerung geschlagen hat», sagt Fährimaa Alex Guerrieri. Zwar hat wohl ein Bewunderer eine seiner Skulpturen entwendet, das ist für den Künstler aber nicht minder unangenehm. «Gerne würde ich eine Skulptur für einen guten Zweck hergeben. Aber dieses Verschwinden bedaure ich», so Kielnhofer.

Stumme Ermahnung

Der 45-jährige Künstler möchte mit seinen aus Gips- und Kunstharz-getränkten Stoff-Skulpturen an Dinge erinnern, die man nicht vergessen solle. So habe er seine an den Sensenmann erinnernden Figuren auch schon vor einem Atomkraftwerk oder vor der Berliner Mauer aufgestellt. «In Basel ging es mir um die Präsenz während der Art Basel», sagte Kielnhofer. Schon letztes Jahr seien seine Skulpturen während der Kunstmesse auf viel positives Echo gestossen, als er zwei auf einen Lieferwagen montierte und diesen auf in der Nähe der Messe abstellte.

Beim Abbau der verbliebenen vier Wächter, den der Künstler nächste Woche vornimmt, muss er nun also noch bei der Polizei vorbeischauen, um Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. Nach seinen Angaben ist eine Figur 3000 Euro wert. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.06.2012, 13:41 Uhr

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14 Kommentare

John Basler

28.06.2012, 14:44 Uhr
Melden 43 Empfehlung 0

Man hätte den Östereichischen Künstler halt aufmerksam machen sollen ,das man im Kleinbasel NICHTS ungesichert oder nicht eingeschlossen draussen lässt ,schon gar nicht ein Kunstobjekt ! Schade, war für mich ein tolles Kunstwerk hat richtig Mysthisch ausgesehen ! Antworten


René Bitterlin

28.06.2012, 14:59 Uhr
Melden 38 Empfehlung 0

Die Skulptur hat genau vor dem gewarnt, was sich manifestiert: Die Verrohung der Gesellschaft ! Antworten



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