Universität Basel fordert mehr Geld

Die Rechnung 2016 der Universität Basel schliesst mit einem kleinen Defizit ab. Ab 2022 wünscht die Uni mehr staatliche Mittel für die Weiterentwicklung.

Bild: Christoph Stulz

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Bei einem Aufwand von 753 Millionen resultiert bei der Uni Basel ein Minus von 0,6 Millionen Franken. Wegen einmaliger Pensionskassenkosten war das Defizit im Vorjahr bei 16,4 Millionen Franken gelegen - obwohl 14,8 Millionen aus Rücklagen entnommen worden waren. Im 2016 konnte die Uni trotz erneuten PK-Sonderkosten 19,5 Millionen beiseite legen und schloss mit einer roten Null ab. Ohne PK-Effekte hätte nun ein Plus von 6,4 Millionen herausgeschaut, also fast soviel wie 2014.

Die Trägerkantone Basel-Stadt und Baselland bezahlten zusammen 361 (2015: 327) Millionen, wie aus dem am Mittwoch publizierten Jahresbericht hervorgeht. Der Bund steuerte rund 103 (96) Millionen bei und die übrigen Kantone, die Studierende nach Basel schicken, knapp 75 (73) Millionen Franken. Anmelde- und Semestergebühren fielen 18,2 Millionen an.

Vischer will ab 2022 mehr Geld

Angesichts leerer Baselbieter Kassen werde sich die Uni in der kommenden Leistungsperiode 2018 bis 2021 noch stärker «nach der Decke» strecken, schreibt Universitätsratspräsident Ulrich Vischer im Jahresbericht. Ab 2022 sei dann aber nach Jahren stagnierender und sinkender Trägerbeiträge Zeit für eine Erhöhung für die Weiterentwicklung der Universität.

147,9 (158,6) Millionen Franken waren Projektzusprachen von Dritten, einschliesslich des Schweizerischen Nationalfonds. Das sind 10,7 Millionen weniger als im Vorjahr. Kompetitiv erworben wurden 101 Millionen Drittmittel, sechs Millionen weniger als im Vorjahr.

Mit durchschnittlich 765'100 Franken Drittmittel pro Professur sei die Uni Basel 2015 gemäss Bundeszahlen landesweit Spitze gewesen und vor der ETH gelegen, betonte die Uni in einer Mitteilung. Derweil blieb der Personalaufwand unter dem Strich mit 382 Millionen just auf Vorjahresniveau.

Guter Drittel Einheimische

An der Uni Basel waren im letzten Herbstsemester mit 12'852 (12'729) Studierenden nur wenig mehr eingetragen als in der Vorjahresperiode. Der Frauenanteil lag bei 55 Prozent. 17,8 Prozent aller Studierenden kamen aus Basel-Stadt, aus Baselland 20,3 Prozent und 38,2 Prozent aus anderen Kantonen. 23,7 Prozent kamen aus dem Ausland; auf Europa entfielen davon 81 Prozent, auf Deutschland 70 Prozent.

Das moderate Plus entspreche dem Planszenario der beiden Basler Regierungen, das bis 2020 eine Gesamtzahl von 13'000 Studierenden vorsehe, hiess es weiter. Auf Bachelorstufe studierten etwas weniger, auf Masterstufe hingegen ein paar mehr in Basel als im Vorjahressemester.

Überdies arbeiteten 21 Prozent aller in Basel Studierenden an ihrer Doktorarbeit. Dies sei auf dem selben Niveau wie die ETH Lausanne; leicht höher liege nur die ETH Zürich. Die Dissertationsquote sei ein Indiz für die Forschungsqualität einer Uni.

Neues Zentrum für Zahnmedizin mit Gewinn

Das Universitäre Zentrum für Zahnmedizin Basel (UZB) hat das erste Betriebsjahr mit einem kleinen Gewinn abgeschlossen. Dieser belief sich bei einem Bruttoertrag von knapp 36 Millionen auf 200'000 Franken.

Die Verantwortlichen sehen das UZB nach dem ersten Jahr auf Kurs, wie sie am Mittwoch in einer Mitteilung schrieben. Die Basler Regierung hatte den ersten Jahresabschluss am Dienstag genehmigt.

Vom Bruttoertrag von 35,7 Millionen Franken entfielen 20 Millionen auf Patientenbehandlungen. Eingerechnet sind dabei die Beiträge des Kantons für die soziale Zahnmedizin. 11 Millionen Franken trug die Universität Basel bei, welche Lehre und Forschung finanziert.

Die übrigen Erträge setzten sich vor allem aus Drittmittelzugang sowie Waren- und Gebühreneinnahmen zusammen. Bei den Ausgaben war der Personalaufwand mit 26 Millionen Franken der grösste Posten. Der übrige Betriebsaufwand lag bei knapp 7 Millionen.

Damit die in der Eignerstrategie vorgegebene langfristige Refinanzierung der Investitionen sichergestellt werden könne, müsse die Gewinnmarge jedoch mittelfristig deutlich verbessert werden, wird UZB-CEO Andreas Stutz in der Mitteilung zitiert. Zu Effizienzgewinnen soll die für 2019 geplante Zusammenführung der heutigen drei Standorte im Campus Rosental im Kleinbasel führen.

80'000 Behandlungen

Das UZB als öffentlich-rechtliche Anstalt war per 1. Januar 2016 aus dem Zusammenschluss der Universitätskliniken für Zahnmedizin und der Öffentlichen Zahnkliniken entstanden. Die Basler Stimmbevölkerung hatte das Gesetz zum UZB im März 2015 mit rund 64 Prozent Ja-Stimmen deutlich angenommen.

An den drei Standorten wurden im vergangenen Jahr rund 80'000 Behandlungen durchgeführt. Zusätzlich wurden gemäss Geschäftsbericht über 1000 Kindergarten- und Schulklassen in Basel-Stadt besucht. Dabei wurde bei rund 14'000 Kindern die jährliche Gebisskontrolle durchgeführt. Zurzeit beschäftigt das UZB rund 280 Mitarbeitende, verteilt auf rund 210 Vollzeitstellen. (amu/sda)

Erstellt: 12.04.2017, 16:50 Uhr

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