Basel
Velo-Parken nur noch sieben Tage lang erlaubt
Von Claudia Kocher . Aktualisiert am 17.08.2010 29 Kommentare
Gegen Langzeitparkierer: Im Gratisteil des Veloparkings herrscht ein neues Regime.
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Neu darf man sein Velo nur noch maximal sieben Tage im Gratisteil des unterirdischen Veloparkings am Bahnhof SBB abstellen. Für Pro Velo ist das zu kurz. Ist die neue Regel zu hart?
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Seit einigen Tagen sind im Gratisteil des unterirdischen Veloparkings beim Bahnhof SBB neue Schilder angebracht. «Maximale Parkdauer 7 Tage» steht da geschrieben. Und in der Parkhausordnung steht neu: «Fahrräder, die ohne Absprache länger als 7 Tage im Veloparking abgestellt und/oder nicht verkehrstauglich sind, werden der Polizei übergeben.»
Peter Kolb ist Leiter der Fahrzeug-Aushändigungsstelle bei der Kantonspolizei. Die Idee, eine beschränkte Parkzeit für Velos einzuführen, sei neu für Basel. In Bern und Zürich kenne man diese Regel bereits. «Wir lassen uns nun überraschen, ob es auch für Basel etwas bringt.» Klar sei, dass das unterirdische Veloparking aus allen Nähten platze und etwas dagegen getan werden müsse. «Das Veloparking ist für jene Leute gedacht, die pendeln», meint Kolb. Und nicht, um das Velo dort stehen zu lassen. «Mit der neuen Regel sollten wir den Bestand reduzieren können.» Zudem: Jedes zehnte Velo, das dort stehe, sei gestohlen.
Ab einem Monat kann man darüber reden
Bei Pro Velo beider Basel wusste weder der Präsident noch der Geschäftsführer von der neuen Regel. Pro-Velo-Präsident Dominik Lehner findet sieben Tage aber zu kurz. Er kenne viele Velofahrer, die das Velo zum Pendeln benutzen würden. «Wenn die dann in die Ferien gehen, steht das Velo auch mal 14 Tage dort. Das ist ja nicht schlimm.» Ab einem Monat könne man darüber reden. Lehner hatte letzthin kritisiert, dass nach dem 31. Mai Velos, die keine neuen Vignetten hatten, von der Polizei eingesammelt worden waren.
Das Thema, wie mit dem Veloeinsammeln umgegangen werden soll, wird nun an einem Treffen von Pro Velo mit der Polizei am 2. September thematisiert. «Ich will dem Gespräch noch nicht vorgreifen», meint Lehner deswegen vorsichtig. Das Einvernehmen mit den Behörden sei recht gut. «Es ist allen klar, dass nach neuen Lösungen für Velos gesucht werden muss.» Im Gespräch sind Plätze an der Nauenstrasse bei der Post, über die seit 2003 diskutiert wird.
Häufigere Kontrollen
Das Parking gehört ins Portfolio von Immobilien Basel-Stadt. Sie sind zuständig für die Bewirtschaftung. Aufgrund von Meldungen von Veloverbänden habe man diese neue 7-Tage-Regelung eingeführt, sagt Barbara Neidhart, Kommunikationsbeauftragte von Immobilien Basel-Stadt. Das Mandat zur Umsetzung habe man an die ISS Facility Services AG übergeben. «Die Velos gelangen dann an die Polizei», so Neidhart.
Wie die ISS die Massen an Velos aussortieren werden, darüber will der zuständige Daniel Kaufmann keine konkreten Angaben machen. Von einem Mitarbeiter ist zu erfahren, dass die Velos mittels Klebeband mit Datum ein bis dreimal pro Woche kontrolliert würden. Deutlich häufiger als bisher. > www.veloregister.ch (Basler Zeitung)
Erstellt: 17.08.2010, 02:25 Uhr
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29 Kommentare
Herrliche Parallele zum SBB-Pendlerproblem: Da flehte man die Menschen jahrelang auf Knien an, endlich umzusteigen - kaum haben sie das gemacht versucht man sie wieder rauzuprügeln. Leute, das Problem sind nicht überfüllte Veloparkings oder Züge, sondern die überfüllte Schweiz. Antworten
Ich benutze das Velo zum pendeln, und das steht nunmal im Veloparking. Wenn ich in Basel ankomme und es regnet, nehme ich das Tram. Muss ich damit rechnen, dass ich nach einer Regenperiode ohne Velo dastehe? Hm, also gut, dann nehme ich doch wieder das Auto. So eine Fahrt quer durch Basel jeden Morgen und Abend macht ja allen Spass! Antworten
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