Basel

Viel Unterstützung für das FCB-Tram

Nach einem Aufruf auf dem Internetportal Facebook wollen Hunderte selbst zu Farbe und Pinsel greifen und ein neues FCB-Tram bemalen.

Arg demoliert. Ob das FCB-Tram jemals wieder durch die Stadt rollt, entscheidet sich frühestens am 30. April.

Arg demoliert. Ob das FCB-Tram jemals wieder durch die Stadt rollt, entscheidet sich frühestens am 30. April.

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Umfrage

Das FCB-Tram ist im Depot Wiesenplatz unter eine umgekippte Mauer geraten. FCB-Fans fordern nun, dass möglichst rasch Ersatz geschaffen wird. Braucht es ein rot-blaues Tram?

Ja

 
69.7%

Nein

 
30.3%

Stichworte

Das demolierte Tram steht noch immer im BVB-Depot am Wiesenplatz. Eine Besichtigung vor Ort wurde der BaZ gestern verwehrt – aus Sicherheitsgründen. Nachdem am Montagabend bei Bauarbeiten eine Mauer des Depots auf das rot-blaue Tram stürzte (die BaZ berichtete), musste die Halle notdürftig abgesichert werden. Bis 30. April wird nun zuerst eine neue Mauer eingezogen werden. Danach kann das Unfalltram erst gefahrenfrei aus dem Depot gezogen und der Schaden überhaupt richtig begutachtet werden. Damit bleibt auch bis Ende Monat offen, ob das Tram allenfalls noch reparabel ist oder als Totalschaden entsorgt werden muss.

Die Fans des FC Basel werden das nicht gerne hören. Für sie kam die Nachricht nämlich zu einem äusserst ungünstigen Zeitpunkt: In rund zwei Wochen findet im St.-Jakob-Park der Cupfinal mit Basler Beteiligung statt und eine weitere Woche später hoffen die Fans, ihrem Team in der Basler Innenstadt gleich auch noch zum Meistertitel gratulieren zu können. Zwei Siegesfeiern und kein FCB-Tram? Für Roger Pedrazzi undenkbar. Nachdem der FCB-Fan auf der BaZ-Webseite vom zerstörten Tram gelesen hatte, startete er spontan auf Facebook einen Aufruf zur Rettung des beliebten Trams, das seit der Saison 2002/2003 auf dem BVB-Netz fährt. Möglichst viele Fans sollen helfen, ein neues Tram rot-blau zu lackieren – auf eigene Kosten.

Weit über 1000

Der Aufruf, der aus einer Laune heraus entstand, stiess im Netz schnell auf grosse Resonanz: «Noch am ersten Abend hatte die Gruppe schon 500 Fans», zeigt sich Pedrazzi erstaunt. Bis am Donnerstag waren es weit über 1000. Während sich die meisten Facebook-Gruppen mit ihrer baren Existenz begnügen, machten sich die Mitglieder dieser Gruppe aktiv daran, etwas zu bewegen: Pedrazzi selbst nahm Kontakt mit den BVB auf und machte diese auf sein Anliegen aufmerksam.

Andere Gruppenmitglieder baten grosse Unternehmen um finanzielle und die regionalen Maler um tatkräftige Unterstützung für die Aktion – offenbar mit ersten Erfolgen: «Ein Maler zeigte sich bereit, Farbe im Wert von 100 Franken plus seine Arbeitskraft nach Feierabend zur Verfügung zu stellen», freute sich Pedrazzi. Weitere Fans äusserten auf der Facobook-Seite zudem ihre Bereitschaft, dem Maler zur Hand zu gehen.

Geklebt, nicht gemalt

Die Fans werden jedoch kaum zum Pinsel greifen müssen. Denn ein FCB-Tram wird nicht gespritzt und schon gar nicht gemalt, sondern mit Folie beklebt. Bei den BVB zeigt man sich aber dennoch sehr erfreut über so viel Anteilnahme. «Wir sind derzeit selbst daran, nach Lösungen zu suchen», versichert BVB-Sprecherin Dagmar Jenny und tönt damit bereits viel zuversichtlicher als am Tag nach dem Unfall. Noch am Dienstag gab sie gegenüber der BaZ nämlich zu Protokoll, dass man zuerst prüfen müsse, ob es in Zukunft überhaupt wieder ein neues FCB-Tram geben soll.

Josef Zindel, Medienchef des FC Basel, bestätigt, dass inzwischen ein Gespräch stattgefunden habe und hofft, dass bald wieder ein Tram in Rot-blau durch die Stadt kurvt. Es herrscht also viel Einigkeit, aber die Zeit ist knapp. Rund 14 Tage brauchen die BVB selbst im besten Fall, um ein Tram in FCB-Farben zu kleiden. Und bis zum 30. April geht erst mal gar nichts. (Basler Zeitung)

Erstellt: 23.04.2010, 07:31 Uhr

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