Basel
Vogel Gryff mit Bundesrätin Widmer Schlumpf
Aktualisiert am 27.01.2010 2 Kommentare
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Der Vogel Gryff zieht seit der Landung des Wild Maa beim Kleinen Klingental das Kleinbasel in seinen Bann. Die Schildhalter der drei Kleinbasler Ehrengesellschaften - Vogel Gryff, Leu und Wild Maa - zeigen noch bis kurz vor 23 Uhr ihre jahrhundertealten Tänze (hier das Programm).
Das kalt-graue Wetter tat der aufgeräumten Stimmung keinen Abbruch. Der Festtag begann wie stets mit der Talfahrt des Wild Maa, der auf einem Floss auf dem Rhein von oberhalb der Stadt bis zum früheren Klingentalkloster unterhalb der Mittleren Brücke fuhr. Dort wurde er von den beiden andern Wappentieren und viel Publikum empfangen.
Schon auf dem Floss hatte der Wild Maa zu Trommelwirbeln und unter dem Donner von Böllerschüssen seinen Tanz gezeigt. Traditionsgemäss ist er dabei stets bedacht, dem linksufrigen Grossbasel nur seinen Rücken zuzukehren. Nach der Landung folgte dann der Höhepunkt zur Mittagszeit, der Tanz aller drei Wappentiere auf der Mittleren Brücke.
Eveline Widmer Schlumpf kam doch noch
Am frühen Nachmittag versammeln sich die insgesamt rund 450 Gesellschaftsbrüder der drei Ehrengesellschaften jeweils zum «Gryffe-Mähli». Das von Reden und Musik begleitete Festessen dauert bis gegen Abend.
Zu den diesjährigen Ehrengästen gehören unter anderem der neue Basler Polizeikommandant Gerhard Lips, Armee-Rüstungschef Jakob Baumann, der Deutsche Ladenkettenbesitzer Jörg Hieber, Feldschlösschen-CEO Thomas Metzger und – eigentlich auch – Bundesrätin Eveline Widmer Schlumpf. Letztere liess aber wegen der Medienkonferenz zur Herausgabe der UBS-Kundendaten bis nach nach 16 Uhr auf sich warten. Für ihre teils launige Rede, in der sie auch sozial- und integrationspolitische Themen ansprach, erhielt sie starken Applaus.
Ein Brauch aus alter Zeit
Die Wappenhalter der Gesellschaften - im Kleinbasel kurz die «drei E.» genannt - tanzen derweil den ganzen Nachmittag und bis in die späte Nacht hinein auf Strassen und in verschiedenen Lokalen. Über 30 Stationen zählt der zum voraus festgelegte Routenplan, den die drei Figuren mit ihren schweren Kostümen absolvieren.
Der Brauch stammt aus dem Mittelalter. Die Berufsleute der Stadt waren damals im Grossbasel in Zünften und im Kleinbasel in den Ehrengesellschaften vereinigt. Letztere nannten sich nach ihren Gesellschaftshäusern «zum Greifen», «zum Rebhaus» und «zur Hären» und hatten auch militärische Aufgaben bei der Stadtbewachung.
Die jährlichen Waffeninspektionen der drei Gesellschaften endeten jeweils mit einem Zug durchs Kleinbasel, schon damals angeführt von den Wappentieren Gryff (Gesellschaft zum Greifen), Leu (Rebhaus) und Wild Maa (Hären). Inzwischen wird die Stadt von der Polizei bewacht, der Zug durch die Stadt und die Tänze aber sind geblieben.
Und so kam der Wild Maa auf seinem Floss den Rhein hinunter
(Video: Joël Gernet) (amu/sda)Erstellt: 27.01.2010, 22:29 Uhr
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2 Kommentare
Im Bestreben, den Vogel Gryff, von dem ich schon so viel hörte, einmal leibhaftig zu erleben, bin ich heute vom Appenzellerland eigens nach Basel gefahren - und bereichert vom Erlebten wieder heimgekehrt. Die wirklich sehr speziell anmutenden Tänze der drei Zeichen haben mich beeindruckt. Ich kann nur hoffen, (Klein-)basel trage Sorge zu diesem Brauch. Aber daran ist eigentlich kaum zu zweifeln. Antworten
Es ist bleibt immer ein Erlebnistag, auch für die in Basel ansässig sind.Bin vor sehr,sehr vielen Jahren nach Basel gekommen und bin schon lange,lange Baslerin.Ich lebe schon immer in Grossbasel und habe mich mit der Geschichte auseinandergesetzt und darum gehe ich auch als Grossbaslerin gerne an den "Vogel-Gryff-Tag".Dieser Brauch ist einfach super toll & wird auch weiterhin erhalten bleiben. Antworten
Basel
Die Fische im Birsig seien wichtiger als diejenigen im Zolli, befindet die Baselbieter Regierung und beruft sich auf das Gesetz. Dreht der Kanton dem Zolli das Wasser zu Recht ab?
Ja
Nein
3038 Stimmen
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