Basel
«Wann werden die Stadtmauern wieder aufgebaut?»
Von Alexander Müller. Aktualisiert am 12.11.2010 110 Kommentare
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In Basel soll künftig innerhalb des Cityrings eine grossflächige Zone geschaffen werden, in der der Verkehr nur noch mit Tempo 30 rollt. Zudem soll die Fussgängerzone in der Innenstadt bedeutend vergrössert werden. So steht es im neuen Verkehrskonzept, dass der Basler Regierungsrat Hans-Peter-Wessels am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Das Verkehrskonzept hat unter den Lesern von baz.ch eine emotionale Diskussion ausgelöst – eine Diskussion, die, so scheint es, zeitweise entlang dem Stadt-Land-Graben geführt wird. «Wann werden die Stadtmauern wieder aufgebaut?» fragt denn auch gleich ein besorgter Leser ironisch.
Der Basler Neuzuzüger Arthur Meier hingegen freut sich auf das Verkehrskonzept und hofft auf einen weiterer Schub für eine lebendige Stadt: «Die ewiggestrigen Autoraser haben noch genug Platz auf dem Land und können sich dort auf den freien Parkplätzen der Einkaufszentrum vergnügen.» Ähnlich sieht dies auch Andreas Kofler: «Nahezu die Hälfte der Basler Haushalte hat kein Auto, ein grosser Teil der Strassenkapazität wird von unseren lieben Nachbarn beansprucht. Leben ohne Auto, mit kurzen Distanzen und gutem ÖV, ist auch Lebensqualität.» Reto Bachmann freut sich, dass die Regierung mit ‹seinem› Steuergeld seine Lebensqualität verbessert: «Wer Basel nicht zu schätzen weiss, darf gerne in der Provinz bleiben.»
Verkehr gehört zu einer Stadt
Erst umgekehrt wird ein Schuh daraus, findet hingegen Markus Holz: «Dieser grüne Humbug macht Basel als Stadt noch kaputt. Sollen diejenigen, die es grün, ruhig und gemütlich wollen, doch eben aufs Land ziehen, denn dort ist es so gegeben. Das hier ist eine Stadt!» Daniel Bösch fragt lapidar: «Stadtmenschen, die keine Autos, keinen Lärm, keinen Gestank wollen? Ich ziehe doch auch nicht neben einen Bauernhof und beklage mich über den Gestank der Kühe.» Darüber können andere nur den Kopf schütteln. «Die Verkehrsdichte hat in den letzten Jahren rasant zugenommen. Wenn es so weiter geht, kommt es unweigerlich zum grossen Kollaps», befürchtet etwa Rudolf A. Thoma Maag.
Ob viel Verkehr automatisch zu einer Stadt dazu gehört, sei hier einfach mal dahin gestellt. Die meisten Kritiker von Wessels Verkehrskonzept wollen wohl kaum die Abgase um jeden Preis erhalten. Vielmehr befürchten sie negative Auswirkungen auf die Geschäfte in der Innenstadt und machen sich Sorgen um das lokale Gewerbe: Ein Leser empfiehlt den Basler Geschäftsleuten dringend, das Referendum zu ergreifen, um überleben zu können. Dem Wehklagen des Basler Gewerbes mögen jedoch andere nicht beipflichten: «Autofahrer hinter dem Steuerrad kaufen gar nichts ein, flanierende Fussgänger aber eventuell schon. Nicht das Auto macht Städte attraktiv», findet Stephan Bösch. Allzuviel würde sich künftig ohnehin nicht ändern, schreibt zudem Bernhard Müller: «Wieviele offizielle Parkplätze gibt es in den Einkaufsstrassen von Basel heute? Richtig, keine. Wo liegt nun das Problem?»
Andere Kommentatoren spekulieren gar, dass die Stadt mit einer attraktiven Einkaufsmeile verlorenes Terrain zurückholen könnte: Wenn es genügend Parkplätze am Ring gäbe, die gut erreichbar und bezahlbar sind, dann bliebe die Stadt attraktiv für die Auswärtigen, so das Argument. Dann könnten diese das Geld zurückbringen, das die Basler im Shopping Center in der Agglomeration ausgegeben haben.
Velofreie Fussgängerzonen?
Ein ewiger Stein des Anstosses in vielen Talkbacks auf baz.ch taucht auch in dieser Diskussion wieder auf: Die rücksichtslosen Velofahrer. Eine verkehrsfreie Innenstadt töne im Grundsatz gut, meint ein Leser. Nur würde das in letzter Konsequenz bedeuten, dass dann auch keine Velofahrer mehr geduldet werden dürften. Ein anderer doppelt nach: «Als Fussgänger hätte ich eine Riesenfreude, wenn ich dann endlich wieder ungestört auf dem Trottoir spazieren könnte - ohne Velo-Rowdies.» Und Peter Meier fragt sich, wo ihm die Velofahrer auf den Velorouten in den Tempo-20-Zonen mit Fussgängervortrittt begegnen würden - und gibt die Antwort gleich selbst: «Wohl in meinen Beinen.» (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.11.2010, 14:23 Uhr
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110 Kommentare
Egal, an welchem Tag & um welche Uhrzeit ich in die Stadt ÖV-fahre, sie ist immer "pumpevoll" und die Parkhäuer sind leer. Wo ist also das Problem? Das die Bequemlichkeit gewisser Leute eingeschränkt wird, die am liebsten mit ihrem Hummer bis vors Ladenregal fahren würden? Das Schicksal Basels hängt nicht davon ab, ob 50 oder 30 km/h gefahren wird. Also liebe Autofahrer, stoppt mit dem Geheule! Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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