Basel

Was sich Basler fürs 2010 wünschen

Friede, Freude sind dabei, aber kein Eierkuchen. Dafür Gesundheit und eine Lehrstelle finden. Welche Vorsätze und Wünsche das 2010 bewegen werden.

Feuerwerk über der Mittleren Brücke am Jahreswechsel 2008/2009.

Feuerwerk über der Mittleren Brücke am Jahreswechsel 2008/2009.
Bild: Keystone

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Am Dienstagnachmittag waren Kauflustige mit Regenschirmen bewaffnet in der Freien Strasse unterwegs, wahrscheinlich in der Hoffnung, in den übervollen Geschäften ein Prachtstück im Ausverkauf zu ergattern. Die BaZ mischte sich unter sie und befragte Jung und Alt über Vorsätze und Wünsche für das neue Jahr. Einige Stimmen dazu:

Drei Städtetrips Fabio Lorenzo aus Nebikon (LU) hat sich keine Vorsätze für das neue Jahr gemacht. «Ich bin wunschlos glücklich», sagt der 22-Jährige. Nur die Schule, die möchte er bestehen. Mit dem «auslaufenden» Jahr ist Lorenzo zufrieden. Zu den Höhepunkten zählen drei Städtetrips, die er gemacht hat. Zum Schluss fällt ihm doch noch ein Wunsch ein: «Ich wünsche mir, dass trotz der Wirtschaftskrise alle ihren Job behalten können.»

Gleichmässig «Gesund zu bleiben» – das ist der grösste Wunsch von Waltraud Frauler für sich und ihre Mitmenschen. Auch möchte sie ein friedliches Leben im Kreise ihrer Familie geniessen können. «Frieden unter den Menschen auf der ganzen Welt» fände sie schön. 2009 war für die 68-Jährige ein gutes Jahr: «Es verlief gleichmässig und in geordneten Bahnen.» Tiefpunkte habe es keine gegeben. Frauler hofft, dass sie weiterhin Konzerte besuchen und Theatervorstellungen beiwohnen kann. «Das kulturelle Angebot soll so reichhaltig bleiben, wie es derzeit ist», sagt die Deutsche aus Überlingen. Und last, but not least: «Mit der Wirtschaft soll es wieder aufwärtsgehen.» Und zwar für alle Menschen.

Einen heissen Sommer Fortschritte im Skateboarden und «in der Schule besser werden» – das sind die Vorsätze von Dario Gerber fürs Jahr 2010. Erreichen will er dies durch regelmässiges Training und tägliches Lernen. «Mein Ziel ist das Gymnasium», sagt der Zwölfjährige. Der junge Basler weiss auch, was er sich fürs neue Jahr wünscht. «Einen heissen Sommer» und «eine schöne Fasnacht», so der Tambour. 2009 wird ihm in guter Erinnerung bleiben: «Die Ferien in Südfrankreich waren wunderschön», sagt er. Und einen sportlichen Erfolg hat Dario auch noch zu verzeichnen: «Ich bin zum ersten Mal vom 10-Meter-Turm gesprungen.»

Aufregender Tabea Boeglin wünscht sich, dass alle Menschen viel Glück haben und «nett» zueinander sind. Für das neue Jahr nimmt sie sich vor, ehrgeiziger zu sein. Zudem soll das Jahr 2010 «aufregender» werden. Die Frage, ob das Jahr 2009 denn langweilig gewesen sei, verneint die Zwölfjährige. «Aber ich möchte im neuen Jahr mehr erleben, das richtig Spass macht.» 2009 ist für Tabea ein gutes Jahr gewesen, obwohl «es schon Hochs und Tiefs gegeben hat». So sei ihr Grossvater gestorben, der immer für sie da gewesen sei und sich liebevoll um sie gekümmert habe. Zum Schluss betont Tabea nochmals: «Ich wünsche allen alles Gute!»

Helfen Gleich zwei grosse Wünsche fürs neue Jahr hat Rebekka Schmitt. «Ich möchte heiraten», sagt sie, «und den Master in klinischer Sozialarbeit machen.» Sollte das mit der Hochzeit noch nicht klappen, möchte die 23-Jährige nach Afrika zu ihrem Verlobten auswandern. Dort möchte sie in der Entwicklungshilfe tätig sein. Die Antwort auf die Frage nach den Tops des heute zu Ende gehenden Jahres kommt wie aus der Pistole geschossen: «Meine Reise nach Kenya .» Und der (dazugehörige) Flop: «Dass ich in Kenya fast gestorben wäre.» Sie erzählt, dass sie bei einem Busüberfall beinahe erschossen worden sei. «Die Szene ist filmreif gewesen», sagt Schmitt aus Aachen (D). Und doch sei die Reise ein so schönes Erlebnis gewesen, das sie auf keinen Fall missen möchte.

Frauen «Ich möchte das nächste Semester meiner Lehre gut abschliessen», antwortet Astrit Agushi aus Seewen (SO) auf die Frage nach seinen Vorsätzen. «Und die Fahrprüfung möchte ich machen.» Das Jahr 2009 sei für ihn durchzogen gewesen. Zu den Tops zählen beispielsweise die Partys, welchen Agushi beigewohnt hat. Und die Flops? «Das waren die Frauen an den Partys», sagt der 19-Jährige. Statt Sprüche wie «Hau ab!» oder «Halt dein Maul!» wünscht sich der Maurer-Lehrling fürs Jahr 2010 mehr Anstand seitens der Frauen und dass sie ihm zuhören und eine Chance geben.

Umweltbewusster «Fürs neue Jahr nehme ich mir vor, gesund zu bleiben», sagt Christine Nagel. Sie will vernünftig sein und sich mehr Ruhepausen gönnen. «Einfach ist das nicht.» Sie sei eine Person, die stets hundert Ideen habe und immer tausend Sachen gleichzeitig mache, so Nagel. Auch wünscht sich die 67-Jährige für die Zukunft eine friedliche Welt. «Die Menschheit soll vernünftiger sein und umweltbewusster leben.» Die Frau aus Lörrach möchte, dass auch ihre Enkel noch eine Chance haben, die Welt zu verändern. Rückblickend auf das endende Jahr erzählt sie, dass dieses gesundheitlich für viele ihr nahestehende Personen nicht rund gelaufen sei. Als Pluspunkte bezeichnet sie Freundschaften, Reisen in die Ferne und das Zusammensein mit ihrer Familie.

Mittelgut Daniel Baumgartner wünscht sich für das neue Jahr «eine gute Gesundheit». Der 14-Jährige hat sich viel vorgenommen: «Ich möchte in der Schule und im Eishockey erfolgreich sein.» Um dieses Ziel zu erreichen, werde er viel Zeit ins Training und ins Lernen investieren. Weitere Wünsche? «Wenn ich 15 Jahre alt bin, möchte ich nach New York reisen.» 2009 sei ein «mittelgutes» Jahr gewesen. In Bezug auf sein Hobby und die Schule sei er zufrieden. Aber seine Tante sei an Krebs erkrankt. Das habe die Familie sehr beschäftigt, sagt Daniel aus Rheinfelden (D).

Anzeige Nicht ins Stottern kommt Blerton Agushi auf die Frage nach seinen Wünschen fürs neue Jahr. Das Grösste für den 15-Jährigen wäre eine Lehrstelle als Autolackierer. Zudem möchte Blerton im Jahr 2010 einen Roller geschenkt bekommen und die entsprechende Fahrprüfung absolvieren. Und er fügt an: «Meine Sommerferien möchte ich in Kosovo verbringen.» Ein Höhepunkt im zu Ende gehenden Jahr stellte für den Schüler der 1. August dar. Ein Tiefpunkt war die Anzeige – auf die er nicht näher eingehen möchte. Dafür nimmt er sich vor: «Keine weiteren Konflikte mehr mit den Behörden.»

Glück «Bessere Schulnoten» – das erträumt sich Lisa Schmidt für das neue Jahr. Die englischsprechende Schülerin möchte überdies, dass alle ihre Mitmenschen ein glückliches Jahr erleben und gesund bleiben. Das heute zu Ende gehende Jahr hatte für die Binningerin seine Sonnen- und Schattenseiten. Sie habe viel Schönes erlebt, sagt die Zwölfjährige, aber die Krankheit ihrer Grosseltern habe ihr zu schaffen gemacht. So hoffe sie fest, dass es den beiden im 2010 besser gehen wird und sie sich am Leben wieder freuen können. (Basler Zeitung)

Erstellt: 01.01.2010, 10:05 Uhr

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1 Kommentar

Yves Schneider

01.01.2010, 08:42 Uhr
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Zielsetzungen, klingt besser als Vorsätze, sind sehr sinnvoll. Nur diese Zielsetzungen müssen realistisch und auch umsetztbar sein. Natürlich hüngt auch hier die Realisierbarkeit von zum Teil nicht beeinflussbaren Faktoren wie Gesundheit, Job usw. ab, trotzdem sollten Zielsetzungen gemacht und diese wenn möglich schriftlich abgefasst werden. Etwa alle 3 Monate wäre eine Überprüfung angebracht. Antworten



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