Basel

Weiterhin Gratisparkplätze in Basel

Aktualisiert am 14.06.2010 44 Kommentare

Die öffentlichen Dauer-Gratisparkplätze bleiben Basel erhalten, das Stimmvolk hat die Parkraumbewirtschaftung knapp abgelehnt. Auch die Initiative «Gegen den Mobilfunk-Antennen-Wildwuchs» wurde verworfen.

Weiterhin Gratisparkplätze: Die Umwandlung der 10'000 kostenlosen Dauerparkfeldern auf öffentlichem Grund in blaue Zone oder gebührenpflichtige Parkplätze wurde abgelehnt.

Weiterhin Gratisparkplätze: Die Umwandlung der 10'000 kostenlosen Dauerparkfeldern auf öffentlichem Grund in blaue Zone oder gebührenpflichtige Parkplätze wurde abgelehnt.
Bild: Henry Muchenberger

Parkraumbewirtschaftung

Parkraumbewirtschaftung


Quelle: Kanton Basel-Stadt


Initiative gegen Antennen-Wildwuchs

Initiative gegen Antennen-Wildwuchs


Quelle: Kanton Basel-Stadt

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Das Basler Stimmvolk hat die Vorlage zur Parkraumbewirtschaftung mit 21'675 zu 21'313 Stimmen verworfen. Die Regierung hatte damit den Suchverkehr der Pendler in den Quartieren verringern wollen. Die Stimmbeteiligung betrug 40,51 Prozent. Um das neue Parksystem zu verwirklichen, wäre ein Rahmenkredit von 6,75 Millionen Franken nötig gewesen. Der Souverän wies diesen mit 362 Stimmen Differenz zurück. So bleiben die 10'000 «weissen» Dauer-Parkplätze sowie rund 2000 unmarkierten Parkmöglichkeiten auf dem Stadtgebiet gratis.

Mit der Parkraumbewirtschaftung wäre das Basler Parksystem denjenigen von Zürich, Genf oder Bern angeglichen worden: Gäste hätten Tages- oder Halbtageskarten kaufen können; Anwohner und Gewerbler weiterhin Parkkarten. Damit wären auch für Pendler die Parkkosten gestiegen. Der Gewerbeverband hatte die Abstimmung mit einem Referendum gegen den Rahmenkredit erzwungen. Er fürchtete hohe Kosten sowie Wettbewerbs-nachteile. Er bekämpfte die Vorlage zusammen mit TCS und anderen Verbänden mit einer intensiven Kampagne.

Schweizer Unikum als Stadtkanton

Der federführende Justiz- und Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass sieht denn auch die Propagandalawine als eine der Ursachen für das Nein; die Befürworter hätten weniger Mittel gehabt. Über die Hälfte der Basler Haushalte hat kein eigenes Auto. Der Gewerbeverband – von dem zwei Ende Mai eingereichte Initiativen zu Parkier-Themen pendent sind – schreibt in einem Communiqué zum Nein von einer «zweiten Chance»: Die Kantonsregierung müsse nun ein Parkraumbewirtschaftungskonzept zusammen mit der Nachbarschaft erarbeiten. Zu berücksichtigen seien dann auch die 80'000 Pendler.

Die Stadt Basel wird hier Opfer ihres landesweit einzigartigen Status' als Gemeinde ohne eigene politische Ebene in einem Kanton mit nur drei Gemeinden: Die Stadt hat die kantonale Vorlage, welche nur für das Stadtgebiet galt, mit 811 Stimmen Differenz angenommen; Riehen und Bettingen lehnten sie aber mit 1173 Stimmen Differenz ab. Gemäss Gass ist die Gegner-Strategie aufgegangen, in den Landgemeinden Verunsicherung zu provozieren. Die Stimmbeteiligung war denn auch in Riehen und Bettingen höher als in der Stadt. Aus dem Ja in der Stadt leitet Gass einen «Auftrag» ab, einen neuen Anlauf zu nehmen.

Mobilfunk-Antennen werden nicht beschränkt

Ebenfalls nicht eingeschränkt wird in Basel der Bau von Mobilfunk- Antennen. Die Stimmberechtigten nahmen mit 24'729 zu 13'446 Stimmen den Gegenvorschlag zur Initiative «Gegen den Mobilfunk-Antennen-Wildwuchs» an. Die Initiative selbst wurde mit 22'366 zu 17'247 Stimmen verworfen. Bei der Stichfrage schwang auch der Gegenvorschlag mit 24'646 zu 14'385 Stimmen obenaus. Dir Stimmbeteiligung lag bei 39,55 Prozent.

Die Initiative richtete sich gegen den Bau von Mobilfunk-Antennen: Mit Unterstützung der Grünen wollte die EVP per Gesetz die Antennenzahl minimieren und die Telecom-Anbieter zwingen, sich zu koordinieren. Der Gegenvorschlag der Basler Regierung will zwar die reale Strahlenbelastung ebenfalls minimieren, aber die Antennenzahl nicht zwingend verringern.

Hintergründe zum Abstimmungswochenende gibt es in der Basler Zeitung von Montag. (jg/sda)

Erstellt: 13.06.2010, 14:43 Uhr

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44 Kommentare

Daniel Bösch

14.06.2010, 10:06 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Niemand will P+R! Die Menschen wollen extrem gesagt, vor den Läden parkieren. Ich bezahle doch nicht mit meiner Freundin 16.- um in der Stadt einkaufen zu "dürfen" und dann den Einkauf erst noch nachhause zu schleppen. Was denken sich die Politiker und Stadtplaner? Münsterplatz wieder zum Parken freigeben, zusätzlich den Marktplatz, wenn kein Markt ist. Antworten


Manuela Winter

14.06.2010, 09:04 Uhr
Melden

Ich hab so das Gefühl dass die Leute in Basel langsam die Nase voll haben in jedem Bereich des Lebens gelenkt, gegängelt, geführt und bevormundet zu werden. Basel reglementiert sich langsam zu tode. Antworten



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