Basel
Wer im Tram isst, wird künftig gebüsst
Von Lukas Meili und Michael Rockenbach. Aktualisiert am 21.04.2009 101 Kommentare
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Sind die Bussen gerechtfertigt?
Wer in Tram oder Bus beim Essen erwischt wird, muss künftig bis zu 40 Franken berappen. Finden Sie diese Massnahme von BVB und BLT gegen die Verunreinigung ihrer Verkehrsmittel gerechtfertigt?
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Strafen sind rechtens
Dass BVB und BLT für Essen und Trinken in ihren Fahrzeugen Geldstrafen aussprechen dürfen, ist laut Dagmar Jenny im Bundesgesetz über den Transport im öffentlichen Verkehr festgelegt. So besagt Artikel 51, der den Transportunternehmen als rechtliche Grundlage dient: «Auf Antrag wird mit Busse bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig Anlagen oder Fahrzeuge verunreinigt.»
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Noch schnell einen Hamburger verdrücken, eine Glace lutschen oder auf dem Weg zur Arbeit einen Kaffee schlürfen – diese Zeiten sind in Trams und Bussen endgültig vorbei: Wer dort beim Essen oder Trinken erwischt wird, muss künftig 20 Franken Busse zahlen; wer die Rechnung nicht sofort begleichen kann, sogar das Doppelte. Damit reagieren BVB und BLT auf die «zunehmende Verunreinigung» ihrer Fahrzeuge, wie BVB-Pressesprecherin Dagmar Jenny sagt.
In den nächsten Tagen werden die Passagiere mit Lautsprecherdurchsagen auf das verschärfte Regime aufmerksam gemacht. Danach werden die Billettkontrolleure gegen Schmutzfinke ebenso vorgehen wie gegen Schwarzfahrer. Spezielle Ess- und Trinkpatrouillen sind nicht vorgesehen, mit zusätzlichen Kontrollgängen ist in den kommenden Wochen und Monaten aber zu rechnen.
Heikler Job
Die Kontrolleure haben einen schwierigen Job. Denn die Grauzone ist beträchtlich. BVB-Sprecherin Dagmar Jenny kann jedenfalls nicht im Detail sagen, was gerade noch erlaubt und was bereits verboten ist. «Was tropft, krümelt, klebt oder stark riecht, hat in den Verkehrsmitteln nichts zu suchen», sagt sie. Doch was ist mit Kaugummis? Mineralwasser? Oder Sportbidons unbekannten Inhalts? Das müssen die Kontrolleure entscheiden.
In ihr Visier könnten auch Fahrgäste geraten, die ihre Schnelllesezeitung achtlos beiseite legen. Denn laut Jenny gilt: «Wer das Tram verunreinigt, soll sich auch an den Reinigungskosten beteiligen.» Darum spricht sie anstatt von Bussen lieber von einem «Unkostenbeitrag», der auch für weggeworfene Pendlerzeitungen erhoben werden könnte.
Ärgerlich und teuer
Lange glaubte man bei den BVB und der BLT, auf Drohgebärden und Bussen verzichten zu können. «Die Basler haben Freude an ihren sauberen Trams und verhalten sich entsprechend», sagte der frühere BVB-Sprecher Pius Marrer Ende 2003: «Das kürzlich eingeführte Verbot wird akzeptiert, Sanktionen sind nicht nötig.» Ähnlich tönte es Mitte 2007, als die BLT nachzog und Essen und Trinken auch in ihren Trams verbot: «Wer isst, wird gebeten aufzuhören. Strafen werden hoffentlich nicht nötig sein.»
Inzwischen wird das Verhalten der Fahrgäste deutlich kritischer beurteilt. «Die Appelle reichen leider nicht aus», sagt BLT-Direktor Andreas Büttiker. Immer wieder würden Bierflaschen, Colabüchsen und Essensreste am Boden liegen bleiben. «Diese Verschmutzung ist ärgerlich für die Passagiere – und aufwendig für uns», sagt Büttiker. Bei der BLT ist gleich wie bei den BVB ständig eine Putztruppe im Einsatz, die den «ganzen Dreck» (Büttiker) beseitigt. (Basler Zeitung)
Erstellt: 21.04.2009, 15:44 Uhr
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101 Kommentare
Das die BVB und BLT etwas gegen die Verunreinigungen unternehmen mussten war klar. Es ist wirklich eine Schande was gewisse Fahrgäste in Trams und Bussen liegen lassen. Allerdings stellt sich die Frage, ob es einem verwehrt sein wird auf einer 20-minütigen Tramfahrt seinen Durst zu stillen. Oder was macht eine Person, deren Zuckerspiegel tief ist? In Zügen haben Schmutzfinken weiterhin freie Bahn. Antworten
Das ist doch wieder mal eine totale Einschränkung unserer Gesellschaft. Ich finde es okay wenn man jemand büsst, der einen ganzen Döner Kebab herunter schlingt. Jedoch trinkt jeder auf dem Weg in den Ausgang gerne 1-2 Bierchen. Man sollte nur diejenigen büssen, die die Sachen liegen lassen. Der nächste Schritt zur Einschränkung unserer Freheit und zum totalen Bussen und Polizeistaat. Danke BLT Antworten
Basel
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